Von einem der an eine kleine Klinik auszog

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Neben der bunten, hektischen und sehr stringenten Universitätsmedizin, gibt es, und zwar mengenmäßig viel stärker vertreten noch eine schier unendliche Menge an kleinen und mittelgroßen Krankhäusern, welche für viele Fachbereiche auch eine Lehrbefugnis besitzen und sehr offen für das Praktische Jahr werben.

So kann ich, bereits am Anfang dieses Beitrages, den Tipp geben, zumindest ein Tertial an einem der besagten „Kleinen Krankenhäuser“ zu absolvieren, denn hier spielt sich sozusagen die „wahre“ Medizin ab und hier sieht man die Krankheitsbilder, welche ein Großteil der Bevölkerung trifft und eben nicht die Kolibris oder Zebras.

Als ich meinen ersten Tag an einer kleinen Klinik hatte, zeigten sich bereits in den ersten Stunden die Unterschiede zum Großbetrieb Universitätsklinikum. Oberärzte bieten einem direkt bei Begrüßung das Du an, die OP Schwestern im OP freuen sich ehrlich, wenn ein neuer Student mehr oder weniger geschickt in die sterilen Handschuhe zu schlüpfen versucht und bereits nach wenigen Stunden wird man per Namen gerufen und es kommen nicht die üblichen Floskeln wie „Sie da, können Sie mal bitte hier Blut abnehmen“, oder „Schwester, der PJler macht das“.

Familiär trifft es wohl oft am besten, auch wenn man natürlich nicht in jeder Abteilung gleich herzlich empfangen wird. Ob nun Universitätsklinikum oder kleines 100 Bettenhaus im Bergischen, das komplette Spektrum der menschlichen Nettigkeiten und Unnettigkeiten kann einen überall treffen. Auch, wie schon angesprochen verändern sich die Zusammsetzungen der Krankheitsbilder auf den kleineren Stationen. Laufen einem in großen Kliniken haufenweise Patienten mit exotischen Autoimmunerkrankungen über den Weg, geht fast schon ein Raunen durch die Frühbesprechungen, wenn man mal einen Patient mit AIH Typ II sieht.

Beides hat seine Vorzüge, wobei die vermeintlich langweiligen 0/8/15 Krankheitsbilder fast schon wichtiger für uns PJler sind, denn hier brauchen wir Routine, hier müssen Therapieschemata aus dem FF ablaufen. Universitätsmedizin ist natürlich oft spannender und näher an Dr. House als die Appendizitis, aber mal ehrlich… die meisten von uns landen dann nun halt doch an einem Nicht-Universitätskrankenhaus.

Pascal

Foto: Pascal Sabellek
Foto: Pascal Sabellek
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