Das Pflegepraktikum – „Wie man in den Wald hineinruft…“

doctors.jpg

Eines der wenigen Dinge, welche man durchaus auch schon vor Beginn des ersten Semesters erledigen kann ist wohl das Pflegepraktikum. Aus meiner Sicht empfiehlt es sich sogar nach Möglichkeit zumindest einen Teil der vorgeschriebenen 3 Monate vor Studienbeginn zu absolvieren. Zum einen wird man später in den Semesterferien vielleicht nicht allzu viel Zeit dafür haben und zum anderen war ich ganz froh, schon erste kleine Einblicke in das spätere „medizinische Leben“ zu erhalten.

Da ich diese Frage schon häufiger gelesen habe möchte ich direkt sagen: JA (hier in NRW zumindest), es handelt sich um ein PFLICHTpraktikum. Diese drei Monate sollen dazu dienen, einen guten Einblick in den Alltag und die Arbeit der Pflegekräfte zu erhalten. Über die Dauer und den Zweck kann jeder Einzelne denken was er möchte, aber es muss nun einmal gemacht werden. Wobei ich ehrlich sagen muss, ich fand es eine wirklich tolle Zeit und war sehr froh um diese Erfahrung, nach welcher ich die Arbeit der Pflege wohl noch mehr zu schätzen wusste. Allerdings ist hier jeder selbst gefragt, wenn es darum geht die vorgegebene Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen und vielleicht sogar Spaß dabei zu haben. Daher hier den vielleicht ein oder anderen nützlichen Tipp:

  • Sucht euch nach Möglichkeit eine eher kleine Klinik. Ich war in einem kleinen regionalen Krankenhaus und war im Nachhinein wirklich froh darum. Wenn mal nicht allzu viel zu tun war konnte ich bei Untersuchungen zusehen oder auch mal mit in den OP. Den Berichten meiner Mit-Studenten zufolge waren diese v.a. bei Praktika in Unikliniken nur einer/eine von ganz vielen und oft stand man nur im Weg rum und hatte keine Chance bei anderen Dingen zuzusehen.
  • Macht es euch mit der Auswahl der Fachabteilung nicht allzu schwer. Auch hier kann ich Berichte anderer Studenten wiedergeben, welche z.B. in neurologischen oder geriatrischen Abteilungen durchaus aufwändige Pflege hatten. Sollten euch diese Bereiche fachlich interessieren bietet sich es natürlich an, schon mal reinzuschnuppern. Sollte es euch jedoch mehr oder weniger „egal“ sein lohnt es sich auch den „Pflegeaufwand“ der speziellen Abteilung zu berücksichtigen.
  • Achtet bei der Auswahl der Klinik auf die Anfahrtszeit. Dies mag banal klingen, aber wenn ihr (wie in der Pflege üblich) einen Dienstbeginn um 6 Uhr morgens habt (bzw. um spätestens 5:30 zum Umziehen / Übergabe da sein müsst) empfiehlt es sich, seine Anfahrt vorher genau zu planen. Ich habe noch keine Stadt erlebt in der es einfach ist um diese Uhrzeit von A nach B zu kommen. Ähnliches gilt für das typische Dienstende um 21:00 abends. Ich kann euch garantieren, dass ihr nach einem langen Tag in der Pflege nicht viel Lust haben werdet im Dunklen ewig nach Hause zu laufen.
  • Das Wichtigste zum Schluss: „Wie man in den Wald hineinruft, so ruft es auch zurück!“ Versucht diese Zeit wirklich zu nutzen, um etwas zu lernen und euren Horizont zu erweitern. Eine jede Krankenschwester merkt sofort, ob das Ganze für euch nur eine lästige Pflicht ist oder ob ihr eigenes Engagement zeigt. Eine höfliche Art und Einsatzbereitschaft eurerseits machen euch nicht nur den Alltag mit dem Pflegepersonal leichter, sondern ermöglichen euch unter Umständen auch interessante medizinische Einblicke. Wer sich in der Pflege gut einbringt, und auch von sich aus die Arbeit sieht, wird durchaus auch den Ärzten an die Hand gegeben um bei Untersuchungen zu helfen oder sogar mit in den OP zu gehen. Wer sich hingegen schon im Pflegealltag um die Arbeit drückt und zeigt, dass es für sie/ihn wirklich nur Pflicht ist, wird sich das Leben auf Station selbst schwer machen.

Eure Melanie

Share
Tweet
Share
Share