Wissenschaftliche Integrität

Elsevier teilt das Ziel der wissenschaftlichen Gemeinschaft, die Integrität der Forschung zu fördern – angefangen mit der richtigen Designmethodik und bis hin zur ethischen Artikeleinreichung, der gründlich reviewten Veröffentlichung bis hin zur Bereitstellung von Forschungsdaten zur Wiederverwendung. Nachstehend führen wir kurz unsere verschiedenen Initiativen auf, welche dazu beitragen sollen, die Vision in praktische Schritte umzusetzen.

Informationen, Bildung und Schulungen

Die Integrität der Forschung wird häufig in Aus- und Fortbildungsveranstaltungen von Forschungseinrichtungen thematisiert. Elsevier bietet auch solche Schulungen an, insbesondere im Zusammenhang mit dem Verfassen und Veröffentlichen von Forschungsartikeln.

Autoren:

Online-Vorlesungen und interaktive Kurse zu verschiedenen Themen, darunter Autorenschaft, Plagiate und Interessenkonflikte.

  • Die Online-Vorlesungen werden von führenden Experten gehalten, die sich anschließend Zeit für Fragen nehmen und zu Diskussionen anregen.
  • Interaktive Schulungen führen die Teilnehmer durch ein Thema und testen dabei ihr Wissen.

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Herausgeber:

Neue Herausgeber benötigen häufig eine Anleitung, wenn sie auf die ersten Probleme in Bezug auf die wissenschaftliche Integrität stoßen. Aber auch etablierte Herausgeber sind froh, wenn sie bei der Handhabung von Kritik in dieser Sache unterstützt werden.

  • Öffentlich zugängliches Publishing Ethics Resource Kit (PERK)
  • Die von Elsevier herausgegebenen Zeitschriften sind Mitglieder von COPE, dem Committee on Publication Ethics, einem Forum für Herausgeber von peer-reviewten Zeitschriften, um Fragen der Veröffentlichungsethik und der Integrität der wissenschaftlichen Aufzeichnungen zu diskutieren.

Wiederverwendung von Forschungsdaten

Forschungsdaten sind die Grundlage, auf der wissenschaftliches und medizinisches Wissen aufgebaut ist. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Forschung ergeben sich neue Möglichkeiten, Forschungsdaten zu speichern und zu erhalten. Die Erfassung von Forschungsergebnissen in digitaler Form hat viele Vorteile:

  • verbessert den Zugang, die Wiederverwendung und die Reproduzierbarkeit,
  • reduziert die Kosten,
  • spart Ressourcen,
  • erleichtert Entdeckungen,
  • fördert multidisziplinäre Forschung,
  • fördert die Integrität der veröffentlichten Forschung.

Wir bei Elsevier glauben, dass es zehn Faktoren dafür gibt, Forschungsdaten hochwirksam zu machen, die als Roadmap für die Entwicklung besserer Datenmanagementprozesse und -systeme während der gesamten Forschung und des gesamten Daten-Lebenszyklus dienen können. Zu diesen Aspekten gehören Erhaltung, Zugänglichkeit, Zitate, Reproduktion und Wiederverwendung. Mit diesen Merkmalen im Hinterkopf unterstützen wir Dateninitiativen wie Force11, Scholix und die Research Data Alliance (RDA).

Als Herausgeber und Informationsanalyseanbieter entwickelt Elsevier digitale Produkte und Plattformen, die Forschungsdaten in den Forschungsworkflow einbetten, um sie zugänglich, auffindbar und wiederverwendbar zu machen und letztlich die Integrität der veröffentlichten Forschung zu unterstützen.

Alle nachstehend aufgeführten Tools sind nahtlos ineinander integriert, um doppelte Arbeit zu vermeiden. Alle Tools verfügen über offene APIs, um auch die lokale Integration zu ermöglichen.

  • Mendeley Data bietet ein Datenrepository, in dem Forscher ihre Forschungsdaten speichern, gemneinsam an ihnen arbeiten und diese finden, teilen und verfügbar machen können
  • Research Elements Ist eine Sammlung von peer-reviewten Open-Access-Zeitschriften, die Daten, Software, Materialien und Methoden bereitstellt, damit diese gefunden sowie wiederverwendet und zitiert werden können.
  • Das elektronische Labor-Notizbuch Hivebench hilft Forschern, ihre Experimente und Methoden während einer Laborsituation besser zu dokumentieren, zu teilen und abzurufen.

Eine Liste mit all unseren Dateninitiativen anzeigen


Plagiate und Bildmanipulationen

Eine der häufigsten Verletzungen der Forschungsintegrität stellen Plagiate dar.

  • Um Plagiate vor der Veröffentlichung zu entdecken, hat sich die STM-Publishing-Community zusammengetan, um Crossref Similarity Check (früher CrossCheck genannt), zu entwickeln. Dabei handelt es sich um einen Service, der Herausgebern hilft, die Echtheit eines wissenschaftlichen Beitrags zu überprüfen. Elsevier hat über 10 Millionen Artikel und mehr als 7.000 Bücher zu diesem Service beigetragen und prüft jedes eingereichte Manuskript mit über 50 Millionen wissenschaftlichen Inhalten, die zuvor veröffentlicht wurden.

In jüngerer Zeit steigt die Anzahl von Problemen hinsichtlich der wissenschaftlichen Integrität aufgrund der Duplikation und Manipulation von Bildern. Solche Fälle werden gelegentlich von Reviewern oder Herausgebern mit einem wachen Blick dafür entdeckt. Es ist aber ein systematischer Prozess notwendig, um mögliche Probleme durchgehend zu identifizieren.

  • Einige unserer Zeitschriften übermitteln die eingereichten Bilder bereits durch einen manuellen Bildscreening-Prozess, aber ein solches Screening für alle Einsendungen erfordert einen halbautomatischen Prozess.
  • Elsevier ist in diesem Bereich aktiv, betreibt Pilotprojekte und sponsert Forschung in der Softwareentwicklun – so haben wir beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin das Humboldt-Elsevier Advanced Data & Text (HEADT) Centre gegründet, um Fragen im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Integrität zu untersuchen.

Strukturierte und transparente Berichte

Seit vielen Jahren werden die Integrität der gesundheitswissenschaftlichen und medizinischen Forschung und die damit verbundene Berichterstattung verbessert, indem die Einhaltung von disbezüglichen Richtlinien wie CONSORT gefordert wird. In anderen Fachgebieten stehen solche Standards nicht ohne weiteres zur Verfügung, obwohl viele der Meinung sind, dass sie sehr nützlich sein könnten.

  • Bisher hat die Elsevier-Zeitschrift Biochemical Pharmacology eine Checkliste für Autoren eingeführt, um sicherzustellen, dass angemessene Forschungsverfahren eingehalten und die dementsprechenden Berichte verfasst werden.
  • Cell Press hat die STAR Methods für die meisten seiner meisten Zeitschriften eingeführt. Bei den STAR Methods handelt es sich um Methoden, die ein strukturiertes, transparentes und zugängliches Reporting ermöglichen. Sie fördern Genauigkeit und Stabilität durch ein intuitives, konsistentes Rahmenwerk, das sich nahtlos in den wissenschaftlichen Informationsfluss einfügt. Für den Autor wird die Berichterstellung und für den Leser die Vervielfältigung einfacher. Als Cell im letzten Jahr damit begann, wissenschaftliche Beiträge mit den STAR Methods zu veröffentlichen, waren die Reaktionen sehr positiv.
    Ein Wissenschaftler schrieb:

Ich glaube wirklich, dass diese Maßnahme dazu beitragen wird, die Wissenschaft reproduzierbarer zu machen.


Vorregistrierung und registrierte Berichte

Der schlüssel zur korrekten Forschung besteht darin, während der Durchführung eines Forschungsprotokolls und der Sammlung oder Analyse von Daten keine Beeinflussung zuzulassen. Die Vorregistrierung der Forschungsmethodik ist eine Möglichkeit, die Transparenz und Reproduzierbarkeit der Wissenschaft zu verbessern, indem die Studienprotokolle vor der Durchführung der Experimente überprüft werden.

Die Zeitschrift Cortex bietet registrierte Berichte

Im Jahr 2013 bot die Elsevier-Zeitschrift Cortex als eine der ersten Zeitschriften Registrierte Berichte an – ein empirischer Artikeltyp, der darauf abzielt, Publikationsverzerrungen zu eliminieren und Anreize für die beste wissenschaftliche Praxis zu schaffen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Publikation akzeptieren Cortex und unsere anderen Zeitschriften mit registrierten Berichten einen Artikel zunächst vorläufig, wenn er auf einem zuvor eingereichten Studienprotokoll basiert, das als methodisch fundiert gilt und eine wichtige wissenschaftliche Frage behandelt. Mit dieser vorläufigen Annahme ihrer Arbeit können Autoren  in dem Wissen forschen, dass nicht die Ergebnisse selbst bestimmen, ob der Artikel veröffentlicht wird. Gleichzeitig können die Leser des abschließenden wissenschaftlichen Beitrags sicher sein, dass die Arbeit reproduzierbar ist, da die anfänglichen Studienvorhersagen und Analysepläne von unabhängiger Seite überprüft wurden.

Ein Beispiel eines aktuellen registrierten Berichts


Die The Lancet REWARD Kampagne

Jedes Jahr werden weltweit rund ein Drittel Billionen Dollar (USD) für die biomedizinische Forschung ausgegeben. Jedoch es gibt Hinweise darauf, dass diese Investitionen teilweise nicht sinnvoll genutzt werden - begründet wird dies durch die Art und Weise wie die Forschungsprioritäten festgelegt, die Forschung konzipiert, durchgeführt und analysiert sowie reguliert und verwaltet wird. Außerdem spielt auch die fehlende Veröffentlichung von vielen Forschungsarbeiten und die schlechte Berichterstattung über die bereits veröffentlichte Forschung eine Rolle.

Nach der Veröffentlichung einer Serie von vier wissenschaftlichen Beiträgen im Jahr 2014 über die Steigerung des Wertes und die Reduzierung von Überflüssigem in der biomedizinischen Forschung hat The Lancet die Kampagne REWARD (REduce research Waste And Reward Diligence) gestartet, die alle, die an der biomedizinischen Forschung beteiligt sind, dazu aufruft, ihre Arbeitsweise kritisch zu prüfen, um sicherzustellen, dass sie die Forschung so wertvoll und nutzbar wie möglich gestalten.

Das REWARD-Statement beinhaltet die folgende Vereinbarung:

Wir glauben, dass wir nicht nur die Aufgabe haben, Wissen zu fördern, sondern auch die Forschung selbst voranzubringen. Dies wird zur Verbesserung der Gesundheit und des Lebens aller Menschen überall beitragen. Als Investoren, Aufsichtsbehörden, kommerzielle Organisationen, Verleger, Herausgeber, Wissenschaftler, Nutzer von Forschungsergebnissen und andere verpflichten wir uns dazu, unseren Beitrag zur Steigerung des Wertes und zur Reduzierung von Verschwendung in der Forschung zu leisten.

Weitere Informationen zu den wissenschaftlichen Beiträgen, der Erklärung, der Kampagne, ihren Partnern sowie regelmäßige Updates.


Veröffentlichung reproduzierbarer wissenschaftlicher Arbeiten

Die Reproduzierbarkeit von Forschung sicherzustellen ist ein wichtiger Schritt, um diese vertrauenswürdig zu machen und Kollegen, Förderern und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass der Wissenschaft vertraut werden kann. Das müssen wir tun, um die Wissenschaft zu schützen. Replikationsstudien werden jedoch selten veröffentlicht, was folgende Ursachen haben kann:

  • Teilweise das Fehlen eines „Durchbruchs“ im Rahmen einer solchen Studie und somit die geringe Anerkennung, die der/die Autor(en) dafür erhält/erhalten, da relevante Zitationen dazu tendieren, auf die originale wissenschaftliche Arbeit zu verweisen.
  • Und auch eine damit verbundene Wahrnehmung, dass Zeitschriften und ihre Herausgeber nicht an Replikationsstudien interessiert sind, insbesondere an jenen Studien, die frühere Ergebnisse bestätigen.

Als führender Herausgeber hilft Elsevier, diese wahrgenommene Barriere im Hinblick auf die Veröffentlichung zu senken.

  • Wir bieten eine Heimat für Forschung, die die Reproduzierbarkeit fördert: Zeitschriften wie Heliyon sind froh über Studien von guter Qualität, ganz unabhängig von den Ergebnissen.
  • Wir haben auch eine Serie von virtuellen Sonderausgaben zusammengestellt, die sich auf die Reproduzierbarkeit konzentrieren: eine von ihnen enthält Replikationsstudien der Bereiche Neurowissenschaft, Neurologie, Psychologie und Psychiatrie und eine andere Artikeln über die Bedeutung der Reproduzierbarkeit.
  • Wir arbeiten jetzt an einer neuen Art von Artikeln zum Thema Replikationsstudien, die in Kürze in einer Reihe von Zeitschriften verfügbar sein werden.

Transparenz im Hinblick auf die Rollen der Autoren und Beitragenden

Da die Forschung zunehmend interdisziplinärer wird, wächst und verändert sich die Rolle der Autoren. An großen kollaborativen Projekten können oft Hunderte von Mitwirkende beteiligt sein, und selbst für kleinere Forschungsprojekte ist eine Autorenliste von 10-15 Personen nicht ungewöhnlich. Die Autorschaft ist ein Zeichen der Anerkennung, aber auch der Verantwortung – sowohl für den Inhalt des wissenschaftlichen Beitrags als auch für die Gültigkeit der darin enthaltenen Daten. Für jeden wissenschaftlichen Beitrag gilt, dass die Aufführung als Autor ein Hinweis auf einen sinnvollen Beitrag zu diesem wissenschaftlichen Beitrag ist und die Zustimmung zu dessen Inhalt und der Veröffentlichung darstellt.

  • Im Hinblick auf eine Verbesserung der Klarheit und Transparenz in diesem Zusammenhang hat Cell Press die Verwendung der CRediT-Taxonomie für wissenschaftliche Beiträge eingeführt,
  • Elsevier plant, im Laufe der Zeit die Einführung der Verwendung dieser Taxonomie für viele weitere Zeitschriften einzuführen.

Die CRediT-Taxonomie entstand aus einer gemeinsamen Anstrengung einer Reihe von Forschungseinrichtungen, Herausgebern, Finanzierungsagenturen, Standardorganisationen und anderen. Die neue Taxonomie soll verdeutlichen, welche Autoren tatsächlich zu einem wissenschaftlichen Beitrag beitragen und klare Definitionen für die verschiedenen Rollen liefern, die sie spielen können. Die Taxonomie und deren Implementierung sollen außerdem eine größere Anerkennung der Arbeit aller Autoren bewirken und Urheberschaftsdispute vermindern.


Sponsor der World Conference on Research Integrity

Elsevier war ein stolzer Sponsor der World Conference on Research Integrity (WCRI).

  • Im Zusammenhang mit der WCRI 2017 Konferenz haben wir zusätzlich einen Vorkonferenz-Workshop zum Thema „The Role of Text and Image Processing in Fostering Responsible Research Practices“ organisiert. Mit Präsentationen aus der akademischen Welt und der Industrie, unter anderem von Wissenschaftlern, Entwicklern und Softwareanbietern, hat dieser Workshop aktuelle und zukünftige Technologie-Anwendungen für eine bessere Wissenschaft erforscht. Ein Hauptaugenmerk lag darauf, wie Text-Mining- und Bildverarbeitungstechnologien in diesem Kontext verwendet werden können.

Zu den Abstracts dieses Workshops.