Famulatur Pädiatrie Traunstein

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Ich studiere in Innsbruck Humanmedizin. Meine Pflichtfamulaturen habe ich bereits erledigt, dennoch wollte ich mir die Chance nicht entgehen lassen, ein weiteres Mal Einblick in den Alltag der Kliniker zu bekommen. Deshalb nutzte ich im Mai die Gelegenheit und absolvierte eine zweiwöchige Famulatur auf der Kinderstation im Traunsteiner Krankenhaus. Im Januar hatte ich bereits ein Praktikum auf der Pädiatrie in Schwarzach gemacht, aber ich wollte im Vergleich noch den Ablauf einer zweiten Kinderabteilung kennenlernen.

Gleich nachdem alles Organisatorische (Studienbestätigung, Dienstkleidung, Essenskarte, Nachweis von Impfungen, usw.) erledigt war, wurde ich den diensthabenden Assistenzärzten auf der Kleinkinderstation zugeteilt. Die ersten Tage nutzte ich dazu, den Ablauf auf der Pädiatrie besser kennenzulernen, denn von Krankenhaus zu Krankenhaus gibt es andere Systeme. Natürlich durfte ich, wo es möglich war, mit untersuchen und selbst auf Lunge und Herz hören und in Ohren und Mund schauen. Spannend für mich war auch die Kind-Eltern-Arzt-Interaktion. Jeder handhabt diesen grundlegenden Teil des Patientenkontakts anders und man kann in diesem Bereich sehr viel von erfahreneren Ärzten lernen. Nachdem ich einige Male unter Aufsicht die OP-Kinder statuiert hatte, wurde dieser Ablauf meist zu meiner Aufgabe. Allerdings ließ ich immer noch einen Assistenzarzt auf Lunge und Herz hören und in Mund und Ohren sehen, um mir meinem Befund bestätigen zu lassen. Dasselbe galt für jene Kinder, die von der Kinderchirurgie zur Überwachung geschickt wurden, um eine Nacht oder länger – aufgrund von einer Gehirnerschütterung zum Beispiel – stationär aufgenommen zu werden.

Besonders spannend für mich waren die tägliche Morgenbesprechungen und die Visite.

Da die Pädiatrie in Traunstein ein sehr großes Einzugsgebiet hat, sieht man sehr viele verschiedene Krankheitsbilder. Von banalen Verletzungen und Krankheiten, wie Gehirnerschütterung oder Scharlach, über epileptische Krankheitsbilder, bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen, wie Gehirntumore, war alles dabei.

Ein Highlight für mich war die Beurteilung eines Neugeborenen nach einer Sektio. Das Neugeborene wurde sofort nach der Geburt gebracht und unter der Wärmelampe abgetrocknet und auf Fehlbildungen untersucht. Außerdem wurde wie üblich der APGAR Score 1, 5 und 10 Minuten nach der Geburt erhoben. Es war ein reifes und gesundes Mädchen, das nach der Neugeborenen-Untersuchung den überglücklichen Eltern übergeben werden konnte.

Ich bin sehr froh, diese Famulatur gemacht zu haben und kann die Pädiatrie in Traunstein jedem weiterempfehlen, der sich für dieses Fach interessiert. Alle, wirklich alle, waren sehr hilfsbereit und bereit einem alles, was man wissen wollte zu erklären. Außerdem hat man die Möglichkeit (auch als Famulant) jede Woche eine Fortbildung zu besuchen. Jedes Mal wird über ein anderes Thema von einem der Traunsteiner Pädiater referiert. Des Weiteren findet wöchentlich ein so genannter „Journal-Club“ statt, bei dem auch StudentInnen gerne gesehen werden.

Mir persönlich hat diese Famulatur sehr viel gebracht, nicht nur das intensive Üben, sondern auch der Vergleich zu einer anderen Kinderstation war für mich beeindruckend. Nicht zu vergessen ist, dass man nach der Arbeit und am Wochenende unzählige Freizeitmöglichkeiten hat. Ob eine schöne Wanderung in den Chiemgauer Alpen, eine gemütliche Radtour oder einfach am Chiemsee mit Freunden zusammensitzen, da ist wohl für jeden etwas dabei.

Eure Stephanie

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