Wege nach dem Medizinstudium

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Endlich Arzt! 5 Jahre, 10 Semester Studium, ein Jahr praktische Arbeit zwischen Innerer Medizin und Chirurgie, Stunden in OP- Sälen und auf Chefarztvisiten. Jahrelanges Lernen. Unzählige Klausuren und Examen und dann hat man es endlich geschafft. Endlich ist man Arzt, und dann? Ab in die Klinik, oder? Vielleicht doch was ganz anderes? Doch welche Möglichkeiten gibt es eigentlich fernab von Krankenversorgung und Klinik?

Besonders vielfältige Alternativen bietet der öffentliche Gesundheitsdienst. Ob das Robert- Koch- Institut auf Bundesebene, oder die Gesundheitsämter regional. Überall dort bieten sich vielfältige Aufgabenfelder für gelernte Mediziner. Neben Infektionsschutz, Hygiene und Trinkwasserüberwachung gibt es auch die Möglichkeit im öffentlichen Dienst Einschulungsuntersuchungen von Kindern oder Gesundheitsbegutachtungen Erwachsener durchzuführen. Ein wichtiges Tätigkeitsfeld ist auch die Prävention und die Information der Bevölkerung über neue Krankheitserreger und neue und altbekannte Infektionskrankheiten. Gerade in Zeiten von Flüchtlingskrise ein großes Thema. Was auf den ersten Blick nach trockener Arbeit klingt, erscheint bei näherem Hinschauen als spannende Tätigkeit in einem interdisziplinären Team in stetigem Kontakt zu den neuesten Entwicklungen vor allem im Hinblick auf neue Krankheitserreger.

Ein weiteres großes Tätigkeitsfeld findet sich in den Medien. Was Hirschhausen uns mit Medizin- Quizsendungen und Kabarett vorlebt, ist bei wachsendem Interesse der Bevölkerung an medizinischen Themen und der damit steigenden Präsenz in den Medien gefragter denn je. Ob Fernsehredaktion, Zeitschriftenartikel oder Online-Dienst. Auf vielfältige Art bietet sich die Möglichkeit sich als Arzt in diesem Médié einzubringen. Es muss ja vielleicht nicht direkt die große Medienpräsenz von Dr. Eckardt von Hirschhausen sein, und auch wenn einem das kabarettistische Talent fehlt, so bleibt doch viel Raum für ernsthafte Reportagen und Dokumentationen. Doch auch wenn der Bedarf an Journalisten mit fundiertem medizinischem Hintergrundwissen immer weiter wächst, so fehlt einem als Arzt oft der journalistische Background und das schriftstellerische Handwerk. Ohne entsprechende Praktika, Volontariat oder Journalistenschule gibt es kaum eine Möglichkeit, in diesem Bereich langfristig tätig zu werden. Doch wer neben dem Medizinstudium sein schriftstellerisches Talent oder sein Interesse an der Medienarbeit entdeckt, kann bereits früh den Weg bahnen. Durch Praktika, aber ja vielleicht auch durch entsprechende Blogbeiträge 🙂.

Wer weniger Spaß an Buchstaben, dafür mehr an Zahlen hat. Dem bietet die Wirtschaft zahlreiche Möglichkeiten. Am offensichtlichsten ist da noch die Pharmaindustrie, wo Mediziner häufig in der klinischen Forschung und dem Produktmanagement arbeiten. Neben Forschung und Entwicklung geht es hier auch um Zulassung und Vermarktung neuer Produkte. Je nach Pharmakonzern bieten sich attraktive Aufstiegsmöglichkeiten und Weiterbildungsoptionen bis sogar hin zum Facharzt der klinischen Pharmakologie. Doch auch wen es weiter weg von der Medizin zieht, der kann als Unternehmensberater in eine der großen Firmen wie McKinsey einsteigen. Auch hier sind Mediziner gefragt und auch ohne BWL-Studium bieten sich hier zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten. Neben MBA stehen vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung, um einem das betriebswirtschaftliche Denken und Handeln näher zu bringen.

Natürlich ist das nur eine Auswahl von Alternativen für Mediziner, schließlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wo er seinen Weg sieht und welche Talente er hat. Schließlich haben auch zahlreiche Schauspieler und Politiker Medizin studiert… es bleibt also genug Raum für die freie Entfaltung und manchmal finden sich auch Wege, wo man sie zunächst nicht erwartet hat. Und letztendlich ist die Arbeit in der Krankversorgung ja auch immer noch eine Möglichkeit.

Eure Kerstin

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