Das erste Jahr in Mannheim – #NurLiebe

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Und dann ist er da! Okay, um ehrlich zu sein so überraschend war es gar nicht, als der Studienzulassungsbescheid endlich im Briefkasten war, da die Welt des Internets und der E-Mails viel möglich macht und die Kommunikation heute viel einfacher ist – wie schlimm muss es damals gewesen sein, auf einen Studienbescheid zu warten. In diesem Sinne auch einen Dank an die ZVS die einem eine E-Mail mit einer vorläufigen Zusage zuschicken darf. Die Freude war trotzdem riesig! Erstmal allen Bescheid geben: Oma, Mama, meiner Schwester und meiner besten Freundin (die mich schließlich dazu angestachelt hat, jetzt doch noch zu studieren) und natürlich ein bisschen feiern. Es gab sogar eine „Uni-Tüte“, quasi das Schultüten-Äquivalent für große Kinder.

Aber auch der Stress fing an. Finde ich eine Wohnung? Wo soll ich wohnen und welcher Stadtteil ist gut? Welcher ist schlecht und was ist in Uninähe? Was kann ich mir überhaupt leisten? Eine Millionen Fragen und organisatorisch echt viel zu meistern. In meinem Fall: Job kündigen, Wohnung suchen, Strom-, Telefon-, und Internetverträge abschließen, Möbel kaufen usw. Dafür hast du nicht mal zwei Monate Zeit – echt wenig wenn man mich fragt. Die Wohnungssuche war nicht einfach: „Studentin ohne Vollzeitjob“ ist definitiv nicht das, was Vermieter heutzutage hören wollen. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich als damals als 27 Jährige ja definitiv noch den Vorteil hatte sagen zu können, dass ich schon 8 Jahre gearbeitet und einiges angespart hatte. Gott sei Dank beruhigt das Wort Bürgschaft zusätzlich noch etwas… Danke Mama! Schlussendlich habe ich wirklich kurz vor knapp eine Wohnung gefunden. Eingezogen bin ich nämlich am 30.09. (Semesterstart am 01.10.). „Eingezogen“ bedeutete in meinem Fall: ein Provisorium aus Schlafcouch, eine Kleiderstange, ein Wasserkocher und sehr vielen 5-Minuten-Terrinen (die werde ich nie wieder essen). Die restlichen Möbel kamen, einschließlich einer Küche, in den nächsten Monaten dazu. Es geht auch ohne, aber schön ist anders.

Am 01.10. dann der große Start, die Ersti-Woche und auch noch mein Geburtstag. Irgendwie komisch sag ich Euch: Du kennst keinen Menschen und bei jeder Vorstellung musst du drauf aufpassen, dass du ja jetzt ein Jahr älter bist, aber das will man ja auch nicht jedem auf die Nase binden. Nun ja, viele Eindrücke, viele neue Menschen und einfach ganz, ganz viel Input. Die Ersti-Woche ist hier in Mannheim wirklich darauf ausgelegt „Land und Leute“ kennen zu lernen. Ein bisschen Stadtrallye am einen Tag, am nächsten Tag Kneipentour usw. Lasst euch überraschen!

Und dann geht der Spaß auch schon los. Hier in Mannheim nennt es sich liebevoll Vorbereitungswochen. D.h. in 4 Wochen Physik, Chemie, Biomathe und Termi mit Abschlussprüfung (dafür hast du den Käse bis zum Physikum auch komplett weg). In diesen 4 Wochen, hast du dann auch wirklich für nichts Anderes Zeit, als den ganzen Stoff in dein Hirn zu prügeln, gerade wenn du vielleicht Chemie abgewählt hast oder wie ich einfach schon ein paar Jährchen aus der Schule raus bist. Schlussendlich ist man froh, wenn es geschafft ist und startet dann ins „normale“ Modul/Semester. In Mannheim läuft es ja ein klein wenig anders durch den Modellstudiengang: 3 Wochen Modul, dann Zwischenklausur, dann wieder nach 3 Wochen Modul und nach insgesamt 6 Wochen des Moduls die Abschlussklausur und das im „ewigen Kreis“ – aber keine Angst, man gewöhnt sich daran.

Es ist unglaublich, was man alles in seinen Kopf reinpacken darf/muss (alles Auslegungssache); der Benefit ist immens. Ich für meinen Teil merke dies jedes Mal, wenn ich wieder arbeiten gehe (ich arbeite seit 8 Jahren im Rettungsdienst): es macht einfach Spaß Neuerlerntes anzuwenden.

Eines der wundervollen Dinge während des ersten Jahres (neben Stress, manchmal etwas Verzweiflung und dem leichten Hass über „mein Fach ist das Wichtigste“), sind die einzigartigen, liebevollen Menschen, die man kennenlernt. Okay, es gibt auch Einige, die einem mega auf den Geist gehen können und man sich fragt „warum genau bist du hier und wieso willst du ausgerechnet Medizin studieren?!“ – aber die kann man ja dezent ignorieren.

Zwischen Modulen bzw. Semestern, Prüfungen, Ferien, Arbeiten etc. rennt die Zeit einfach nur so dahin. Zack ist das erste Semester vorbei und kaum hast du einmal durchgeatmet ist das zweite Semester auch schon rum. Das erste Studienjahr ist also geschafft – ein unglaublich großartiges Gefühl.

Was ich damit sagen will, egal wie stressig die Zeit euch erscheint oder wie genervt man von allem sein mag, genießt es, es kommt nicht zurück!

Eure Jacky

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