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Prüfungsvorbereitungstipps 3. Stex

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Zehn Tipps zur Vorbereitung auf das 3. Staatsexamen

  1. Im PJ-Unterricht gut aufpassen: Dieser Punkt ist besonders wichtig, wenn man in einem peripheren Krankenhaus geprüft wird, da ja dann meist bekannt ist, wer die Prüfer sind (in der Regel die Chefärzte der jeweiligen Klinik) und die Prüfer selbst oft den PJ-Unterricht leiten. Häufig wird auch im Staatsexamen genau das gefragt, was der jeweilige Prüfer auch während seines Unterrichts besprochen hat. Wenn man also viel mitschreibt und gut zuhört, kann man anschließend die Unterlagen sehr gut zur konkreten Prüfungsvorbereitung verwenden.
  2. Prüfungsprotokolle rechtzeitig besorgen: Die Prüfungsprotokolle, die es ja an den meisten Unis bei der Fachschaft gibt, sind essentiell zum Lernen. Auch wenn man nur in vier Fächern geprüft wird, ist es unmöglich, am Ende des PJs alles lernen zu können was eventuell gefragt werden könnte. Deswegen ist es wichtig, anhand der Prüfungsprotokolle das Lernen zu strukturieren. Am besten geht man am Anfang alle Protokolle durch und verschafft sich eine Übersicht. Am Beispiel von Viszeralchirurgie würde das dann folgendermaßen aussehen: Man nimmt Blätter und schreibt dann auf die erste Seite Ösophagus, auf die Rückseite Magen, auf ein neues Blatt dann Dünndarm, Dickdarm, Proktologie, Leber etc. Anschließend geht man das Protokoll durch und notiert dann jeweils unter das Überthema die Unterthemen, die vom Prüfer gefragt werden, also z.B. „Ösophaguskarzinom“, „Mallory-Weiss-Syndrom“ und „Refluxösophagitis“ darunter. Je nachdem wie häufig ein Thema gefragt wurde, führt man eine Strichliste. So bekommt man eine super Übersicht an Themen, die der Prüfer extrem häufig fragt und die man unbedingt gut lernen sollte und andere Themen, die eher unwichtig sind bzw. nie gefragt wurden.
  3. Vorbesprechungen mit den Prüfern vereinbaren: Auch wenn man die Prüfer vielleicht schon kennt und ungefähr weiß, was die Schwerpunkte sind, ist es trotzdem ratsam, eine Vorbesprechung zu vereinbaren. So kann man sich den Prüfern noch einmal persönlich vorstellen und manchmal können einige Themen von vorneherein ausgeschlossen werden. Außerdem wissen die Prüfer oft nicht, ob es sich beim vierten Prüfungsfach um das Wahlfach oder das zugelostes Fach handelt, und es ist sehr sinnvoll, dies vorher noch einmal zu erwähnen, weil dann meistens andere Maßstäbe angelegt werden.
  4. Zu allem was sagen können, Details zu den wichtigen Themen kennen: Auf keinen Fall darf es in einer mündlichen Prüfung passieren, zu einem Thema garnichts sagen zu können! Im Zweifelsfall sollte man also eher mit einem Kurzlehrbuch als mit einem viel zu umfangreichen 1000-Seiten-Werk lernen. Während beim IMPP ja häufig viele Detailinformationen abgefragt werden, kommt es in der mündlichen Prüfung darauf an, zu beweisen, dass man einen guten Überblick über alles und ein fundiertes Grundwissen hat. Natürlich sollte man sich in den Themen, die der jeweilige Prüfer immer wieder fragt, ganz besonders gut auskennen und auch detailliert lernen.
  5. Mündliche Prüfung simulieren: Für das mündliche Staatsexamen muss man komplett anders lernen, als für das schriftliche. Zum einen sind es natürlich „nur“ vier Fächer, zum anderen muss man keine Multiple-Choice-Fragen beantworten sondern konkret, systematisch und spontan auf die Fragen der Prüfer antworten können. Da ja während des gesamten Studiums die wenigsten Prüfungen mündlich sind, muss man dies unbedingt üben. Am besten trifft man sich in regelmäßigen Abschnitten mit Kommilitonen oder den anderen aus der Prüfungsgruppe und fragt sich gegenseitig ab. Natürlich geht das im Prinzip auch über eine Skype-Konferenz. Sollte man für das Lernen zuhause bei den Eltern sein und keine Möglichkeit haben, mit anderen Studenten zusammen zu lernen, ist es auch hilfreich, sich beispielsweise von Freunden abfragen zu lassen oder das Gelernte dem Haustier zu erzählen – Hauptsache man übt das freie Sprechen.
  6. Fallbücher und In-Frage-Und-Antwort-Bücher sind hilfreich: Für die mündliche Prüfung ist es empfehlenswert, ergänzend zu den normalen Büchern oder Lernprogrammen auch mit Fallbüchern oder In-Frage-und Antwort-Büchern zu lernen. So kann man wenn man ein Thema durchgearbeitet hat beispielsweise am nächsten Tag überprüfen, ob man das Gelernte wirklich verstanden hat und die Fragen beantworten kann. Es macht auch wirklich Spaß, abends wenn einem der Kopf rauscht einfach ein bisschen darin zu lesen. Oft findet man in diesen Büchern auch wertvolle konkrete Tipps und Merkhilfen.
  7. Vorbereitungskurse wahrnehmen: An einigen Krankenhäusern werden für Studenten unabhängig von der Herkunftsuni vor dem mündliche Staatsexamen kostenfreie Vorbereitungskurse angeboten. Informationen hierüber bekommt man meistens über die Fachschaft oder das Internet. Diese Kurse sind oft super organisiert und man bekommt beispielsweise in 2 Tagen eine Art „Crashkurs“ über ein komplettes Fach und kann auch die Prüfung mit einem erfahrenen Arzt simulieren.
  8. Die Organisation der Rahmenbedingungen ist das A und O: Außerdem sollte man sich rechtzeitig darum kümmern, was genau verlangt wird: soll man nur einen Aufnahmebefund schreiben, eine Epikrise, oder einen kompletten Brief? Und soll dies handschriftlich oder am PC verfasst werden? Wo gibt es einen PC, benötige ich ein Zugangspasswort, und wenn ja, wo bekomme ich das her?Man sollte unbedingt vorher klären, wie genau vor allem der erste Prüfungstag abläuft, da dies von Krankenhaus zu Krankenhaus und Prüfer zu Prüfer sehr unterschiedlich sein kann. In der Regel bekommt man ja am ersten Tag einen Patienten, zu dem man dann von allen Prüfern gefragt wird. In einigen Krankenhäusern kann es aber auch sein, dass man pro Fach jeweils einen Patienten bekommt, was natürlich für die Organisation große Konsequenzen hat.
  9. Die körperliche Untersuchung und Patientenvorstellung üben: Der erste Eindruck, den die Prüfer bekommen, ist häufig entscheidend. Deswegen sollte man unbedingt vor der Prüfung die körperliche Untersuchung üben. Zwar hat man während des PJs meist jeden Tag Patienten untersucht, jedoch häufig eher nicht systematisch oder organsystembezogen. Am besten erstellt man sich eine Übersicht über jedes Organsystem mit Anamnese, Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation und übt dies beispielsweise an der eigenen Großmutter.
  10. Zeitplanung: Es ist sinnvoll, sich bereits bevor man zum Patienten geht, Gedanken darüber zu machen, wie man sich die Zeit bis zum Abgeben der Epikrise einteilen will. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als seien 3 Stunden mehr als ausreichend, so kann es doch leicht passieren, dass man am Ende unter enormen Zeitdruck gerät, da doch alles irgendwie länger gedauert hat als geplant. Man sollte sich also überlegen, wie viel Zeit man jeweils für Anamnese, Untersuchung, Akteneinsicht, Verfassen der Epikrise etc. benötigt. Sollte es am Ende doch nicht so lange gedauert haben kann man ja auch immer noch einmal zum Patienten gehen und offenen Fragen klären. Häufig ist es auch hilfreich, wenn man mit den für den Patienten zuständigen Assistenzärzten spricht um noch etwas zum Verlauf und zum weiteren Prozedere zu erfahren.

Eure Anna

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