Meine Erfahrungen in der plastischen Chirurgie im Rahmen meines PJ in Kapstadt

Nach 2 Monaten im Team Brust und Schilddrüse am Groote Schuur Hospital war es an der Zeit, für die zweite Tertialhälfte in die Trauma Unit zu wechseln. So war der Plan, doch es kam anders. Während der Zeit in der Allgemeinchirurgie habe ich bei vielen Mastektomien assistiert, oft wurde in derselben Sitzung eine Brustrekonstruktion durch die plastischen Chirurgen durchgeführt. Wieso ich mich dann spontan für die plastische Chirurgie entschieden habe und welche Erfahrungen ich während meines PJ in Kapstadt gemacht habe, erfahrt ihr im Folgenden.

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Photo courtesy of Elsevier / Colourbox

Warum ich mich für die plastische Chirurgie begeistere

Schon während meiner ersten chirurgischen Famulatur in Russland im Verbrennungszentrum kam ich in den Genuss der plastischen Chirurgie. Es ist für mich das spannendste und vielseitigste großchirurgische Fach und ohne lange zu zögern und zu überlegen entschied ich mich, statt für 2 Monate in die Trauma Unit zu gehen, in der Plastischen zu bleiben. Ich wurde sofort sehr herzlich vom Team aufgenommen und habe in dieser Abteilung bis jetzt definitiv die beste, lustigste und lehrreichste PJ-Zeit gehabt.

Meine Erfahrungen in der plastischen Chirurgie

In nur 2 Monaten habe ich verschiedene Eingriffe aus allen Bereichen der plastischen Chirurgie gesehen. Zu den Highlights gehören die Metoidioplastik, bei der aus einer hypertrophen Klitoris ein Penis rekonstruiert wurde und die OP einer Mund-Kiefer-Gaumenspalte. Bei allen OPs konnte man als Student assistieren und wurde wirklich gebraucht und für seine Arbeit geschätzt.

In keiner anderen Abteilung wie hier wurden meine chirurgischen Fertigkeiten so gefördert. Obwohl ich während meines Studiums zahlreiche Nahtkurse absolviert habe, habe ich erst hier gelernt, wie man näht. Ich hatte fast am Ende jeder OP die Gelegenheit zuzunähen. Neben Nähen hat man als Student Haken gehalten, Blutungen kauterisiert und war nicht selten gerade bei größeren Eingriffen wie bilateralen Mammareduktionen die Erstassistenz. Ich habe mehrmals eine Fettabsaugung durchgeführt und durfte sogar zum Ende des PJ kleinere Eingriffe wie eine Basalzellkarzinom- oder Keloidexzision von Anfang bis Ende komplett selbstständig durchführen. Nach der Zeit in der plastischen Chirurgie am Groote Schuur Hospital habe ich wieder Blut geleckt, dieses Tertial hat mich definitiv dazu gebracht, meine Zukunftspläne bezüglich der Facharztentscheidung zu überdenken.

Freizeit in Kapstadt neben dem PJ

Neben der ganzen Allgemeinbildung hat man in Kapstadt definitiv auch genug Zeit für Fun und Gönnung. Südafrika ist ein wunderschönes Land und Kapstadt eine tolle Stadt, in der es nie langweilig wird. Wir haben die Freizeit gut genutzt und sind viel gereist. Viele von uns haben in der Zeit Besuch von Freunden und Familie bekommen, sich dafür freizunehmen ist gar kein Problem. Die Fehltage werden je nach Abteilung gar nicht aufgeschrieben.

Neben zahlreichen Winetastings in Kapstadts Umgebung zählen die Wanderungen auf den Tafelberg und den Lion’s Head zum absoluten Muss. Wir haben uns zahlreiche Sonnenauf- und -untergänge an den schönsten Hotspots wie Signall Hill, Lion’s Head und the Rock angeschaut.

An unseren ersten gemeinsamen WG-Ausflug werde ich mich noch lange erinnern: Direkt einen Tag nachdem ich angekommen bin, sind wir um 5 Uhr morgens auf den Lion’s Head gewandert, um von dort den wunderschönen Sonnenaufgang zu schauen. Auch ein Roadtrip auf der Garden Route gehört unbedingt auf die To-Do Liste.

Fazit

Ich hatte in Kapstadt eine unvergessliche Zeit. Ich habe wundervolle Menschen kennen gelernt und Freunde fürs Leben gefunden. Ich bin mir sicher, ich komme eines Tages wieder zurück!

Eure Angelina


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