Wer die Wahl hat, hat auch die Qual – PJ Planung

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Das Schöne am Medizinstudium ist, dass es neben der Theorie auch genügend Platz für Praktika bietet. Nachdem man die ersten beiden, eher theoretischen vorklinischen Jahre, mit dem erfolgreich bestandenen Physikum hinter sich hat, stellt sich irgendwann die Frage wo man seine Famulaturen und im weiten Sinne auch seine PJ Tertiale absolvieren möchte.

Zuvor vielleicht noch der Hinweis, dass während des klinischen Abschnittes im Humanmedizinstudium vier Pflichtfamulaturen a 30 Tage vorgesehen sind. Dabei dürfen zwei der vier Famulaturen in einem Krankenhaus abgeleistet werden, eine Famulatur in einer Praxis oder Alternativ in einer Ambulanz eines Krankenhaus und die vierte Famulatur ist (zum Leidwesen mancher) nun als Hausarztfamulatur vorgegeben.

Im Nachhinein würde ich sagen ist es egal mit welcher Famulatur man beginnt. Grundsätzlich würde ich sagen, dass es Sinn macht sowohl eine Krankenhausfamulatur auf der internistischen Station, als auch auf einer chirurgischen Station zu absolvieren. So habe ich es damals auch gemacht und bereue es keineswegs. Auch wenn man vielleicht schon seit Ewigkeiten weiß, welches Fach man später wählen wird, so schadet es nicht als Chirurg auch mal eine internistische Station mit ihren Krankheitsbildern und Arbeitsweisen gesehen zu haben und umgekehrt auch. Dafür kann man später, wenn man im Studium weiter fortgeschritten ist, aber natürlich auch unschöne Kommentare hören, wenn man sich dann für eine Doktorandenstelle, ein Stipendium o.ä. bewirbt, und von seinem Doktorvater so in der Art zu sagen bekommt, dass der Lebenslauf keine klare Linie zeigt und man anhand der Praktika nicht erkennen kann, was man will. Hier kann man damit argumentieren, dass einen die Famulaturen teilweise vorgegeben werden (z.B. Hausarzt) und man sich aber auch ein komplettes Bild sowohl der konservativen internistischen, als auch der chirurgischen Fächer machen wollte.

Bezüglich Zeitpunkt der Famulaturen würde ich jemandem empfehlen gleich nach dem ersten klinischen Semester mit jeweils einer Famulatur pro Semesterferien zu beginnen. Wer sich im Laufe des Studiums für eine Doktorarbeit entscheidet, wird gegen Ende des Studiums froh sein die Semesterferien für Arbeiten bzgl. der Doktorarbeit nutzen zu können und nicht noch nebenher eine Famulatur absolvieren zu „müssen“.

Bei der Wahl der PJ Tertiale sieht das ganze schon etwas anders aus. Bei manchen ist die initiale Fachwahl über die ganzen Studienjahre geblieben, bei manchen ändert sie sich früher oder später. Sofern man örtlich durch Familie oder ähnlichem nicht gebunden ist, würde ich empfehlen die PJ Tertiale 1. in dem Fach und 2. an dem Krankenhaus zu machen wo man sich später auch für eine Stelle bewirbt. So hat man vorab schon einen Einblick in die Abteilung, über die Kollegen und die Arbeitsweisen gewonnen und kann sich vielleicht durch gute Arbeit schonmal ein paar Pluspunkte beim Chef holen. Für die anderen Tertiale kommt es auf seine Ansprüche an. Will man etwas lernen oder will man einfach nur möglichst ohne großen Aufwand durch die vier Monate kommen? Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass man auch in Fächern, die für eine spätere FA-Ausbildung nicht in Frage kommen, immer etwas lernen kann. Die Patienten werden in Zukunft nicht gesünder, sondern eher älter, komplexer und multimorbider. Somit schadet es nicht möglichst viel aus anderer Fächern mitzunehmen – und das nicht zuletzt, weil man schließlich auch nie weiß in welchen Fächern man beim mündlich-praktischen Staatsexamen geprüft wird 🙂.

Wer ins Ausland will, sollte sich vorher an seiner Uni gut darüber informieren wie das nach der Rückkehr mit der Anrechnung läuft. Nicht, dass man nach absolviertem Tertial das böse Erwachen erlebt und einem gesagt wird, dass man das Tertial wiederholen darf. Am besten ist es als Erasmus Student ins Ausland zu gehen, auch wenn das mit etwas Aufwand und viel Bürokratie verbunden ist. Die spätere Anrechnung beim Prüfungsamt ist so aber eher garantiert und das Gefühl somit beruhigt.

Schlussendlich ist in meinen Augen das Wichtigste Spaß an den Praktika zu haben. Wer gerne zur Arbeit geht, wird auch gut darin sein und das fängt schon bei den Famulaturen und PJ Tertialen an. Oft weiß man erst durch ausprobieren, ob dieses oder jenes Fach genau so ist wie man es sich immer vorgestellt hat oder eben doch nicht. Egal für welche Famulaturen und PJ Tertiale man sich entscheidet, es macht großen Spaß das zuvor in der Theorie gelernte nun auch am Patienten anwenden zu können.

Ich wünsche euch viel Spaß bei den Praktika!

Eure Eva

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