Immunologie- Rechtsmedizin und Lemminge

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Ein ganz normaler Uni-Tag

Montag Morgen, 6.51 Uhr: nach einem tollen Wochenende, das wie immer zu schnell verging, reißt mein Wecker mich viel zu früh aus dem Tiefschlaf. Ich gähne und meine Hand tastet blind nach der Snooze-Taste, die mir ein paar weitere Minuten wertvollen Schlaf verschafft, bevor die Woche endgültig beginnt. Also schnell noch mal umdrehen. !

Nach der morgendlichen Dusche und einem kleinen Frühstück, bei dem die obligatorische Tasse Kaffee nicht fehlen darf, packe ich meine Sachen, checke schnell, wo genau das erste Seminar um 8 Uhr stattfindet und schwinge mich auf mein Fahrrad. Knapp zehn Minuten später sitze ich mit sieben Kommilitonen im POL (Problemorientiertes Lernen) -Seminar und diskutiere ein Fallbeispiel.

Dieses Mal geht es um eine junge Frau, die eine tiefe Beinvenenthrombose erlitten hat. „Spielt ihre Reise nach Südamerika vor vier Monaten wohl eine Rolle…“, wirft ein Freund ein, „…so im Hinblick auf Infektionskrankheiten?“. Da wir alle eher durch Halbwissen denn durch fundierte Kenntnisse glänzen, einigen wir uns darauf, dazu noch mal nachzulesen und die Ergebnisse nächste Woche zu präsentieren. Wieder einmal stelle ich fest, dass diese Veranstaltungsreihe trotz der unmenschlichen Uhrzeit zu den besten des Studiums gehört. Das gemeinsame Diskutieren, das Denken in verschiedene Richtungen und die sinnvollen Erläuterungen unseres Dozenten machen die Seminare wertvoll und zugleich kurzweilig.

So motiviert, setze ich mich mit ein paar Freunden in die folgende Immunologievorlesung. Allerdings schweifen unsere Gedanken schnell ab, als wir das zurück liegende Wochenende mit einer super WG-Einweihungsparty am Samstag Revue passieren lassen und feststellen, dass definitiv nicht alle Nachbarn diese Lautstärke bis halb sieben morgens toleriert hätten… Glück gehabt! !

Der Hinweis unseres Dozenten „Folgendes sollten Sie sich unbedingt für die Klausur merken, dazu kann ich Ihnen eine Frage garantieren“, erregt dann doch wieder unsere Aufmerksamkeit und für die restliche Zeit folgen wir seinen Ausführungen. !

Die zweite Vorlesung des Tages, Rechtsmedizin, hat bei unserem Dozenten einen sehr hohen Unterhaltungscharakter, sodass wir – ein bisschen zu spät, weil schnell noch ein Kaffee bei Elenas geholt werden musste – uns auch diese anhören. Ab und an siegt eben doch der gute Vorsatz, auch wenn zwischendurch noch schnell die Herausforderung bei Quizduell angenommen wird. „Psst.. was ist denn für Lemminge typisch? Werden die knapp 30cm groß, sind sie mit Wühlmäusen verwandt oder vor allem in Nordamerika heimisch? Schnell… ich will nicht gegen meinen Bruder verlieren!“, frage ich meine Nachbarin, die mir aber leider auch nicht weiterhelfen kann. !

Kurz danach ist dann die Vorlesung vorbei und wir machen uns auf den Weg in die Mensa, wo die heutigen Menüs auf allgemeine Zustimmung stoßen. So gestärkt und gekräftigt, laufen wir über den Campus zur letzten Veranstaltung des Tages. Eigentlich wollte ich heute meinen Fehltermin in diesem Seminar nehmen, aber da ich nächstes Mal ein Referat halten muss und noch eine Frage dazu an die Dozentin habe, schließe ich mich den anderen doch an. Glücklicherweise ist heute ein spannendes Thema an der Reihe, sodass ich meine Entscheidung nicht bereue. Während wir uns am Ende die Anwesenheit bestätigen lassen, planen wir schnell den gemeinsamen Abend, dann geht es nach Hause.

„Eigentlich ein richtig guter Tag gewesen“, denke ich mir und fahre in der schönen Nachmittagssonne los, „so darf es morgen auch wieder sein“!

Lisa, Hamburg

P.S.: Wen es interessiert: Lemminge sind mit den Wühlmäusen verwandt.

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