Wie finde ich die passende Doktorarbeit

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Wenn man einmal in der Klinik angekommen ist, wird man mit ganz vielen neuen Eindrücken und Möglichkeiten konfrontiert. Auf einmal steht man mit Kittel am Krankenbett und kann die Patienten untersuchen. Man beschäftigt sich mit Themen die einen viel mehr interessieren als die in der Vorklinik und man hat auch endlich die Möglichkeit eine Doktorarbeit zu schreiben.

Am Anfang jeder Doktorarbeit steht die Frage: Was für eine Arbeit möchte ich eigentlich machen? Da haben viele schon Schwierigkeiten sich zu entscheiden. Möchte man lieber im Labor stehen und etwas Experimentelles machen, will man lieber mehr Patientenkontakt haben und eine klinische Arbeit machen oder soll es doch nur eine trockene statistische Doktorarbeit werden? Ich persönlich habe mich für eine statistische entschieden, weil ich möglichst risikofrei einen Doktortitel erlangen möchte. Man wird zwar immer von Anderen belächelt, weil man nur eine statistische Doktorarbeit macht, aber dafür kann man die Doktorarbeit in einer sehr viel kürzeren Zeit abschließen als es bei den klinischen und insbesondere den experimentellen Arbeiten der Fall ist. Statistische Doktorarbeiten haben neben der kürzeren Dauer auch noch einige andere Vorteile. Unter anderem, dass man meist direkt nach Unterzeichnung des Doktorandenvertrages anfangen kann. Dies ist möglich, weil viele statistische Doktorarbeiten retrospektiv sind und die Daten, mit denen man arbeiten soll, schon alle vorhanden sind. So muss man nicht erst Monate warten bis Patientendaten erhoben oder Experimente durchgeführt wurden, bis man die ersten Ergebnisse statistisch verwerten kann. Ein weiterer Vorteil einer statistischen Doktorarbeit ist, dass man diese meist parallel zur Uni schreiben kann und sich somit kein Urlaubssemester nehmen muss. Die statistischen Doktorarbeiten haben allerdings nicht nur Vorteile, denn wer auf ein „summa cum laude“ aus ist, der wird dies mit einer statistischen Doktorarbeit nicht schaffen. Des Weiteren sind retrospektive Daten nicht mehr beeinflussbar und man kann dadurch das Studiendesign nicht wesentlich beeinflussen. Hingegen bei klinischen und experimentellen Arbeiten, die prospektiv sind, kann man den Aufbau der Studie oder des Experiments selbst festlegen und die Durchführung beobachten, so dass dort keine Fehler unterlaufen. Darüber hinaus ist eine statistische Doktorarbeit nicht zu empfehlen, wenn man das Ziel verfolgt, später in die Forschung zu gehen oder als Chefarzt in einem renommierten Krankenhaus zu enden.

Wenn ihr euch entschieden habt was für eine Doktorarbeit ihr gerne machen würdet, dann steht euch die nächste Hürde bevor: ein Doktorarbeitsthema zu finden. Viele von euch denken sich sicherlich, dass man sich selbst ein Thema überlegen muss. Doch meist werden die Themen von den Doktorvätern und den Betreuern der Doktorarbeit festgelegt. Einige zu vergebene Doktorarbeiten werden an dem schwarzen Brett der Uni ausgehangen, doch von den meisten zu vergebenen Doktorarbeitsthemen bekommt man nur etwas mit, wenn man die Institute kontaktiert. Aus diesem Grunde habe ich mich an den PC gesetzt und auf den Internetseiten der einzelnen Fachbereiche des Uniklinikums, die mich interessieren, Kontaktdaten von Ärzten herausgesucht und diese dann per Mail kontaktiert. Es ist nicht schlimm falls man mal einen Arzt kontaktiert, der eigentlich gar keine Doktorarbeiten vergibt, denn meist wird man dann netterweise direkt an den Zuständigen weitergeleitet. Nachdem die einzelnen Mails aus dem Mailausgang verschwanden, hieß es dann erst einmal abwarten. Bei manchen wartete man vergebens auf eine Antwort, andere hatten zurzeit keine Doktorarbeit zu vergeben, aber es kamen auch einige positive Rückmeldungen zurück. So hatte ich dann verschieden Themen zur Auswahl. Doch die Themen allein reichten natürlich nicht aus, um eine Entscheidung zu treffen. Der nächste Schritt war ein persönliches Gespräch mit dem Doktorandenbetreuer oder sogar dem Doktorvater selbst. Die Gespräche am Anfang sind sehr wichtig, da man nur auf diese Art und Weise herausfinden kann, wie die Doktorarbeit genau aussehen soll. Außerdem werden bei den Anfangsgesprächen die wichtigsten Fragen, wie z.B. der zeitliche Umfang, der genaue Aufbau der Arbeit, wer die Erstautorenschaft bei einer Veröffentlichung bekommt, etc. geklärt. Nicht zuletzt sollte besprochen werden, wie genau die Betreuung der Arbeit aussieht. Man hört es leider immer wieder, dass Doktorarbeiten abgebrochen werden mussten und meist ist eine schlechte Betreuung der Grund für einen Abbruch.

Als kleinen Tipp empfehle ich, dass ihr euch vor dem Gespräch einige Fragen überlegt und diese dann auf einen Zettel schreibt. So habt ihr im Vorhinein genügend Zeit euch Gedanken zu machen und es macht auch immer einen guten Eindruck, wenn man merkt, dass ihr euch mit dem Thema Doktorarbeit schon etwas auseinander gesetzt habt.

Nach den einzelnen Treffen mit den Betreuern ist man zum Teil etwas überfordert, weil man sehr viel Input bekommen hat, den man erst einmal verarbeiten muss. Am besten geht man die verschiedenen Gespräche noch einmal durch und man findet dann doch sehr schnell heraus, welche Doktorarbeit die Richtige ist. In meinem Fall war es so, dass ich mich letzten Endes für die Doktorarbeit entschieden habe, bei der die wenigsten Fragen meinerseits offen geblieben sind, bei der mir der Betreuer und der Doktorvater direkt sympathisch waren und wo schon ein richtiges Konzept hinter der Arbeit stand.

Es ist nicht leicht eine gute Doktorarbeit zu finden und meist vergehen allein schon bei der Suche Monate, aber das ist vollkommen normal. Lasst euch auch bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Doktorarbeitsthema Zeit, denn ihr werdet euch mit dem Thema über einen sehr langen Zeitraum auseinander setzen müssen.

Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Suche nach der für euch richtigen Doktorarbeit!

Eure Sabrina

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