LMU CoMed – ein Konzept zum Nachmachen

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Ich bin Carina und studiere jetzt im 10. Semester an der Technischen Universität München Humanmedizin. Und auch nach zehn Semestern kann ich immer noch besten Gewissens sagen: Ich möchte nichts anderes machen! Ich war schon immer besonders an den Abläufen und dem Aufbau des Körpers interessiert und somit vor allem an der Entstehung einer Erkrankung. Die Fragen „Wie“ und „Warum“ faszinieren mich einfach! Und besonders hilfreich erscheinen mir hierbei die klassischen vorklinischen Fächer Anatomie, Biochemie und Physiologie – erst muss ich verstehen, wie der Mensch physiologisch tickt, um dann die Pathogenese herausarbeiten zu können. Klingt ja eigentlich ganz simpel, ist aber gerade am Anfang des Studiums einfacher gesagt als getan. Man ist konfrontiert mit tausenden Büchern, dann meist noch neue Stadt, nicht mehr daheim bei Mami und quasi jede 2. Woche eine andere Prüfung – ich war anfangs echt gestresst. Immer wieder fragte ich mich, „Und wo ist jetzt der rote Faden?“. Sicher kann das der ein oder andere von euch gut nachvollziehen. Und genau hier setzt ein unglaublich hilfreiches Projekt der Ludwig Maximilian Universität München an: Falls Ihr Euch fragt, wie ich jetzt von der TU München zur LMU komme:  in der Vorklinik sind in München alle Medizinstudenten an der Ludwig-Maximilian-Universität immatrikuliert. Dieses hilfreiche Projekt heißt also LMU CoMed – Tutorien von Studenten für Studenten. Diese Arbeitsgruppe hat sich das Ziel gesetzt, das Studium für die Studenten zu verbessern. Genauer gesagt: Wir, denn erfreulicherweise darf ich mich nun schon seit 2010 zum Team dieser Arbeitsgruppe zählen, bieten Tutorien für Studenten an, also Kurse, organisiert und gehalten von Studenten. Unsere Idee dahinter ist, dass wir so auch die Studenten erreichen, die nochmal etwas tiefer in die Materie einsteigen müssen, um die Klausuraufgaben besser zu verstehen oder auch die Studenten, die sich sonst nicht trauen, mal nachzufragen. Denn bei CoMed befinden wir uns in Gruppen von höchstens 25 Teilnehmern und es ist eine total angenehme Atmosphäre. Ich genieße diese Kurse immer sehr. Anfangs gab es die Tutorien eigentlich ausschließlich für die Nachklausuren zu den jeweiligen Hauptklausuren und dort dann in erster Linie für die Hauptfächer. Mittlerweile konnte das Angebot deutlich ausgeweitet werden (der großen Nachfrage sei Dank und dank einer fantastischen Organisation von Kathrin Dethleffsen, k.dethleffsen@lmu.de). Mittlerweile gibt es auch einige Projekte für den Klinischen Abschnitt und Vorbereitungskurse vor den jeweiligen Hauptvorlesungen. Ich mache vor allem Biochemie-Tutorien für die Biochemie I und Biochemie II, aber ich habe auch schon Physiologie- und Chemie-Tutorien gehalten. Man wird geradezu süchtig danach – besonders wenn danach ein Student nach vorne kommt und dir sagt: „Hey super, endlich habe ich das verstanden!“ Das ist das größte Geschenk, das man hier kriegen kann! Für alle, die in München studieren: Schaut euch mal um… und macht mit! Auch, wenn man die Klausuren gut bestanden hat, kann man immer noch was lernen (das sag ich aus eigener Erfahrung) und für alle Nicht-Münchner: Na, wie wär’s? Ein Konzept zum Nachmachen?!

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