TMS – meine Erfahrungen mit dem Medizinertest

Wer sich für das Medizinstudium interessiert, stößt früher oder später bei der Recherche zu den Zulassungsvoraussetzungen auf die Medizinertests. Durch die Reformen für die Vergabe von Studienplätzen für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge, zu denen auch das Studium der Humanmedizin gehört, wurde die Bedeutung dieser Tests in der Bewerbung um einen Studienplatz angehoben. Der folgende Beitrag beschäftigt sich daher mit den Erfahrungen, die Medizinstudentin Pia in der Vorbereitung auf den Test für Medizinische Studiengänge (TMS) und der Prüfung an sich gemacht hat. Pia gibt dir außerdem Antworten auf die Fragen "Warum sollte ich eigentlich den TMS schreiben?", "Wie bereite ich mich am besten auf den Medizinertest vor?", "Wie ist der Test aufgebaut?" und "Welche Formalitäten gilt es zu beachten?"

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Photo from Colourbox

Warum TMS?

Jeder, der sich ein bisschen mit den Zugangsvoraussetzungen zum Medizinstudium in Deutschland beschäftigt, stolpert irgendwann über den Test für Medizinische Studiengänge (TMS). Unter Studierenden und Schülern ist dieser besser bekannt als der Medizinertest. Es handelt sich also um einen Test, der voraussagen soll, wie wahrscheinlich jemand erfolgreich ein Medizinstudium absolvieren kann. Ist natürlich nur wenig aussagekräftiger als die Noten auf dem Abiturzeugnis, kann aber bei einem nicht ganz perfekten Abischnitt eine Zulassung zum Studium bedeuten. Für mich war es genau das: Mein Ticket zum Medizinstudium. Mit einem Abischnitt von 1,8 waren meine Chancen auf den begehrten Platz nicht wirklich groß, aber mit meinem Testergebnis hat es dann eben doch gereicht.

Wie bereite ich mich auf den Test vor?

Der Medizinertest ähnelt vom Aufbau her klassischen Bewerbungstest von großen Unternehmen. Es werden also Fähigkeiten überprüft, welche für das angestrebte Studium und den späteren Beruf erforderlich oder zumindest hilfreich sind. Jeder einzelne Test ist darauf ausgelegt, dass der Prüfling nicht alle Aufgaben erfüllen kann. Es handelt sich um eine direkte Konkurrenz. Heißt also, je schlechter dein Sitznachbar und alle anderen Teilnehmer sind, desto besser für dich. Da es immer eine ganze Menge Teilnehmer gibt, die sich nicht vorbereiten, kannst du also mit etwas Training schon viele Plätze gut machen.

Es gibt viele Möglichkeiten sich auf den TMS vorzubereiten. Man kann sich zum Beispiel zwei Bücher mit Originaltests aus den vorherigen Jahren bestellen. Das macht auch definitiv Sinn, um ein oder zweimal einen Kompletttest auszuprobieren. Ich würde dir allerdings nicht empfehlen, direkt damit anzufangen. Erstens kannst du die Tests irgendwann auswendig und dein Lernerfolg ist minimal und außerdem ist es Anfang wirklich frustrierend. Stattdessen habe ich mit Workbooks angefangen. Für jeden Untertest gibt Trainingshefte von unterschiedlichen Anbietern. Ich habe ungefähr drei Monate vor dem Test angefangen und jeden Abend nur einen oder zwei Tests gemacht. Das hat mich also nur etwa eine halbe Stunde am Tag gekostet. Vergiss nicht die Sachen aus den Workbooks zu kopieren, sonst hast du zum Ende nicht genug. Erst, als ich die einzelnen Tests gut konnte, habe ich mich an den Kompletttest gewagt.

Neben der eigenen Vorbereitung kann man auch ganze Seminare buchen und sich professionell vorbereiten lassen. Ich habe mich damals dagegen entschieden, da diese Seminare ziemlich teuer sein können und ich von anderen Studierenden auch gehört habe, dass ihnen das nicht so wirklich geholfen hat. Das muss natürlich jede*r für sich entscheiden, ob ein Vorbereitungsseminar für sie/ihn passend ist. Ich kann einfach besser selbst lernen und nicht so gut mit fremder Anleitung.

Wie ist der Test aufgebaut?

Die Untertests beschäftigen sich mit verschiedenen Fähigkeiten. Ein Test fragt das Leseverständnis von medizinischen Sachverhalten ab, ein anderer Test das räumliche Vorstellungsvermögen. Auch das Gedächtnis und die Konzentration werden getestet. Genaues Hinschauen und logisches Denken waren ebenfalls Teilaufgaben. Die letzte Aufgabe testet, ob man Grafiken und Diagramme lesen kann. Die fällt traditionell nicht so gut aus, da einfach alle Teilnehmer müde und unkonzentriert sind. Mach dir keine Sorgen, wenn ein Test nicht so gut läuft, das kannst du mit den anderen Tests ausgleichen.

Welche Formalitäten gibt es?

Dann noch ein bisschen was zum Formalen. Informiere dich vorher, ob deine Wunschunis den TMS überhaupt anerkennen. Wenn nicht, brauchst du dir die Mühe auch nicht machen. Nicht alle Unis bewerten den TMS gleich. Einige bewerten nur, ob du besser als der Durchschnitt bist und andere bewerten jeden Prozentpunkt.

Der Anmeldezeitraum beginnt Anfang Dezember und geht bis Mitte Januar und der Test findet nur einmal im Jahr statt. Der eigentliche Test ist im Mai. Das heißt für viele zukünftige Studierende, dass da noch Abi-Prüfungen laufen. Überleg dir gut, ob du die TMS-Vorbereitung wirklich während der Abiturzeit machen möchtest. Man kann sich halt nicht auf alles gleich gut vorbereiten und du kannst beides nur dieses eine einzige Mal machen. Das ist einer Freundin von mir leider zum Verhängnis geworden, da sie sich vor allem auf ihr Abitur konzentriert und den Test nicht vorbereitet hat. Ich habe den Test erst ein Jahr später neben meinem FSJ gemacht und hatte alle Zeit der Welt mich nur auf den Test zu konzentrieren.

Und sollte dein Ergebnis nicht reichen noch ein kleiner Tipp: Bis auf einen zusätzlichen Test, ist der Schweizer EMS genau der gleiche Test. Und nach dem TMS weißt du ja wie der Test funktioniert und kennst deine Schwachstellen. Auch wenn du den TMS nicht nochmal machen darfst, ist das noch eine weitere Möglichkeit an einen der heißbegehrten Studienplätze zu kommen.

Viel Glück bei der Vorbereitung und dem Test. Du packst das!

Deine Pia

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