Als Vortragende beim International Liver Congress 2016

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Koffer gepackt und nichts vergessen? Noch einmal die Reiseunterlagen gecheckt, bevor die Haustür ins Schloss gezogen wird, vor allem aber wandert der Blick immer wieder auf die unscheinbare Plastikrolle, die unter meinem Arm klemmt, als ich mich auf den Weg zum Flughafen machte. Die darf ich unter keinen Umständen verlieren. Es beginnt nämlich nicht irgendeine Urlaubsreise, sondern meine erste Teilnahme an einem großen internationalen Kongress mit eigenem Beitrag – und dieser Beitrag, ein wissenschaftliches Poster, steckt in besagter Plastik-Posterrolle. Da lässt sich ein wenig Nervosität nicht vermeiden…

Bei dem Kongress handelt es sich um den International Liver Congress 2016 im April in Barcelona, der von der EASL (European Association for the Studies of the Liver) jährlich veranstaltet wird. Mit über 10 000 Teilnehmern aus mehr als 120 Nationen stellt dieser Kongress neben dem nordamerikanischen Pendant das größte Hepatologie-Meeting weltweit dar, zu dem daher auch die führenden Forscher im Bereich der Hepatologie anreisen. Zu allen Bereichen (Virushepatitis, Lebertumoren, allgemeine Hepatologie, cholestatische und autoimmune Lebererkrankungen, Leberzirrhose unterschiedlicher Genese und ihre Komplikationen) finden an vier Tagen Vorträge, Diskussionen und Postersessions statt.

Umso mehr hat es mich daher gefreut, als ich im Februar die Mitteilung erhielt, dass mein im November eingereichtes Abstract als Posterbeitrag „accepted“ sei und ich somit als Teilnehmerin in Barcelona dabei sein würde!

Die Vorbereitung verlief unkompliziert: die Registrierung bzw. Anmeldung als Teilnehmerin war erfolgt, eine Wohnung über Airbnb in Fußentfernung zum Kongressort war schnell gefunden, ebenso passende Flüge. Dann hieß es noch, das Poster zu erstellen. Hierbei profitierte ich davon, dass ich bereits Anfang des Jahres an einem nationalen Kongress teilgenommen hatte, sodass ich schon ungefähr wusste „wie der Hase läuft“. Unter Berücksichtigung der Formvorgaben – in Barcelona sah man vereinzelt immer wieder Poster, deren Ersteller anscheinend nicht so genau gelesen hatten und ihr hochformatiges Poster nun an den querformatigen Stand anbringen mussten, also Obacht! J – bastelte ich also meinen Beitrag, der nach einigen Korrekturen von meiner Betreuerin und meinem Doktorvater abgesegnet und anschließend gedruckt wurde. Ein tolles Gefühl, sein eigenes Poster in den Händen zu halten!

So reiste ich dann also zusammen mit noch ein paar anderen Wissenschaftlern aus unserem Institut auf die iberische Halbinsel. Obwohl es ja vorher bekannt war, dass es ein sehr großer Kongress sein würde, überwältigten mich die Dimensionen vor Ort dann doch. Solch große Hallen mit riesigen Videoleinwänden für die Vorträge, ein ganzer Wald aus Posterständen, eine riesige Industrieausstellung – und vor allem, so viele Leute!

Nahezu sämtliche Vorträge bzw. Redner, die ich über die Tage hörten, waren von sehr hoher Qualität, sodass man selbst komplizierteren Themen gut folgen konnte, wobei ich thematisch den Schwerpunkt bei autoimmunen und cholestatischen Lebererkrankungen setzte. Vor meiner eigenen Postersession am Samstag stieg die Nervosität noch einmal, aber glücklicherweise lief alles reibungslos, auch alle Fragen der Betrachter konnte ich beantworten, sodass es insgesamt ein sehr gelungener Kongress war, der mir viel Lust auf mehr gemacht hat!

Dass wir abends noch ein bisschen Barcelona kennen lernen konnten bei traumhaftem Frühlingswetter, inklusive Tapas und einem Barça-Champions-League-Spiel in einer original katalanischen Kneipe, war natürlich ein willkommener Nebeneffekt des Kongresses.

Kurzum: Wenn ihr selbst die Chance dazu bekommt, an solch einer Veranstaltung teilzunehmen, zögert nicht, sondern sagt zu und packt flugs die Koffer! J

Eure Lisa

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