PJ in der Radiologie

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100 Tage lernen, kreuzen, lernen, kreuzen, lernen, kreuzen…am Anfang stand einfach nur ein riesiger Berg vor mir. Ich hatte nicht wirklich Lust, ihn überhaupt zu erklimmen. Doch dann ging’s ganz schnell. Auch die drei Prüfungstage verflogen und die Zeit zwischen Examen und PJ hätten ruhig ein bisschen länger sein können. Aber die ganze Bergtour hat sich gelohnt. Die Perspektive hier ist einfach klasse. Alles neu. Neue Stadt. Neue Menschen. Eine neue Abteilung. Eine neue Position. Oft liegt ja gerade im Neuen die Faszination. Die Spannung zwischen Überforderung und Anforderung. Mir geht durch den Kopf: „Wie stelle ich mich vor und bei wem überhaupt? Wie soll ich mir alle Namen merken? Wie finde ich mich im Krankenhaus zurecht? Wer ist denn mein Ansprechpartner? Was darf ich? Was soll ich? Was mach ich, wenn ich nicht kann, was ich soll?“ All diese Sorgen waren für die Radiologie im DIAKO Flensburg gar nicht angebracht.

Nach einer längeren Anreise mit Fernbus, Zug, Bus und Fahrrad, kam ich am ersten Arbeitstag in Flensburg an. Im Krankenhaus wurde ich zusammen mit einer Handvoll weiteren PJlern sehr freundlich begrüßt. Zusammen haben wir dann den „Bürokram“ erledigt und Kittel ausgeliehen, bevor jeder zu seiner Abteilung gebracht wurde. Die Sekretärin der Radiologie hat mich sofort an die Hand genommen, mir die Abteilung gezeigt und einen Schlüssel organisiert. Eine Assistenzärztin hat mich dann allen Kollegen vorgestellt und mit mir besprochen, was ich gerne lernen würde in meiner Zeit hier. Ich hatte das Gefühl, dass ich sehr willkommen bin. „Frag einfach immer nach! Selbst, wenn du fünfmal die gleiche Frage stellst. Das macht nichts.“ Und so ist es auch. Einfach cool.

Jeden Tag gibt es diverse radiologische Visiten, die ich natürlich besuchen darf. Es gibt immer einen freien Befundungsarbeitsplatz für mich. Ich kann mir also jeden Tag überlegen, welche Bilder ich mir ansehen möchte, darf sie dann auch selbst befunden und später besprechen. Natürlich kann ich auch in der interventionellen Radiologie viel sehen und darf sogar assistieren. Wenn ich will, führe ich Aufklärungsgespräche durch oder lege Zugänge. Aber das ist nicht verpflichtend. Ich darf wirklich einfach das machen, was mich gerade interessiert.

Im DIAKO darf man während des PJs auch in andere Fachabteilungen reinschnuppern. Eine richtig gute Chance. So sehe ich beispielsweise einen Hirntumor in der Bildgebung und kann nach einem kurzen Anruf die neurochirurgische OP genau dieses Patienten mitverfolgen. Hier ist das PJ wirklich für einen selbst da. Zum Lernen. Zum Entdecken. Zum Ausprobieren. Ich werde nicht als zusätzliche Arbeitskraft eingesetzt, muss keine liegen gebliebenen Blutentnahmen oder Botengänge verrichten und bekomme sehr viel erklärt.

Ricarda PJ Flensburg2

Und auch eine neue Stadt zu entdecken, macht natürlich Spaß. Mit Flensburg habe ich es da auch gut getroffen. Ich war vorher nie dort und hatte auch kaum etwas über Flensburg gehört. Die Stadt ist wirklich schön, wurde nicht zerstört im Krieg. Das Wasser. Der Hafen. Die Nähe zu Dänemark. Das gefällt mir schon sehr. Und neue Leute kennenzulernen, ist auch gar kein Problem. Die anderen PJler kannten sich untereinander zum größten Teil auch nicht. Alle waren also in der gleichen Situation. Wir wohnen zusammen in Wohnungen des Krankenhauses. Man ist einfach nicht alleine. Und über Sport und Musik habe ich auch leicht noch weitere Leute in Flensburg kennengelernt. Ich kann es echt jedem empfehlen, im PJ nochmal was völlig Neues auszuprobieren. Wann hat man sonst nochmal die Chance? Selbst wenn‘s nicht perfekt ist, gehen vier Monate ja auch schnell rum. Insgesamt kann man sich als Medizinstudent aus meiner Sicht echt auf das PJ freuen. Da lohnt sich der Anstieg für das Examen auf jeden Fall!!!

Eure Ricarda
Ricarda Schwarz-DEF

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