PJ auf der Anästhesie in Murnau

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Im Juni startete ich mein klinisch praktisches Jahr auf der Anästhesie am BGU in Murnau am Staffelsee (Bayern). Obwohl auch im 9. und 10. Semester schon die meisten Praktika direkt an der Uniklinik stattfanden, freute ich mich, endlich mal für längere Zeit Klinikerfahrung sammeln zu dürfen.

Im Vorfeld organisierte ich mir meine PJ-Stelle auf der Anästhesie und eine Unterkunft in Murnau (5 Minuten zu Fuß zur Klinik). Meine Entscheidung fiel auf das BGU in Murnau, weil es ein relativ großes Klinikum mit vielen verschiedenen, vor allem chirurgischen Fachdisziplinen, ist und man somit auf der Anästhesie auch Einblicke in mehrere chirurgische Fächer auf einmal gewinnen kann. Außerdem gibt es dort noch eine HBO-Kammer (Hyperbare Sauerstoffkammer), die eine weitere nicht alltägliche Attraktion für mich war, sowie ein Brandband und eine spezielle Abteilung für Querschnittspatienten.

Am ersten Tag wurde ich freundlich willkommen geheißen und die Sekretärin kümmerte sich um mich, sodass ich alle Förmlichkeiten ohne Schwierigkeiten erledigen konnte. Dann ging es schon ab in den OP. Ich wurde einer Anästhesistin zugeteilt. Dies war wirklich super, denn so kannten wir uns und meine Mentorin wusste somit, was ich schon konnte und woran noch zu arbeiten ist.

Die Organisation war super. Ging die erste OP dem Ende zu, wurde bereits der nächste Patient für die Einleitung bestellt. So waren grundsätzlich wenige Zeiten, in denen nicht gerade etwas zu tun war. Während der Einleitung konnte ich mit jedem Mal etwas mehr selbst übernehmen, von Bebeuteln, Leitung legen über die Beatmungseinstellung bis hin zur Intubation. Die Zeit für ein stärkendes, zweites Frühstück am Vormittag hatten wir trotz des nahtlosen Übergangs an den meisten Tagen.

Da die Schockräume auch von der Anästhesie mit betreut wurden, hatte ich auch die Möglichkeit mehrmals bei Notfällen dabei zu sein und das Schockraumprocedere mitzuerleben. Auch die HBO-Kammer ließ ich mir auf keinen Fall entgehen. Ein sehr engagierter Anästhesist nahm sich einen ganzen Tag Zeit und erklärte mir alles bis ins Detail, auch sehr verständlich mit Patientenbeispielen. Das Outcome konnte ich in manchen Fällen dann selbst sehen. Die Anwendungen sind viel breiter als nur der klassische Tauchunfall, auch Weichteildefekte profitieren wirklich sehr von dieser Behandlung. Darüber hinaus werden auch Patienten mit Verbrennungen in Murnau super versorgt, eingangs wird der ganze Patient im Brandbad (unter Narkose) gewaschen und die Verbrennungen begutachtet und erstversorgt (von den plastischen Chirurgen), spätere sekundäre Eingriffe (wenn nötig) konnte ich dann im OP mitverfolgen.

Zwischen 16-18 Uhr war dann meist Schluss. In der Freizeit kann einem in Murnau auch ganz bestimmt nicht langweilig werden. Man ist sofort in den Bergen, kann gute Wandertouren, Laufrouten, Radtouren oder auch einfach einen gemütlichen Abend am See (es sind viele sehr schöne Seen in der Umgebung) oder in dem schönen Zentrum von Murnau verbringen.

Ich hatte eine wunderbare Zeit am BGU in Murnau und möchte mich auch an dieser Stelle nochmals herzlich bei meiner Mentorin, bei der ich wirklich sehr viel gelernt habe, sowohl praktisch als auch theoretisch (während einer längeren OP hat man ja in den meisten Fällen etwas Zeit gewisse Dinge genauer zu besprechen) bedanken. Ich kann einen Aufenthalt am BGU in Murnau auf der Anästhesie wirklich nur jedem weiterempfehlen, der Interesse an diesem Fach zeigt und der vielleicht auch mal in eine etwas grünere, sehr erholsame Gegend will.

Eure Stephanie

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