Als hellster Kopf zum Röntgenkongress nach Hamburg

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Bei uns in Erlangen kommt die Radiologie in der vorgesehenen Lehre leider viel zu kurz. Sie tritt als gelegentlich Randnotiz in anderen Fächern auf und muss sich ansonsten stiefkindlich zusammen mit der Nuklearmedizin und der Strahlentherapie eine 5-tägige Eingangsblockveranstaltung teilen. Meiner Meinung nach viel zu wenig, denn die Bildgebung ist im klinischen Alltag ein wichtiger Dreh und Angelpunkt. Man muss oft selbst kurzfristig Entscheidungen anhand von Röntgenbildern treffen und kann nicht stundenlang warten, bis ein Radiologe es befundet hat. Wenn man sich erst dann damit auseinandersetzt ist das natürlich nicht optimal.

Daher habe ich das Wahlfach „klinische Radiologie“ belegt. Im Rahmen des Wahlfaches wurde uns ein Kongress-Stipendium namens „Hellste Köpfe für die Radiologie“ für den Röntgenkongress in Hamburg angeboten. Es beinhaltet das Zugticket für Hin-und Rückfahrt, eine 4-tägige Unterkunft in einer Jugendherberge nahe der Reeperbahn, Eintrittskarten für 2 Gesellschaftsabende, wobei der eine extra für Studenten ausgerichtet ist und eine hübsche Ledermappe mit einem Block für Notizen. Die Übernahme der Reise- und Übernachtungskosten ist nicht nur sehr großzügig, zusätzlich wird aber auch noch ein spezielles Vortragsprogramm, das besonders auf die studentischen Belange zugeschnitten ist, angeboten. Man bekommt quasi ein Rundum-Sorglos-Paket.

Der Kongress selbst findet im Hamburger Kongresszentrum statt und ist schlichtweg riesig. Allein die Industrieausstellung umfasst 2 Hallen und man muss wirklich aufpassen, dass man die ganzen Werbegeschenke noch irgendwie nach Hause tragen kann. Um sich zu Recht zu finden gibt es sogar eine eigene App fürs Smartphone. Das Programmheft ist so dick wie ein Taschenbuch. Alle Vorträge anzuhören ist natürlich unmöglich. Deswegen empfiehlt sich vorher zu planen, wo gerade etwas angeboten wird was einen interessiert. Die Vorträge sind bunt gemischt, so dass für jeden etwas dabei ist. Von ausgefallenen Studienmodellen bei denen z.B. ein Radiologe in einem mit MRT ausgestatteten Wohnmobil einer Horde Dauerläufer hinterhergefahren ist, um in regelmäßigen Abständen Kernspinbilder ihrer Knie zu machen, bis hin zum „Fit für den Facharzt“-Lernkurs ist alles dabei. Ein besonderes Highlight sind die beiden Gesellschaftsabende, die immer in besonderem Ambiente abgehalten werden. Während die offizielle Abendveranstaltung für alle Kongressteilnehmer sehr groß und pompös daher kommt ist es bei der meist am nächsten Tag stattfindenden Studentenfeier wesentlich familiärer. Buffet mit genügend leckeren Sachen um satt zu werden gab es natürlich bei beiden. Es waren ca. 200 Stipendiaten anwesend, die am „Hellste Köpfe“ Programm mitmachen konnten und von überall aus Deutschland kamen. Man konnte Kontakte knüpfen und sich austauschen.

Ich kann jedem nur empfehlen, der sich dafür interessiert, einmal im Institut für Radiologie der Uni anzufragen, ob eine Teilnahme möglich wäre. Es ist wirklich eine super Erfahrung und hat mir riesen Spaß gemacht.

Eure Kathrin

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