Famulatur in der Dermatologie

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Ein Medizinstudium hat viele Höhen und Tiefen. Eine Famulatur gehört aber ganz sicher zu den positiven Erlebnissen. So auch die zwei Wochen die ich an der Dermatologie der LMU verbringen durfte. Ich muss zugeben, dass ich vor Beginn einige Vorurteile gegenüber dieser Disziplin hatte. Den Entschluss in dieses Fach einzutauchen kam dadurch, dass ich im Sommer mit den Pfadfindern auf Reisen war und viele Jugendliche Ausschläge bekamen von der Hitze. Da habe ich gemerkt, dass meine Kenntnisse über Dermatologie sehr beschränkt waren. So habe ich an der Thalkirchner Klinik in München einen Famulantenplatz beantragt.

Die Klinik selbst ist ein großer und imposanter Altbau und ziemlich zentral gelegen. Nur “Hautpatienten” werden hier behandelt. Aber eigentlich reicht das Spektrum weit über das hinaus was ich mir unter Dermatologie vorstellte. Neben den diversen Stationen verfügt das Haus auch über OP-Räume und viele verschiedene Sprechstunden werden hier angeboten z.B. Phlebologie, Lymphome, Autoimmunerkrankungen, STD, Allergie, etc.

Ich wurde Station 9 zugeteilt und konnte dort von ganz kompetenten und geduldigen Stationsärzten und Assistenten lernen. Neben mir war noch eine PJ-Studentin auf dieser Station tätig und so konnten wir uns die Arbeit gut aufteilen. Der Arbeitstag begann mit der Visite um 8:30 mit dem Chef der Thalkirchner Klinik und den Stationsärzten. Nach der Morgenvisite begannen die PJlerin und ich mit den Aufnahmen oder den täglichen Blutabnahmen oder Zugänge legen. Wenn wir uns nicht sicher waren, wie ein Hautbefund zu beschreiben ist oder wie das weitere Vorgehen war, konnten wir immer auf die Assistenzärzte zurückgreifen die uns tatkräftig unterstützten aber auch genug Freiraum ließen um viel zu lernen und selbstständig zu arbeiten.

Jeden Tag um halb 1 stand die Mittagsvisite an. Hier versammelte sich fast das ganze Ärzteteam und Studenten um über spezifische Patientenvorstellungen auszutauschen oder zu beraten. Da konnte ich auch einiges lernen, weil oft eher ungewöhnliche Befunde vorgestellt wurden. Am Nachmittag erledigten wir noch das liegengebliebene vom Vormittag und um 13:30 stand Visite der neu aufgenommenen Patienten mit der leitenden Oberärztin an.

Einmal in der Woche war dann mit unserem Tutor studentischer Unterricht wo wir nochmal die Fälle der Mittagsvisite besprachen, was ich als ganz nützlich empfand, weil es manchmal schwierig war all die Informationen aufzufangen bei den Patientenvorstellungen.

Ich konnte viele verschiedene Krankheitsbilder erfassen und habe gelernt einen systematischen und kompletten Hautbefund zu machen. Zu den häufigsten Diagnosen die in der Zeit, wo ich dort famulierte, gestellt wurden zählten aktinische Keratosen, Ulci cruris, atopische Ekzeme, Urticaria, Abszesse und Erysipel. Tagtäglich nahmen wir Patienten auf die zur photodynamischen Therapie kamen oder zur extrakorporalen Elektropherese. Auch Allergietestungen wurden auf unserer Station durchgeführt sowie Hyposensibilisierungen auf z.B. Wespengift. Aber auch Patienten mit Psoriasis oder bullösem Pemphigoid wurden hier stationär behandelt.

Was mich besonders geprägt hat, war zu sehen wie Patienten die mit komplett geröteter und schuppender Haut und massivem Juckreiz zu uns kamen nach ein paar Tagen Behandlung eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome zeigten. Ich konnte den Erfolg und die Fortschritte sehen und das stelle ich mir sehr befriedigend vor in dieser Disziplin. Auch waren die Patienten daraufhin sehr dankbar, dass ihnen so gut geholfen werden konnte.

Vor dieser Famulatur habe ich die Dermatologie als nicht so schönes Fach abgestempelt und ich hätte mir niemals vorstellen können diese Disziplin zu meinem Beruf zu machen. Jetzt wo ich dort schnuppern konnte, ziehe ich Dermatologie auch in Erwägung für meinen späteren Werdegang. Das habe ich vor allem meinen “Lehrern” in der Thalkirchner Klinik zu verdanken, die mir sehr viel beigebracht haben.

Eure Caroline

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