Famulatur – Allgemeinchirurgie

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Meine erste Famulatur habe ich nach dem ersten klinischen Semester gemacht, obwohl ich noch kein einziges wirklich klinisches Fach, geschweige denn ein chirurgisches Fach gehabt habe.

Vielleicht war das nicht die allerbeste Idee, denn es fehlt einfach das Vorwissen, um von diesem Praktikum richtig profitieren zu können – andererseits muss man sich dann auch fragen, welche Famulatur in welcher Reihenfolge am meisten Sinn macht.

Während meines klinischen Studienabschnittes war es so, dass man insgesamt vier Famulaturen mit jeweils 30 Tagen absolvieren musste. Diese durfte man sich wie folgt aufteilen:

  • 2 Krankenhausfamulaturen
  • 1 Praxisfamulatur bei einem niedergelassenen Arzt oder alternativ eine Famulatur in einer Ambulanz eines Krankenhauses
  • 1 Hausarztfamulatur

Auch wenn ich damals noch nicht genau wusste was ich nach dem Studium für eine Fachrichtung machen möchte, wusste ich schon, dass ich auf jeden Fall eine chirurgische und internistische Famulatur machen möchte. So habe ich mich damals für das Krankenhaus und die Station entschieden, auf der ich unter anderem auch schon das Pflegepraktikum absolviert hatte (peripheres, kleines Haus). Der Vorteil war, dass ich schon einige der Ärzte kannte und ich mir so erhoffte etwas mehr zu lernen, als wenn man „fremd“ ist. Leider haben noch mehrere die Idee mit der Famulatur auf dieser Station gehabt, sodass wir schlussendlich zu viele Studenten waren, was ich sehr schade fand. Dennoch hatte ich tatsächlich den Vorteil, dass man mich schon kannte und somit öfters mal in den OP mitgenommen hat.

–> Tipp für euch: Fragt vielleicht bei der Bewerbung nach wieviele Studenten pro Station eingeteilt sind, so könnt ihr abschätzen, ob ihr von der Famulatur profitieren könnt oder ihr euch gegenseitig auf die Füße tritt.

Der Vorteil wenn man sich bei der ersten Famulatur für ein chirurgischen Fach entscheidet, ist, dass die Patienten im Normalfall jünger und dementsprechend auch einfach sind zu stechen (verglichen zu internistischen Patienten), gerade für Blutabnahmen und dem legen periphervenöser Zugänge. Somit eignet sich dies besser bei diesen Tätigkeiten Erfahrung zu sammeln. Auch die Anamneseerhebung und körperliche Untersuchung gestaltet sich etwas einfacher. Zusätzlich ist es ein großartiger Motivationsschub, wenn man, obwohl man noch in den Kinderschuhen steckt, auch mal ein Messer in die Hand bekommt oder mal was zunähen darf. Die Tagesabläufe auf einer chirurgischen Station sind wahrscheinlich überall gleich: Man beginnt früh morgens, meist so gegen 7 mit der (ultrakurzen) Visite, danach folgen die Blutabnahmen und die venösen Zugänge für die Patienten, die für die OP drankommen. Dann geht es weiter mit der Aufnahme von den neuen stationären Patienten. Wenn man im OP dabei ist, macht es Sinn, wenn man sich schon am Vortag den OP Plan des Folgetages anschaut und ggf. sich zu Hause schon mit den Krankheitsbilder und den OP Schritten (im groben) beschäftigt, sodass man während der OP auch weiß, was der Operateur gerade macht und warum. Wenn man auf der Station ist, empfiehlt es sich, sofern möglich, in die Ambulanz zu gehen und dort ein paar Eindrücke zu sammeln (Untersuchungsmethoden, Sonografie etc.), denn eine Ambulanz eignet sich immer um was zu lernen.

–> Für welches chirurgische Fach man sich entscheidet, hängt natürlich vom eigenen Interesse und davon ab wie weit man im Studium ist und ob man das eine oder andere chirurgische Fach vielleicht schon während des Semesters hatte. Somit eignet sich dieses dann natürlich bei entsprechendem Interesse auch vom praktischen Aspekt her anzuschauen.

–> Für welche Reihenfolge man sich entscheidet, ist auch schwer zu sagen. Wahrscheinlich würde ich jetzt im Nachhinein die Praxisfamulatur ganz an den Anfang stellen.

–> Was ich aber empfehlen kann, ist, so früh wie möglich mit den Famulaturen zu beginnen. Je weiter man im Studium kommt, umso mehr hat man nebenbei zu tun (Doktorarbeit, Arbeit, Examen etc.) und gegen Ende ist man froh, wenn man die lernfreie Zeit anders nutzen kann.

Somit wünsche ich euch viel Spaß und Freude bei den Famulaturen.

Eure Eva

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