2020: Die Welt zollt den Pflegenden Tribut

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200. Geburtstag von Florence Nightingale als Anlass für das Internationale Jahr der Pflegenden und Hebammen

2020 ist das Internationale Jahr der Pflegenden und Hebammen. Am 25. Mai fasste die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einstimmig einen Beschluss, der in der Geschichte beispiellos war: Sie forderte die Nationen in aller Welt auf, die Arbeit zu würdigen, die Pflegende und Hebammen täglich leisten. Die WHO gab der Strategie des International Council of Nurses ICN (das 130 Länder umfasst und 20 Millionen Fachkräfte vertritt) den endgültigen Anstoß, "um die Anerkennung und den Status zu erreichen, den beide Berufe verdienen", eine Antwort auf eine Notwendigkeit, die sie selbst betonen: "Ohne Krankenschwestern und Hebammen werden wir die Ziele für nachhaltige Entwicklung und die allgemeine Gesundheitsversorgung nicht erreichen", sagt Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der WHO.

Nursing Now ist das Motto für alle Veranstaltungen und Ereignisse, die während dieser 12 Monate stattfinden. An dieser dreijährigen weltweiten Kampagne, die in Zusammenarbeit mit dem ICN und der WHO durchgeführt wird, werden öffentliche und private Einrichtungen aus allen Gesundheitsbereichen beteiligt sein, darunter auch Elsevier. Durch diese Innitiativen wird die Aufmerksamkeit für den Beruf der Pflegefachpersonen gestärkt und schafft voraussichtlich die gegenwärtigen und zukünftigen Grundlagen, dass Pflegende und Hebammen offiziell ihren rechtmäßigen Platz im Gesundheitssystem einnehmen können.

200 Jahre auf der Suche nach dem eigenen Platz

Das Internationale Jahr der Pflegenden fällt mit dem zweihundertsten Jahrestag der Geburt von Florence Nightingale (12. Mai 1820) zusammen. Mit ihr als "Mutter der modernen Krankenpflege" entstand diese internationale Bewegung. Sie war es, die die ersten Grundlagen legte, auf denen der Beruf aufgebaut werden sollte. Sie forderte eine kontinuierliche Ausbildung, eine Spezialisierung und eine Anerkennung der Rolle der Pflegenden innerhalb des Gesundheitswesens.

Notes on Nursing Florence NightingaleFlorence Nightingale erlangte weltweiten Ruhm für ihre Pionierarbeit in der Krankenpflege bei der Versorgung von Verletzten während des Krimkriegs. 1859 entwarf sie in ihrem Werk "Notes on nursing" (was auch im Elsevier-Verlag erschienen ist), das erste konzeptuelle Modell des Berufs und die Grundlagen des Lehrplans ihrer Krankenpflegeschule am Saint Thomas Hospital (London). Es war ein tiefgreifendes Modell, das von vielen anderen Fakultäten auf der ganzen Welt übernommen wurde. Auch heute noch sehr präsent in der Ausbildung eines jeden Pflegeschülers ist das "Nightingale-Gelübde", das 1893 zu ihren Ehren geschaffen und von Pflegenden nach deren Abschluss abgelegt wurde.

Aber ihre Arbeit zeichnete sich nicht nur auf praktischer oder pädagogischer Ebene aus. "Viele Veränderungen und Verbesserungen, die im Bereich der Pflegee und des öffentlichen Gesundheitswesens stattgefunden haben, sind auf die Arbeit von Florence Nightingale zurückzuführen. Die modernen administrativen Elemente der Planung, Organisation und Delegation sowie die zeitgenössischen Konzepte von Autorität und Verantwortung können alle in ihrem scharfsinnigen Konzept der Verwaltung wiedererkannt werden", betonte einst Margaret B. Dolan (1936-1974), die frühere Präsidentin der American Nurses Association (1962-1964).

Zweifellos wäre Nightingale heute sehr stolz auf die Leistungen ihrer Nachfolger. Studiengänge, Promotionen und Spezialisierungen haben einen lebendigen und sich ständig weiterentwickelnden Beruf geprägt, genau wie sie es sich erträumt hat. Aber der Weg, den sie selbst aufzeigte, ist noch nicht beendet, da es noch abschließende Dinge zu erreichen gilt.

Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft

2020 Internationales Jahr der Pflegenden und HebammenDie Feierlichkeiten, die von der WHO und dem ICN Nursing Now (klicken Sie auf das Bild, um das Toolkit der Kampagne herunterzuladen) festgelegt werden, haben etwas gemeinsam: mit ihnen sollen Antworten auf die Bedürfnisse, Mängel und Herausforderungen des Berufsstandes gegeben werden.

Anfang des Jahres machte Annette Kennedy, die Präsidentin des ICN, folgendes als ersten Schritt aus: "Wir brauchen Pflegende, die ihre Geschichten teilen, zum Beispiel mit ihren Familien und Freunden sowie den Gemeinschaften, in denen sie leben. Sie müssen erzählen, wie es ist eine Pflegekraft zu sein, unter welchem Druck sie stehen, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind und welche Erfolge sie erleben. Wenn wir den Bürgern besser verständlich machen, wer Pflegende sind, was sie tun und welchen erstaunlichen Beitrag sie in den Gesellschaften leisten, in denen sie leben, können wir sicherstellen, dass das Erbe von 2020 noch viele Jahre andauern wird."

Der Trend geht dahin, dass Pflegende im Jahr 2020 und in naher Zukunft eine zunehmende Anzahl von Aufgaben übernehmen werden, die üblicherweise Ärzten vorbehalten sind, sowohl bei akuten Fällen als auch bei chronisch Kranken. In England führen Pflegende bereits Eingriffe am Bauch oder Herzen durch, während sie in einigen Gebieten Afrikas für die Durchführung von notfallmäßigen Kaiserschnitten zertifiziert werden, wo sie ähnliche Ergebnisse wie Ärzte erzielen (Florence Nightingale and the changing face of nursing , The Economist). Ihr Gewicht (50% des Gesundheitspersonals) und ihr Aufstieg im Gesundheitssystem nehmen jedes Jahr zu. Jedoch erwartet die WHO für 2030 einen Mangel an neun Millionen Pflegenden und Hebammen weltweit. Laut dem Global Health Observatory geben 50% der WHO-Mitgliedstaaten an, weniger als 3 Pflegende und Hebammen pro 1.000 Einwohner zu haben (etwa 25% geben an, weniger als 1 pro 1.000 Einwohner zu haben). Ein radikaler Kurswechsel wird notwendiger denn je. Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus hat die Herausforderung angenommen und versichert, die WHO werde sich "mit dem Mangel in diesen wichtigen Berufen in naher Zukunft beschäftigen".

Neben der Offenlegung der Errungenschaften des Berufsstandes, dem Mangel an Fachleuten oder dem endemischen Fehlen von Pflegenden in Führungspositionen,  nannte Adelaida Zabalegui, Mitglied der Kampagne Nursing Now in Europa bei der vergangenen FINE Workgroup (21.–22. November, Madrid) fünf weitere Herausforderungen:

  1. Patientenzentrierter Ansatz: Ausbildung für Fachleute und Studierende
  2. Digitalisierung beim Lehren und Lernen
  3. Kontinuierliche Fortbildung
  4. Multiprofessionalität beim Lernen und in der Ausbildung
  5. Reformen des Bildungssystems und Entwicklung von Lehrplänen

In ihrem Vortrag im Forum forderte Adelaida Zabalegui alle Beteiligten auf, rasch auf diese seit langem in der Pflege anstehenden Punkte zu reagieren und die Probleme hinsichtlich der Ausbildung und der Anpassung an die aktuelle Gesundheitslage vertieft anzugehen.

Nursing Now soll allgegenwärtig sein

NN Nursing 2020Sowohl die WHO als auch der ICN (und ihre lokalen Gremien) arbeiten daran, die Nursing Now-Bewegung bis in die entferntesten Winkel der Welt zu tragen. Zu diesem Zweck haben sie die Beteiligung und Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure gefordert: dazu gehören Berufsverbände, Führungskräfte, Wissenschaftsgesellschaften, Lehrer, Studierende, Forscher, Patienten und Einrichtungen, die mit dem Pflegeberuf in Verbindung stehen.

Während des gesamten Jahres wird Elsevier die Unterstützung, die man dem Pflegeberuf seit seinen Anfängen gewährt hat (Bücher, Fachzeitschriften, digitale Lösungen), durch die aktive Teilnahme an verschiedenen Projekten zur Unterstützung der Ziele der Nursing Now-Kampagne bestätigen.

Diese Initiative wird es Elsevier ermöglichen, das Engagement für den Pflegeberuf zu festigen. Im Laufe des Jahres 2020 wird Elsevier die Erstellung verschiedener Artikel, Interviews und multimedialer Inhalte koordinieren, an denen einige der bekanntesten Führungspersönlichkeiten der globalen Pflegebewegung mitarbeiten werden. All diese Aktionen werden sich im Mai mit jeweiligen Veranstaltungen und der Veröffentlichung eines Berichts über die aktuelle Lage des Berufsstandes, die Entwicklung der Pflegeinhalte, den Wandel der Gesundheit hin zu angewandten Technologien im Pflegeberuf und die Herausforderungen der Zukunft herauskristallisieren.

Elsevier fördert den Berufsstand der Pflegenden

Elsevier hat bereits mehrere Generationen von Pflegenden, vom ersten Tag ihrer Ausbildung bis zu ihrer Berufsphase, begleitet und ist deshalb ein wichtiger Partner bei einigen der zukünftigen Herausforderungen. Dies fängt mit der kontinuierlichen Fortbildung, bei der Auszubildende und Pflegende mit einigen dieser deutschsprachigen Nachschlagewerke arbeiten: Pflege Heute, Mensch Körper Krankheit, Biologie Anatomie Physiologie oder der Pflegen-Reihe und Zeitschriften, die lebendiges, aktives Wissen verstärken, sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen (Nurse leader oder Nurse Education um nur einige zu nennen).

Die Digitalisierung beim Lehren und Lernen ist ein weiterer Aspekt, dem sich Elsevier verschrieben hat. Mit ClinicalKey Student für die Pflege bietet Elsevier eine interaktive Lernplattform, die SchülerInnen und Lehrende mit bewährten Pflegeinhalten und innovativen Lehr- und Lerntools unterstützt. Für die Pflegeausbildung gibt es für die Auszubildenden die Elsevier Pflege App. Dort können pflegespezifische Fachbegriffe, Definitionen, Abkürzungen, Krankheitsbilder sowie Pflegeplanungen nachgeschlagen werden. Interaktives Lernen wird durch die Pflege Podcasts möglich, wo Krankheitsfälle informativ aufgearbeitet wurden.

"Bei Elseviers kontinuierlichen Bemühungen um die Entwicklung und Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege konzentrieren wir uns weiterhin auf Produkte und Lösungen, die die Lehr- und Lernerfahrung von Studierenden und Lehrenden verbessern. In diesem Jahr 2020 werden wir im Rahmen des Internationalen Jahres der Pflegenden und Hebammen besondere Anstrengungen unternehmen, um den Pflegeberuf zu unterstützen und zu fördern", betont David Hough, Education Director EMEALAAP bei Elsevier.

Im Rahmen dieser Digitalisierung der Ausbildung und Praxis der Pflegenden erwähnen wir besonders ClinicalKey die digitale Plattform für klinische Inhalte, die Zugang zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bietet, um die Entscheidungsfindung und die Pflegetätigkeit bei jedem Schritt zu fördern. Sie begleitet das Fachpersonal von der Beurteilung des Patienten, mit Zugang zu Leitfäden und aktualisierten, vollständigen und zuverlässigen Inhalten, bis hin zur Besprechung von Verfahren und Behandlungen, mit Zugang zu unterstützendem Material zur Patientenaufklärung und Interaktion mit diesem und seinem Umfeld. ClinicalKey ermöglicht es dem Pflegepersonal des Krankenhauses, jederzeit und überall auf qualitativ hochwertige Inhalte zuzugreifen und diese auch kontinuierlich zu aktualisieren und zu erlernen, wodurch die Effizienz und Qualität der Pflege gesteigert werden.

Und schließlich gilt es noch, sich auf den Patienten zu konzentrieren, wie es Adelaida Zabalegui forderte. Elsevier unterstützt und begleitet mit der Entwicklung von Clinical Solutions den digitalen Wandel im Gesundheitswesen. Die Entwicklung der elektronischen Gesundheitsakte (eGA) ermöglicht große Fortschritte dabei, Patienten in den Mittelpunkt der Versorgung zu stellen, und umfasst zunehmend die Integration evidenzbasierter klinischer Entscheidungshilfen für Ärzte und Pflegende, die mit Dateneingabe und klinischem Management verbunden sind. Care Planning ist die Lösung für die Standardisierung von Pflegeplänen: Sie umfasst multidisziplinäre und evidenzbasierte Pflegepläne, die in die elektronische Akte integriert werden können. Sie erleichtert und standardisiert die Dokumentation und die patientenorientierte Pflege und reduziert die Variabilität der klinischen Praxis durch die Optimierung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachleuten. Sie umfasst mehr als 500 evidenzbasierte klinische Praxisrichtlinien und standardisierte Bewertungen in einem patientenzentrierten Versorgungsplan für alle Pflegebereiche und -disziplinen kombiniert.


Referenzen:


Agenda Internationales Jahr der Pflegenden und Hebammen

Alle Daten, die Sie in ihrem Kalender vermerken sollten

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Artikel zum "Internationalen Jahr der Pflegenden und Hebammen":

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