Forschungsaustausch Göteburg

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Die Idee am Forschungsaustausch teilzunehmen, hatte ich bereits in den ersten Semestern meines Medizinstudiums, doch aufgrund von Pflegepraktikum und Famulaturen geriet der Gedanke dann schnell in Vergessenheit, und war auch zeitlich gar nicht umzusetzen. Doch kurz vor dem 10. Semester wollte ich es dann doch nochmal wissen, und schaute mir die aktuellen Projekte an. Für mich war klar, dass es Richtung Nordeuropa gehen sollte, da Skandinavien schon seit langer Zeit eine große Anziehungskraft auf mich hat, und ich unbedingt mal dort hoch wollte. So kam es dann, dass ich mich schließlich für mehrere Projekte in Schweden bewarb und dann auch relativ schnell die Zusage für ein Projekt am psychologischen Institut an der Uni Göteborg erhielt. Die Vorfreude war natürlich riesengroß und ich begann sofort mit dem Schwedisch lernen, um wenigstens ein paar Worte in der Landessprache sprechen zu können, aber natürlich sprechen die Schweden ein sehr gutes Englisch und man kommt auch damit super durch das Land.

Da alles vom bvmd organisiert war, brauchte ich mich, außer um meine eigene Anreise, um nichts zu kümmern. Am Bahnhof wurde ich direkt von meinen Tutoren in Empfang genommen, die mich dann auch direkt zu meinem Zimmer brachten und den Weg zu meiner Arbeit zeigten. Also ein super Service J Die drei waren auch während meiner kompletten Zeit in Schweden immer erreichbar und für alle Sorgen, Probleme, Ideen, Anregungen und ähnliches erreichbar. Da der bvmd den Austausch komplett organisiert hatte, wurde mir sowohl das Zimmer als auch etwas Essensgeld zur Verfügung gestellt, was natürlich sehr schön war.

An meinem ersten Tag wurde ich unten an der Pforte von meiner Betreuerin abgeholt, und sofort hat sie sich erkundigt, ob es mir gut geht und ich auch gut angekommen bin. Dann gab es erstmal einen Kaffee und Kristina (meine Betreuerin) erklärte mir, worum es in meinem Projekt gehen sollte und was meine Aufgaben für die nächsten Wochen sein sollten. Dann gingen wir noch gemeinsam Mittagessen und dann war der erste Tag auch schon vorbei und ich hatte den Nachmittag Zeit, um Göteborg zu erkunden. Die nächsten Tage pendelte es sich so ein, dass wir uns morgens um 9 Uhr zu einer kurzen Besprechung trafen, um Fragen und Probleme zu klären, und dann ging jeder an seine Arbeit. Ich habe in meiner Zeit dort hauptsächlich statistische Auswertungen von bereits vorhandenen Daten gemacht, was auf den ersten Blick vielleicht etwas trocken klingt, aber mehr Spaß gemacht hat, als ich selbst vorher gedacht hatte, und mein statistisches Wissen deutlich aufgebessert hat, was ja auch nie schaden kann. Mittags trafen wir uns dann wieder zum Mittagsessen und dann durfte ich eigentlich gehen, wann ich wollte bzw. wenn ich mit meiner Arbeit fertig war. Prinzipiell konnte ich mir die Arbeit sehr flexibel einteilen und bei schönem Wetter auch gerne mal früher gehen. Einmal in der Woche gab es dann eine Besprechung mit der gesamten Arbeitsgruppe, wo die Ergebnisse der letzten Woche besprochen wurden. Da ich mich mit der Auswertung von Daten bezüglich Alkohol- und Nikotinabhängigkeit beschäftigte, organisierte meine Betreuerin auch Besuche in sogenannten Alkoholbehandlungszentren, wo ich mit den Mitarbeitern besprechen konnte wie Suchtbehandlung bei Ihnen abläuft. Außerdem konnte ich eine kleine Klinik in der Nähe von Göteborg besuchen, was meine Betreuerin ebenfalls für mich organisiert hatte, und wo ich ebenfalls sehr nett empfangen wurde. Zum Ende meines Aufenthaltes musste ich einen Vortrag über mein Projekt halten und dann war der Monat auch schon vorbei. Alles in allem war es eine super Zeit, in der ich eine Menge gelernt habe.

Neben der Arbeit blieb natürlich auch genug Zeit, um mir das Land anzuschauen. Schweden ist ein super schönes Land und gerade im Sommer gibt es in Göteborg und Umgebung unheimlich viel zu entdecken. Kristina hat sich super um mich gekümmert und diverse Ausflüge in die Umgebung organisiert, so waren wir zum Beispiel mit ihrer Familie mit dem Boot draußen in den Schären und fischen, im Wald wandern und in einem See schwimmen. Typisch schwedische Sachen 😉 Natürlich mit Verzehr der selbstgefangenen Fische, was sogar ich als „Nicht- Fischesser“ lecker fand. Auch die Leiterin der Arbeitsgruppe, Claudia, hatte uns zu einem Besuch bei ihr zu Hause eingeladen. Sie wohnt auf Styrsö, einer der Göteborger Schäreninseln, und wusste, dass ich als begeisterter Saltkråkanleser die Schären sehr schön finde. Als wir dort ankamen gab es erstmal ein Mittagsessen und dann ging es zur Ostsee eine Runde schwimmen (der Schwede schwimmt bei jeder Temperatur!) und wir wanderten quer über die Schäreninsel. Es war ein sehr schöner Ausflug und eine sehr nette Geste!

Weitere Ausflüge habe ich in Eigenregie mit Freuden in die nähere Umgebung gemacht. Wir waren mehrmals auf den Schären, in er Ostsee schwimmen und in Göteborg unterwegs. Außerdem habe ich ein Wochenende in Oslo bei einer Freundin verbracht, was auch auf jeden Fall zu empfehlen ist. Es gibt eine direkte Zugverbindung, die einen von Göteborg direkt nach Oslo bringt. Dort gibt es auf jeden Fall auch sehr viel zu entdecken. Auch kann man nach Stockholm fahren, was ich aber leider zeitlich nicht mehr geschafft habe…so ein Monat geht dann doch schneller als gedacht rum 😉

Alles in allem kann ich einen Forschungsaustausch über den bvmd nur empfehlen, es war alles super organisiert und meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Es war eine wundervolle Erfahrung, sowohl fachlich als auch persönlich und ich würde es jedes Mal wieder machen und uneingeschränkt empfehlen. Nutzt diese Möglichkeit und nehmt Euch in den Semesterferien die Zeit!

Eure Kerstin

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