6 Dinge, die ich meinem Erstsemester-Ich raten würde

Mittlerweile ist der Beginn meines Studiums schon ein paar Jahre her, dennoch erinnere ich mich noch gut insbesondere an die ersten Wochen und Monate des ersten Semesters. Rückblickend betrachtet war es eine aufregende und spannende Zeit, in der ich mit Vielem konfrontiert wurde, was ich vorher so nicht kannte. Einige Dinge würde ich heute wahrscheinlich etwas anders machen, über die euch nun berichten möchte.

Medizinstudentin-Eis.jpg
Photo from Colourbox

1. Setze dir von Beginn an Lernziele

Aus der Schule ist man gewohnt, dass der Lehrer einem ziemlich klar die Lernziele vorgibt und man sehr genau weiß, wie man sich den Lernstoff einteilen muss. Im Studium steht man, auch wenn dem Medizinstudium häufig vorgeworfen wird, dass es „verschult“ sei, oft vor dem Problem, dass man bei vielen Fächern, insbesondere in der Anatomie, nie alles für ein Testat lernen kann, weil der Stoffumfang einfach viel zu groß ist. Auch wurde es leider häufig in den Vorlesungen nicht deutlich, was wirklich wichtig ist und was eher Zusatzinformationen sind. Damals habe ich häufig den Anspruch an mich selbst gehabt, dennoch jedes Detail zu wissen und mich dabei oft „verzettelt“. Ich musste dann kurz vor dem Testat feststellen, dass ich zwar einige Themen sehr gut konnte, andere mir jedoch kaum angesehen hatte. Aus heutiger Sicht würde ich dies anders machen und mir eher das Ziel setzen, zumindest zu jeder Frage in der mündlichen Prüfung irgendetwas sagen zu können und einen guten Gesamtüberblick zu haben, anstatt mich mit Details aufzuhalten, die letztendlich doch nicht gefragt werden.

2. Erstelle dir einen Lernplan

Auch habe ich erst im Laufe des Studiums, vor allem zum Examen hin, festgestellt, wie wichtig es ist, sich für die Prüfungen einen Lernplan zu erstellen. Vor dem Examen hatte ich mir Tagesziele gesetzt, und wenn ich diese Ziele erreicht hatte, habe ich dann sogar auch mal Zeit gehabt, Sport zu machen oder mich mit Freunden zu treffen. Aus heutiger Sicht würde ich mir vor allen großen Prüfungen vorher eine Übersicht erstellen, was ich in welcher Zeit lernen möchte, damit man nicht „ins Blaue hinein“ und ohne Struktur mit dem Lernen beginnt und damit man auch mal frei hat, wenn das Lernpensum erreicht ist.

3. Arbeite am Wochenende und in den Semesterferien

Ich habe während des Studiums regelmäßig gearbeitet, unter anderem nachts in einem Schlaflabor. Manchmal ließ es sich nicht vermeiden, dass ich trotz Müdigkeit am nächsten Tag schon früh an die Uni musste. Heute würde ich ganz klar nur noch am Wochenende und in den Semesterferien arbeiten.

4. Prüfe, ob deine Bücher zu deinem Lerntyp passen

Was ich ebenfalls heute anders machen würde ist, dass ich mir nicht für jedes Fach mehrere Bücher kaufen würde. Zu Beginn eines neuen Vorlesungsabschnittes haben die Dozenten meist verschiedene Bücher vorgestellt, die sie empfehlen würden. Außerdem wurden von Studierenden aus den höheren Semestern unterschiedliche Bücher empfohlen. Heute würde ich mir wahrscheinlich mehr Zeit nehmen, um mir ein Buch genauer anzusehen und zunächst einige Seiten darin zu lesen und mir die Abbildungen, Tabellen und die didaktische Aufarbeitung anzusehen, um dann erst zu entscheiden, ob das jeweilige Buch für meinen Lerntyp geeignet ist. Außerdem kann es dann auch nicht passieren, dass man „vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht“ und man Panik bekommt, weil man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

5. Absolviere Teile des Pflegepraktikums im Ausland

Außerdem würde ich rückblickend betrachtet nur noch einen Monat des Pflegepraktikums in Deutschland absolvieren und die restlichen beiden Monate im Ausland. Ich finde es wichtig, wenigstens einen Monat in Deutschland einen Einblick in die Arbeit der Pflege zu bekommen. Hierbei lernt man natürlich auch etwas über die Abläufe und Hierarchien auf Station. Dennoch denke ich, nachdem ich für einen Monat des Pflegepraktikums im Ausland gewesen bin, dass man im Ausland manchmal eher die Möglichkeit bekommt, trotz Pflegepraktikum auch mal mit den Ärzten mit zu gehen und ein völlig anderes Gesundheitssystem kennen zu lernen. Diese Auslandserfahrungen bereichern unheimlich und es ist auch schön, eine Fremdsprache noch mal aufzufrischen.

6. Verbringe mehr Zeit am neuen Wohnort und mit neuen Freunden

Wichtig ist aus meiner Sicht auch, dass man sich rasch am neuen Studienort einlebt, man wird ja immerhin eine beträchtliche Zeit dort verbringen. Zu Beginn des Studiums neigen viele Studenten dazu, häufig zurück in den Heimatort zu fahren, um Familie und die alten Schulfreunde zu besuchen. Dies ist natürlich nachvollziehbar und sollte auch nicht vernachlässigt werden, dennoch sollte man sich auch am Studienort – dem neuen Wohnort – einen Freundeskreis aufbauen, um sich das Leben während des Studiums so angenehm wie möglich zu gestalten. Insbesondere in den späteren Semestern, wenn man nicht mehr so viel Zeit hat, „nach Hause“ zu fahren, ist dies von Vorteil.

Fazit

Insgesamt aber hätte ich meinem 1.-Semester-Ich gesagt: Entspann dich, lass dich insbesondere von keinem aus der Ruhe bringen. Man wächst mit seinen Aufgaben!

Eure Anna


Weitere Artikel von Anna:

Share
Tweet
Share
Share