Geld verdienen neben dem Medizinstudium

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Medizin zu studieren ist teuer – das wurde mir bereits in der ersten Uni-Woche klar. Zu Beginn jeder Vorlesung wurden einem mehrere Bücher präsentiert, eins teurer als das andere, die man sich doch zur Klausurvorbereitung kaufen soll. Wie oft ich schon von Dozenten gehört habe, dass man ohne Lehrbuch nicht weit komme. Zwar habe ich bei weitem nicht zu jedem Fach teure Lektüre gekauft, doch auch die Standardlehrbücher machen sich im Portemonnaie bemerkbar. Also kommen hier ein paar Anregungen, wie man sich neben dem Studium Geld dazu verdienen kann.

Tutorenstellen: Als Tutor kann man zwar nicht im ersten Semester arbeiten, jedoch meist sobald man die ersten praktischen Kurse erfolgreich absolviert hat. Sei es als Tutor im Physiologie-, Bio-Chemie- oder auch Histologiepraktikum, je nachdem was einem persönlich liegt oder auch mit welchen Praktikumszeiten sich der eigene Stundenplan gut kombinieren lässt. Besonders beliebt sind auch Tutorenstellen im Präparationskurs. Vorteil bei allen Tutorenstellen: Man wiederholt regelmäßig den jeweiligen Stoff und wirkt so dem post-Klausur-Vergessen entgegen.

Studentische Hilfskraft: Die allseits beliebten SHK-Stellen. Zunächst einmal heißt es, eine solche Stelle zu ergattern. Ich habe meine Stelle über eine Anzeige in dem Studentenforum unserer Fachschaft bekommen, man kann jedoch auch Ärzte von sich aus anschreiben und nach freien Stellen fragen. Eine Freundin von mir ist auch bei verschiedenen Instituten vorbei gegangen und hat persönlich nach offenen Stellen gefragt. Bei den einzelnen SHK-Stellen gibt es große Unterschiede: über ausschließlich Bürotätigkeiten, Aufgaben im Labor oder Tätigkeiten im direkten Patientenkontakt, wie Blutabnahmedienste, ist für jeden etwas dabei. Außerdem sollte man sich auch im Vorfeld überlegen, wie viel Zeit man wöchentlich investieren kann und möchte.

Zwar hat man 20 Urlaubstage im Jahr, das deckt jedoch bei weitem nicht die kompletten Semesterferien ab, was auch mit eingeplant werden sollte. Probanden: Letztes Jahr hatte ich das Glück als Ultraschall-Modell an einem Fortbildungskurs für Anästhesisten teilnehmen zu dürfen. Dafür wurden Studenten gesucht, die sich zur Verfügung stellen, um ihre Nerven schallen zu lassen. Der Kurs ging über ein Wochenende, Verpflegung inklusive. Ein riesiger Vorteil war, dass wir Studenten auch aktiv am Kurs teilnehmen und bei den Leichen die Nervenpunktionen mit üben durften. Vergütet wurde das ganze mit 100€.

QuaSi-Scouts: QuaSi steht für „Qualitätsicherung durch Studierende“. Hierbei handelt es sich um ein Programm der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in dem Studierende aktiv in die Überprüfung der Lehre im Praxisunterricht einbezogen werden. Dafür nimmt man ganz normal, wie jeder andere Student auch, am Praxisunterricht teil. Zu jeder Woche wird dann ein ausführlicher Fragebogen ausgefüllt, darüber wie viele Stunden tatsächlich unterrichtet wurde und was besonders gelungen oder eben auch besonders schlecht war. Am Ende des Semesters gibt es noch einen Gesprächstermin in dem das Erlebte weitergegeben wird. Auch hier gibt es pro Semester 100€.

Büchermarkt: Nicht mehr benötigte Bücher können, bevor sie im Bücherregal verstauben, besser an wissbegierige Kommilitonen weiter verkauft werden. Der Verkäufer freut sich über ein vergünstigtes Buch, der Käufer kann das Geld in neue Lektüre investieren. Beispielsweise habe ich so gut wie alle Vorklinikbücher nach dem Physikum verkauft, sowohl in Facebook Büchermarkt Gruppen, als auch über andere Online Portale. Sogar markierte Bücher haben einen neuen Besitzer gefunden. Außerdem gibt es auch an Universitäten regelmäßig Büchermärkte, die ähnlich wie Flohmärkte funktionieren.

Eure Myriam

Myriam Ottersbach
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