Ersti-Hilfe-Tipps unter der Lupe

Kaum hält man den lang ersehnten Zulassungsbescheid in den Händen, hört man gefragt oder ungefragt Meinungen von allen Seiten. Schließlich kennt jeder irgendwen, der irgendwann einmal studiert hat und in den Medien hört man ja auch so einiges. All diese Ratschläge sind gut gemeint, doch gerade in den ersten Wochen und Monaten des Studiums wird man von neuen Eindrücken regelrecht überflutet. Es ist nicht leicht, den Überblick zu bewahren und zu filtern, was wirklich wichtig ist. Damit du dich auf diese Situation vorbereiten kannst, habe ich ein paar typische Ersti-Tipps unter die Lupe genommen.

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Photo courtesy of Elsevier / Colourbox

1. Tipps von Familie und Freunde

Die guten Neuigkeiten wirst du wahrscheinlich nicht lange für dich behalten und zunächst mit den Menschen teilen, die dir nahestehen. Verständlicherweise geben alle ihr Bestes, um dich beim Start in den neuen Lebensabschnitt zu unterstützen. Der wertvollste Rat, den dir Familie und Freunde geben können, lautet: melde dich, wenn du Hilfe brauchst. Dir einzugestehen, dass du gerade nicht weiterweißt, fällt dir vielleicht schwer. Denn so manches hast du dir vor ein paar Wochen noch ganz anders vorgestellt. Doch genau dies ist enorm wichtig. Spring über deinen Schatten und nimm Hilfe an – sei es, dass das Geld am Monatsende knapp wird oder dass du einfach einmal über etwas anderes als den aktuellen Lernstoff reden möchtest!

2. Nutze offizielle Quellen

Als nächstes wirst du wohl alle Informationen sammeln, die du online finden kannst. Lass dich hierbei nicht von anonymen Forenbeiträgen abschrecken, sondern informiere dich zunächst auf offiziellen Seiten deiner Fakultät sowie der zuständigen Fachschaft über den Ablauf des Studiums, die Fächerreihenfolge und notwendige Formalitäten. Sehr hilfreich ist, wenn du dir im Vorfeld die wichtigsten Orte wie zum Beispiel den Hörsaal der Einführungsveranstaltung, die Bibliothek und die Mensa bereits in aller Ruhe anschauen kannst. Informiere dich außerdem, ob es an deiner Universität Erstitutoren oder Mentoren gibt. Das sind Studierende höherer Semester, die dich begleiten und denen du ganz offiziell Löcher in den Bauch fragen darfst.

3. Frage Studierende höherer Semester

Da wären wir auch schon beim nächsten Punkt. Spätestens, wenn die ersten Prüfungen anstehen, verbreiten sich verschiedenste Gerüchte, welches die besten Lernmethoden und -materialien seien und viele Studierende höherer Semester stehen gerne mit Ratschlägen zur Seite. Hier empfehle ich dir dringend, die Informationen gut zu filtern und dich immer wieder bei offiziellen Stellen zu versichern. So kommt es beispielsweise nicht selten vor, dass in einem Fach die Prüfungsform gewechselt wird – von schriftlich zu mündlich oder umgekehrt. Die Vorbereitung muss dann entsprechend angepasst werden. Außerdem wechselt von Zeit zu Zeit die Person, die für die Erstellung der Prüfung zuständig ist. So kann es sein, dass ein neuer Klausurverantwortlicher andere Schwerpunkte setzt oder sich vielleicht sogar an einem neuen Lehrbuch orientiert. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist auch, dass jeder individuell lernt. Daher sollte man Gehörtes nicht einfach 1:1 zu übernehmen. Besser ist: aufmerksam sein, Tipps mitnehmen und gegenprüfen!

4. Lehrende und Lernen

Selbstverständlich lernst du mit dem Studienbeginn ein ganz neues Umfeld und auch in jedem Fach mindestens eine Dozentin oder einen Dozenten kennen. Manches hört sich anfänglich sehr streng an, doch du kannst den Dozenten vertrauen. Die allermeisten wollen dich bestmöglich durch das Studium begleiten und im Idealfall bringen sie auch schon einige Erfahrung mit. Es lohnt sich, Ihnen aufmerksam zuzuhören und zu überlegen, welche ihrer Ratschläge man in den eigenen Alltag integrieren kann. Der beste Dozententipp, den ich aus dem ersten Semester mitgenommen habe, stammt von einem klugen Professor, vor dem ich allergrößten Respekt habe: Zunächst sollte man lernen, wie man lernt. Das klingt vielleicht banal, ist aber letztendlich ganz entscheidend. Ein fächerübergreifendes und vorausschauendes Lernen ist Gold wert – das merkst du allerspätestens, wenn das erste Staatsexamen vor der Tür steht und die Fächer nicht mehr getrennt, sondern in ihrer Gesamtheit geprüft werden. Deshalb: Sei mutig, blicke über den Tellerrand hinaus und hör niemals auf, neugierig zu sein!

5. Persönlicher Tipp

Wenn ich mir schon anmaße, über die Ratschläge anderer zu urteilen, muss ich natürlich so mutig sein, dir auch einen Tipp mit auf den Weg zu geben. Deshalb verrate ich dir: Gute Organisation ist mindestens die halbe Miete! Informiere dich immer rechtzeitig, wo sich der nächste Kursraum befindet und welche Prüfung als nächstes ansteht. Zögere nicht heraus, was du erledigen kannst. Das gilt für Krankenpflegepraktikum und Erste-Hilfe-Kurs genauso wie für das Belegen eines Wahlfachs oder die Erledigung einer Hausarbeit.

Und zu guter Letzt: Hör auf dein Herz. Sei offen für Neues und hab Vertrauen, dass du deinen ganz eigenen Weg findest! Viel Erfolg und Freude im Medizinstudium!

Eure Aranka


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