Hilfe, ich weiß nicht, was ich anziehen soll

Wie jeden Morgen stehe ich Minuten vor meinem Kleiderschrank und gehe im Kopf verschiedene Outfit-Kombinationen durch. Was soll ich bloß anziehen? Dabei geht es nicht etwa um eine Geburtstagsfeier von Verwandten oder um ein Gala-Dinner mit der Arbeit, sondern lediglich um unitaugliche Kleidung. Jetzt fragst du dich natürlich, was eigentlich mein Problem ist. Es wäre doch nicht zu viel verlangt, den obersten Pullover vom Stapel zu nehmen und ihn mit einer Lederleggins zu kombinieren. Doch da irrst du dich gewaltig. Auch im Medizinstudium gibt es Kleidungsstücke, die du am besten meiden solltest. Nachfolgend möchte ich dir deshalb ein paar Tipps geben.

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Kleidervorschrift im Präparationssaal

Im Präparationssaal gelten strikte Vorschriften in Bezug auf Sommerkleidung. In offenen Schuhen brauchst du dort gar nicht erst aufschlagen. Der zuständige Präparator wird dich umgehend nach Hause schicken. Verständlich, wenn du nicht willst, dass dir fremde Körperflüssigkeiten deine Zehennägel ruinieren oder Gerätschaften, wie Hammer und Meißel auf deine nackten Füße fallen. Schließlich präparierst du auch mit Handschuhen und die Gefahr, dass einmal etwas vom Präptisch fällt ist bei der Anzahl unerfahrener Studierenden doch relativ groß. Das gleiche gilt für deine Haare. Diese solltest du ab einer gewissen Länge lieber zusammenbinden, damit sie keinen unerwünschten Kontakt zu deine Körperspendern pflegen. Aus Respekt vor den Verstorbenen solltest du zudem eine lange Hose tragen. Nicht nur aus dem Grund, dass ein Kittel ohne lange Hose dezent merkwürdig ausschauen würde. Im Präpsaal ist es meistens relativ frisch und bei 3 Stunden Kurs kannst du dich auch im Sommer verkühlen.

Kittel in der Klinik

In der Klinik gelten übrigens die gleichen Regeln. Hier solltest du außerdem darauf achten einen sauberen Kittel zu tragen. Die Patienten möchten wahrscheinlich nur ungern von dir versorgt werden, wenn an deinem Ärmel noch diverse Spuren von deiner Arbeit im Präpkurs kleben. Ebenfalls kann ein Bügeleisen wahre Wunder bewirken. Du glaubst nicht, wie viele vor allem ältere Patienten Wert auf ein gepflegtes Äußere legen. Dazu gehören nicht nur saubere gepflegte Hände, sondern auch ein weißer glatter Kittel.

Praktische Kleidung für die Übungen

Für praktische Übungen, bei denen sich die Studierenden gegenseitig untersuchen empfiehlt sich bei den weiblichen Probanden ein geeigneter BH. In der LMU werden wir bei solchen Kursen darauf hingewiesen, wenn wir wollen einen Sport-BH oder Bikini mitzunehmen. Das ist natürlich kein Muss, aber für viele junge Studentinnen sehr hilfreich.

Bequeme Kleidung für die Vorlesung

In der Vorlesung liegt die Entscheidung bei den Studierenden, welche Kleidung sie tragen. Ich kann allerdings aus eigener Erfahrung sagen, dass enge Jeans auf die Dauer sehr unangenehm werden können. Meistens finden die Vorlesungen am gesamten Vormittag statt und du willst sicher nicht nach der zweiten Stunde aufspringen, weil dein rechtes Bein in einer Skinny-Jeans eingeschlafen ist. Bequeme Kleidung kann hier sicherlich nicht schaden.

Fazit

Ich stehe immer noch vor meinem Schrank, habe mich aber mittlerweile entschieden, wie ich mich heute in der Uni kleiden möchte und nehme einen bequemen Pullover und eine Stoffhose aus dem obersten Fach. Dazu kommen später noch schlichte Stiefeletten. Dir ist es selbst überlassen, wie du dich in deinem Medizinstudium kleidest, solange du dich bei deiner Entscheidung wohl fühlst und deine Patienten nichts zu meckern haben.


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