Famulatur in Österreich- Urlaub mit Nützlichem verbinden

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Ich gehöre zu den Menschen, die ab und zu das Fernweh packt. So liebe ich es, meine Semesterferien an Orten zu verbringen, an denen ich vorher noch nie gewesen bin.

Im März 2015 sollte ein neuer, kleiner, romantischer Ort hinzukommen, den ich sehr gut in Erinnerung behalten werde. Zur Beruhigung der Nerven meiner Mutter, blieb ich in Europa. Es ging in eines unserer wunderschönen Nachbarländer. Nach Österreich. Eine sehr gute Kommilitonin fragte mich zu Beginn des 6. Semesters, ob ich nicht Lust hätte die Winterferien in einem Skigebiet zu verbringen und gleichzeitig eine Famulatur zu absolvieren. Ab diesem Zeitpunkt ging alles ganz schnell. Ich setzte mich zuhause an den Rechner und suchte nach Krankenhäusern in Österreich, in einem schönen Skigebiet, mit kostenloser Unterbringung.

Ich wurde sehr schnell fündig. So bewarben wir uns im Kreiskrankenhaus „Sankt Johann in Tirol“, wurden rasch akzeptiert und bekamen eine Unterkunft in einem extra für Studenten gemieteten Wohnhaus direkt am Krankenhaus geboten. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, erklärte uns die Sekretärin. Später stellten wir fest, dass es einige nicht so gut erwischt hatten und ihre Unterkunft, durchschnittlich 500€ im Monat, selbst zahlen mussten. Ein Mittagessen und die Arbeitskleidung wurden zu unserer Begeisterung ebenso vom Haus gestellt.

Ich verbrachte zwei spannende Wochen in der Anästhesie, um danach für zwei weitere Wochen in die Gynäkologie zu wechseln. In der Anästhesie empfing mich ein unheimlich, positives, angenehmes Arbeitsklima. Die meisten waren offen und motiviert, mir viel zu erklären und ließen mich im Sinne von „learning by doing“ selbst machen. So lernte ich, Zugänge zu legen, Patienten zu verkabeln, zu intubieren, Beatmungen einzustellen, zu lagern, Urinkatheter zu legen und bekam nach und nach eine Übersicht über die wichtigsten, in der Anästhesie verwendeten Medikamente.

Des Weiteren durfte ich einen Tag mit dem NEF mitfahren, sowie einen Einblick in die präoperative, anästhesiologische Aufklärung gewinnen.

In der Gynäkologie bekam ich die Möglichkeit, Abschlussuntersuchungen von Wöchnerinnen durchzuführen und in der Ambulanz dazuzulernen, Abstriche zu machen und Blut abzunehmen. Highlight war das Zusehen bei meiner ersten, spontanen Geburt mit Vakuumextraktion und die erste Assistenz bei einer Sectio.

Dadurch, dass man als Famulant regelmäßig im OP Saal als Assistenz eingesetzt wird, übte ich mich in der Kameraführung bei laparoskopischen Operationen, tastete zum ersten Mal eine Portio und bekam einen sehr guten Einblick in die häufigsten, gynäkologischen Operationen. Von Hysterektomien, über Sectiones, zu rupturierten Ovarialzysten und Curretages- von allem etwas.

Abgesehen vom Klinikalltag genossen wir natürlich in vollen Zügen unsere Freizeit. Gemeinsam mit den anderen Studenten unternahmen wir Wanderausflüge und gingen regelmäßig Ski fahren und joggen. Österreich bietet unheimlich viel Natur und Outdoor Freizeitspaß. Kulinarisch genossen wir Germknödel und Apfelstrudel mit Vanillesoße und die leckeren, herzhaften Knödel aller Art und Fleischgerichte.

Kurz vor unserer Abreise planten wir einen Städtetrip und entdeckten Salzburg und Innsbruck. Traumhafte Städte mit kleiner Altstadt und leckerer österreichischer Küche.

Die Famulatur war sowohl vom praktischen und theoretischen Wissenszuwachs, als auch als schöne Auszeit zum Kopf frei bekommen, absolut lohnenswert!

Eure Johanna

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