Krankenpflegepraktikum in der Schweiz: Sprachliche Flexibilität ist gefragt

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Meine ersten zwei Monate des Krankenpflegepraktikums absolvierte ich im Bethesda Spital in Basel, in der schönen Schweiz, auf einer sogenannten „floating station“. Die Bezeichnung steht für eine Station, die sowohl gynäkologische, chirurgische, orthopädische, als auch Rheuma- und Rehabilitationspatienten beherbergt. Das Tolle an der Station war, dass ich unheimlich viel gesehen und vielseitig gelernt habe. Man hat es mit ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern und Altersklassen zu tun. Von der Jugend bis ins hohe Rentenalter ist alles vertreten gewesen. Den ersten Tag auf Station angekommen, wurde ich liebevoll eingewiesen. Alle Kollegen, die zu diesem Zeitpunkt auf der Station waren, wurden mir vorgestellt. Die erste Woche kämpfte ich, um das dort gesprochene „schwiizerdütsch“ (schweizerdeutsch) zu verstehen, eine Sprache, die ich vorher noch nicht oft gehört hatte, geschweige denn verstehen musste. Ins kalte Wasser geworfen, gewöhnt man sich aber ziemlich schnell an vieles. Zu meinen Aufgaben gehörte es unter anderem zu betten, Patienten zu waschen, beim Verbinden von Wunden Material anzureichen, Blutdruck und Temperatur zu messen und mich nach Schmerzen zu erkunden (nach numerischer Rating-Skala von 0-10 versteht sich). Im Praktikum wurde ich auch über Katheter, Infusionen, Dialyse- und Operationstechniken weitgehend informiert. Als absoluter Neuling wusste ich darüber noch nicht viel. Zu den Highlights zählte ein OP-Tag. Dort durfte ich mir eine Mastektomie, eine linksseitige Brustentfernung, und eine Hysterektomie, eine Gebärmutterentfernung, ansehen. Die Gynäkologen waren offen eingestellt, beantworteten mir jede Frage und ließen mich sogar den Uterus „auf Händen tragen“. Basel als Dreiländerdreieck, in dem die Schweiz auf Deutschland und Frankreich trifft, lockt viele englisch-, französisch- und manchmal auch spanischsprechende Patienten an. So verging kein Tag, an dem ich nicht eine dieser Sprachen sprach. Für mich war das die perfekte Kombination: Medizin und Sprachen! Meine Lieblingshobbies! Summa summarum, birgt das Medizinstudium unglaublich viele Möglichkeiten, über sich hinaus zu wachsen und neue Sachen zu entdecken. Außerdem ist es mit meinem Lieblingshobby, den Sprachen, sehr gut zu vereinbaren. Ich kann Praktika und Famulaturen im Ausland absolvieren und mit internationalen Patienten in größeren Krankenhäusern in ihrer Landessprache reden. So ist jeder Tag im Krankenhaus ein kulturelles Ereignis!

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