Elseviers Pflegekräfte blicken auf aktuelle Herausforderungen und die Welt nach COVID

Bei Elsevier arbeiten staatlich geprüfte Pflegefachpersonen eng mit Pflegenden vor Ort zusammen, um unsere Gesundheits- und Pflegeplattformen zu verbessern

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Photo from Elsevier / istock.com/SbytovaMN

Überall auf der Welt begeben sich Pflegende im Kampf gegen COVID-19 in Gefahr, um Leben zu retten. Viele Pflegekräfte im Ruhestand kehren wieder ins Berufsleben zurück und PflegeschülerInnen absolvieren ihren Abschluss in einem außergewöhnlich schwierigen Umfeld. Andere Pflegefachpersonen wechseln sogar ihr Fachgebiet oder erlernen ein neues, um Atemschutzpflege leisten zu können.

Die Herausforderungen, denen sich diese Menschen stellen müssen, sind zahlreich und dazu gehört auch der Bedarf an verlässlichen, aktuellen Informationen. In einer Situation, in der Richtlinien und Forschung täglich aktualisiert werden, müssen Entscheidungen schnell getroffen werden.

Doch wie sieht die Zukunft des Berufsstandes nach der Pandemie aus? Wenn die aktuellen Herausforderungen bewältigt sind, können sich Pflegende dann auf eine Welt mit weniger Stress freuen, die durch einen besseren Zugang zu Informationen entsteht?

Tim Morris, ein ehemaliger Krankenpfleger und jetzt Commercial Portfolio & Partnerships Director für Clinical Solutions bei Elsevier, hat mit Krankenhausbetreibern zusammengearbeitet, die aktuell PflegeschülerInnen im dritten Ausbildungsjahr haben, die jetzt auf den Stationen eingesetzt werden, um Patienten, die akut am Coronavirus erkrankt sind, klinisch zu unterstützen.

Tim Morris, RN"Es ist schwer vorstellbar, was genau diese PflegeschülerInnen gerade erleben", sagte Tim Morris. "Es ist schon unglaublich beängstigend, aus dem sicheren Klassenzimmer auf eine Station zu wechseln."

Tim Morris weist darauf hin, dass in der gegenwärtigen Situation selbst das bloße Gespräch mit Patienten durch die Beschränkungen der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) erschwert wird. Diese Herausforderung verblasst jedoch im Vergleich zu dem Druck, zu wissen, dass man die richtigen Informationen benötigt um jemanden richtig zu behandeln. Er erklärte:

Wenn man als Krankenschwester das Pflegepersonal verlassen hat und nun zurückkehrt, stellt man sich Ängsten wie: "Habe ich die richtigen Fähigkeiten? Verfüge ich über das richtige Wissen? Was hat sich verändert, seit ich aufgehört habe?" Wir beobachten einen Anstieg der Zahl der Menschen, die in die Pflege zurückkehren, sei es aus dem Ruhestand oder beim Wechsel von einem Fachgebiet in ein anderes.

Wenn Pflegekräfte von den Aufwachstationen für elektive Operationen auf die Beatmungsstation und Intensivstation wechseln, so Tim Morris, kann sein Clinical Solutions Team sie mit Online-Lerninformationen unterstützen, um sie weiterzubilden und wieder in die Pflege zu bringen.

Clinical Solutions stellt auch Pflegepläne zur Verfügung, die die für das Pflegepersonal verfügbaren Informationen standardisieren und die Informationsvariabilität reduzieren, wodurch potenzielle Probleme und Unterlassungen von Pflegeleistungen vermieden werden. Auf diese Weise versteht das Pflegepersonal, worauf es achten sollte, wenn es jemanden mit Atembeschwerden untersucht und es wird mit evidenzbasierten Zielen und Interventionen unterstützt. Außerdem wird beim Eingeben der Pflegeplanung in die elektronische Krankenakte vom System abgefragt, welche Faktoren sie berücksichtigen sollten.

"Das sollte helfen, den Stress zu reduzieren. Denn so werden sie durch die ganze Sache geführt", sagte Tim Morris.

Sein Team bietet auch Zugang zu ClinicalKey für Pflegekräfte das Pflegende unterstützt, die sich in ihrer Praxis qualifiziert haben und weiterentwickeln möchten.

David HoughDieser Informationsschwerpunkt erstreckt sich auch auf PflegeschülerInnen. "Bei all unseren Produkten für die Pflegeausbildung haben sich unsere Teams in unsere Inhalte eingearbeitet und schnell relevante Informationen auf unsere Plattformen gebracht", sagt David Hough, International Education Director für Elsevier’s Nursing Health and Education Bereich.

Zum Beispiel erwähnt er die kostenlose Pflege App. Dort können medizinische Fachbegriffe, Definitionen, Abkürzungen, Krankheitsbilder sowie Pflegeplanungen einfach nachgeschlagen werden. "Das ist etwas, das bei den Anfängen in der Pflegepraxis sehr nützlich sein kann."

"Weltweit wurde die App mittlerweile 260.000 heruntergeladen. Wir werden auch Inhalte hinzufügen, die in direktem Zusammenhang mit COVID-19 stehen", sagte er.

Darüber hinaus bietet Elsevier in dieser schwierigen Zeit kostenlosen Zugang zu ClinicalKey Student für mehr als 200 Pflegeausbildungsstätten in Europa, dem Nahen Osten, Afrika, Lateinamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum gewährt. "Mit ClinicalKey Student haben Pflegeschulen Zugang zu allen pflegerischen Inhalten, die sie im Ausbildungsprogramm benötigen", sagt David Hough.

Es gibt Dutzende von ehemaligen Pflegekräften, die an Elseviers Gesundheits- und Pflegeplattformen arbeiten. Tim Morris beschreibt die Art und Weise wie Elsevier hier arbeitet, um Praktizierende im Gesundheitswesen zu unterstützen:

Elsevier versucht für die Menschen im Gesundheitswesen, mit denen sie zusammenarbeiten, etwas zu bewirken. Wir alle arbeiten sehr eng mit aktiven Pflegekräften zusammen. Einige von uns wünschen sich, wir könnten mehr tun. Es fällt uns schwer mitansehen zu müssen, dass praktizierende Pflegende in eine so schwierige Situation gebracht werden, dass sie ohne maßgebliche Unterstützung nicht in der Lage wären, sofort wieder in die Praxis zurückzukehren. Deshalb konzentrieren wir uns darauf, Kunden Produkte zu liefern, die einen Unterschied machen. Alle Elsevier-Mitarbeiter sind stolz darauf, ein Teil davon zu sein und die Gesundheitsbranche zu unterstützen.

Caroline HoyleCaroline Hoyle, Pädagogin, eMR-Liaison und Laserschutzbeauftragte, am St. Stephen's Hospital in Hervey Bay (Australien), erklärt welchen Unterschied aktuelle Informationen ausmachen können:

Ein Beispiel dafür ist die PSA. Jeder, der in einem Krankenhaus mit Patienten zu tun hat, muss wissen, wie man die PSA an- und ablegt, egal ob Pflegekraft, Arzt oder jemand aus der Verwaltung. Also haben wir diese Informationen als eine Lektion in unsere Elsevier-Lösung hochgeladen und innerhalb weniger Wochen hatten 80% unserer Mitarbeiter diese Lektion abgeschlossen.

Caroline Hoyle erläutert ausserdem, wie der Zugang zu einer zentralen Informationsquelle bedeutet, dass alle Mitarbeiter auf die selben Informationen zugreifen können und somit den gleichen Wissenstand haben, selbst wenn sich diese schnell entwickeln und ständig aktualisiert werden.

Viele Mitarbeiter wollten wissen, wann sie die PSA tragen müssen - bei jedem einzelnen Patienten? Jetzt wissen wir, dass sie die Kleidung nur im Fall von Kontaktvorkehrungen oder bei bestimmten Patienten tragen müssen. Das gibt jedem das Vertrauen zu wissen, dass er die richtigen Entscheidungen trifft.

Darüber hinaus, so Caroline Hoyle, wenn alle Mitarbeiter von einer einzigen zentralen Informationsquelle aus arbeiten, selbst wenn die Informationen schnell aktualisiert werden, können Pflegenden schneller ein bewährtes Verfahren bei der Patientenversorgung einführen:

Wir haben beobachtet, dass Mitarbeiter begannen sich gegenseitig anzuzweifeln. Wenn aber alle Zugang zu denselben Informationen haben, können sich Pflegekräfte und Ärzte auf die beste Verfahrensweise für einen Patienten einigen. Ohne die Infos könnten sie Dinge vielleicht nicht so oft hinterfragen, wie sie sollten. Mit diesem Wissen können aber alle Parteien besser diese Diskussionen fürhen, die zu besseren Praktiken führen.

Während COVID-19 die unmittelbare Zukunft beherrscht, arbeiten Tim Morris und David Hough auch mit dem Gesundheitspersonal zusammen. Sie wollen herausfinden wie die Welt des Gesundheitswesens nach der Pandemie aussehen könnte. Weltweit werden bis zum Jahr 2030 9 Millionen zusätzliche Pflegende und Hebammen benötigt, um nachhaltige Gesundheitsziele zu erreichen, so die Weltgesundheitsorganisation, die 2020 zum Internationalen Jahr der Pflegenden und Hebammen erklärt hat. Das bedeutet, dass der Schwerpunkt auf effektiven Ausbildungs- und Informationsbedürfnissen liegt.

Tim Morris merkt an, dass eine der Besonderheiten der Pandemie darin besteht, dass einige Pflegeberufe unter enormem Druck stehen, während andere weniger zu tun haben als sonst.

"Wir haben mit leitenden Pflegekräften aus verschiedenen Bereichen gesprochen, z.B. NHS Wales", sagt er. "Sie führen Workshops durch und engagieren sich zusammen mit anderen Führungskräften um die Qualität in der Pflege zu verbessern - und sie versuchen die Frage zu klären wie es weitergeht. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, wird der Fernlehre viel Aufmerksamkeit geschenkt und eine der zentralen Fragen, mit denen wir uns beschäftigen, lautet: Werden die Schulen wieder zur Normalität zurückkehren, oder haben wir die Möglichkeit an Dinge anders heranzugehen?"

Neben der Unterstützung der Kollegen auf der Intensivstation haben diese Pflegekräfte auch die Möglichkeit für den zukünftigen Informationsbedarf zu planen. Gegenwärtig beschäftigen sich David Hough und sein Team mit den Themen Fernlehre und -lernen, sowie den besten Praktiken in diesem Bereich:

Vieles davon hängt mit der Ausbildung zusammen. Das Fernlernen kann sehr effektiv sein, aber es ist eine andere Technik als das Lernen von Angesicht zu Angesicht. Deshalb verbringen wir mit unserem Team und unseren Bildungsberatern viel Zeit damit, wie wir Dozierende, Studierende und SchülerInnen bei der Interaktion in dieser Fernsituation unterstützen können. Denn selbst wenn wir diese Situation überwunden haben, wird dies etwas sein, das alle Fakultäten in ihre Notfallpläne einbauen wollen.

Im Hinblick auf die Technologie und die Ressourcen, auf die das Pflegepersonal in Zukunft zurückgreifen kann, beschrieb Tim Morris eine stärker vernetzte Welt von Gesundheitsplänen und elektronischen Gesundheitsakten, die die Belastung für Pflegekräfte weiter verringern würde:

Wir konzentrieren uns sehr auf den Wert von standardisierten Informationen in einer klinischen Umgebung, um sicherzustellen, dass jede Pflegekraft so gut informiert ist wie alle anderen auch. So können wir Pflegepläne mit elektronischen Patientenakten kombinieren, um sicherzustellen, dass die Pflegekräfte verstehen, was für jeden einzelnen Patienten zu tun ist, gepaart mit einer umfassenden interdisziplinären Pflegeplanung. Das ist etwas, das wir hoffentlich im Laufe dieses Jahres auf dem Markt einführen werden.

Im Internationalen Jahr der Pflegenden ist dieser Beruf durch die Pandemie noch stärker als sonst in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Aber wie Tim Morris sagt, ist es die Welt jenseits der Pandemie, die den Pflegekräften eine bessere Zukunft bietet.

Wir hoffen, dass die Pflegekräfte nicht nur wieder Pflege leisten, sondern diese auch durch Forschung und die Erweiterung ihres Wissens aus ihrer täglichen Praxis verbessern werden. Im Moment konzentrieren sich die Menschen auf das, was um sie herum passiert, aber wir glauben, dass es viel gibt, worauf sie sich freuen können.

Weiterführende Informationen zum Thema

Internationales Jahr der Pflegenden und Hebammen bei Elsevier

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