Und täglich grüßt der Latarjet– Teil II

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Zweiter Teil Famulaturbericht von Lukas Käsmann (Uni Lübeck, 7. Semester) bei Prof. Imhoff in der Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar vom 4.8.2014 bis 5.9.2014.

In der Sprechstunde:

In der Anfangszeit bin ich mit einem der Assistenzärzte mitgegangen, bis ich die Untersuchung, Abläufe und Dokumentation gewissenhaft durchführen konnte. In der Folge habe ich selbstständig Patienten in der Sprechstunde betreuen dürfen.

Hier lernte man unglaublich interessante Geschichten kennen – vom niederländischen Fußballspieler mit VKB-Ruptur über russische Musiker mit SLAP-Läsion und Sportstudenten mit anteroinferiorer Schulterinstabilität.

Besonders zur Chefarztsprechstunde fliegen viele arabische Patienten ein, die sich von Prof. Imhoff beraten lassen wollen. Bei diesem speziellen Patientenkreis ist interkulturelle Sensibilität gefragt, da man allein für die klinische Untersuchung viel Verständnis und Geduld für ethische und religiöse Vorstellungen aufbringen muss.

Insgesamt ist die Abteilung auf folgende Gelenke spezialisiert: Ellenbogen, Schulter, Knie, OSG und bietet damit ein ungewöhnlich breites Feld auf höchstem Niveau in der Sportorthopädie an.

Auf Station:

Hier gab es viel Arbeit mit den stationären Patienten. Tägliche Routineaufgaben waren Blutentnahmen, Verbandswechsel, Entfernung der Dränagen und das Legen peripherer Venenkatheter. Weiterhin konnte ich die Arztbriefe und Reha-Anträge schreiben.

Auch die Aufklärung des Patienten findet auf Station statt. Dazu gehört eine genaue Anamnese, eine klinische Untersuchung und Evaluation der radiologischen Befunde. Danach erfolgt eine ausführliche Aufklärung zu Operation, Risiken und Thromboseprophylaxe durch den (Assistenz)-Arzt.

Im OP:

Für mich eines der Hauptargumente für die Famulatur: 90% der Operationen erfolgen arthroskopisch. Durschnittlich finden in zwei Operationssälen insgesamt sechs bis acht OP`s pro Tag statt.

Neben Operationen an Schulter und Ellenbogen standen auch regelmässig Knie und OSG auf dem Plan.

Das tägliche Programm bestand aus mindestens zwei Rotatorenmanschetten-Rekonstruktionen (SSP/ISP oder SSC), bei denen ich gerne assistierte und so den für mich noch ungewohnten Blick auf die Schulteranatomie verbessern konnte.

Dazu kamen einige MPFL-Fixationen am Knie und fast täglich eine Umstellungsosteotomie des Femurs oder der Tibia (DFO/HTO).

Warum würde ich diese Famulatur empfehlen?

Zuerst ist das Team von Prof. Imhoff zu loben: In einer sehr angenehmen Arbeitsatmosphäre kann man hier viel Lernen. Vom Assistenzarzt bis zum Chefarzt sind alle bemüht, den Famulanten und PJler ihr Wissen zu vermitteln.

Da man einige Zeit braucht um die Arbeitsabläufe und Dokumentationen zu verstehen und man alle Arbeitsbereiche (Sprechstunde, Station, OP) nicht nur einmal gesehen haben sollte, würde ich eine Famulatur von mindestens 3 Wochen anraten.

Ich habe mich im Team von Prof. Imhoff stets wertgeschätzt gefühlt und würde jedem eine Famulatur in dieser Abteilung empfehlen.

Lukas, Lübeck

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