Die erste große Tagung

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Seit 1,5 Jahren arbeite ich an einer Studie für meine Promotion. Alle Tests sind abgeschlossen und die Auswertung ist auch beendet. Eigentlich müsste ich die Doktorarbeit nur noch schreiben. Dann bekam ich aber eine Email von meinem Betreuer. Er schrieb, dass bald die „große“ Tagung ist und ich doch ein Poster vorstellen könnte. Grundsätzlich habe ich damit kein Problem. Nur ich bin echt ängstlich, wenn ich englisch reden soll. Ich habe mich in den Englisch-Stunden eigentlich nur mit dem Klatsch und Tratsch der Schule auseinander gesetzt. Also war meine erste Frage ob das Poster in Deutsch oder Englisch geschrieben und erklärt werden soll. Die Antwort war „Ja“ und so schrieb ich ihm, dass mein Englisch einfach zu schlecht wäre. Mein Betreuer war jedoch recht hartnäckig und meine Freunde redeten auch auf mich ein: „Schließlich ist es ja eine tolle Erfahrung“. Zwei Wochen später habe ich dann doch zugesagt.

Dann ging es los. Ich setzte mich langsam aber sicher damit auseinander was auf ein Poster muss und wie man es gestaltet etc. Ganze zwei Monate arbeitete ich in jeder freien Minute daran, obwohl es ja „nur“ ein Poster ist. Ich schrieb die Texte und bearbeitete Bilder und Abbildungen. Regelmäßig half mir mein Betreuer und schaute darüber. Dann überarbeitete ich es wieder. Zwei Wochen vor der Tagung war das Poster endlich fertig und ich stolz wie Oskar. Ich schrieb also eine Email mit der fertigen Datei an meinen Professor. Er war zufrieden und nahm nur minimale Änderungen vor. Dann antwortete er mir, dass ich noch ein Abstract schreiben sollte und einen Vortrag sollte ich auch vorbereiten. In diesem Moment stieg Panik in mir auf. Ich sollte vor englischsprachigen Zuhörern einen Vortrag in Englisch halten. Nie und nimmer würde ich einen stotterfreien Vortrag halten können. Aber zurück konnte ich nun auch nicht mehr. Also versuchte ich mich so gut wie möglich vorzubereiten, um mögliche Unsicherheiten so gering wie möglich zu halten.

Dann im November letztens Jahres war endlich die Tagung. Ich hatte vor Aufregung echt schlecht geschlafen und war sehr nervös. Aber dann war es wirklich ein schöner Moment zu sehen, dass andere sich für mein Thema interessieren und es toll finden. Es war interessant andere Poster zu sehen. Die Vorträge waren wirklich interessant und das Essen war auch echt gut.

Die Postervorstellung war auch weniger schlimm als gedacht. Niemand nimmt es einem übel, wenn man nicht perfekt Englisch spricht. Viel wichtiger ist das Thema an sich. Die „Götter“ der jeweiligen Fachbereiche sind auch nur Menschen. Ich habe Ihnen einfach mein Poster erklärt und versucht ihre Fragen zu beantworten. Es war eher ein Gespräch als ein Vortrag im eigentlichen Sinne. Im Nachhinein würde ich das jedem empfehlen der die Chance dazu hat. Es war wirklich eine tolle Erfahrung.

Eure Steffi

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