TMS – meine acht Tipps für eine perfekte Vorbereitung

Durch die Änderungen der Zulassungskriterien zum Medizinstudium ab dem Sommersemester 2020 ist der „Test für Medizinische Studiengänge“ (TMS), kurz „Medizinertest“, zu einem der wichtigsten Faktoren im Kampf um die begehrten Studienplätze geworden. Selbst mit einem Abiturschnitt von 1,7 wie bei mir hat man damit immer noch gute Chancen, schnell und ohne vorherige Ausbildung einen solchen Studienplatz zu ergattern. Im folgenden Artikel möchte ich euch gerne von meinen eigenen Erfahrungen berichten und euch nützliche Tipps mit auf den Weg geben. Außerdem zeige ich euch meinen Lernplan für die Vorbereitung auf dem TMS.

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1. Unterschätze nicht die Zeit für die Vorbereitung auf den Medizinertest

Ich habe im März 2016 in Mainz mein Abitur erhalten, ein Jahr später Anfang Mai 2017 den TMS geschrieben und studiere nun seit Oktober 2017 an der Universität Mainz Medizin. Und hier setzt auch schon eine der ersten Entscheidungen an, die ihr euch gut überlegen solltet: den Medizinertest dürft ihr nämlich nur ein einziges Mal im Leben schreiben und daher solltet ihr den Zeitpunkt so wählen, dass ihr euch ohne Stress ordentlich auf diesen Tag vorbereiten könnt. Ich persönlich hatte damals nach dem ganzen Stress im Abitur einfach keine Lust, direkt weiter zu lernen, zumal ich dann auch nur noch zwei Monate Zeit gehabt hätte. Allen, die in ihrem Bundesland ohnehin erst im Juni das Abitur erhalten, würde ich definitiv raten, sich zuerst auf das Abitur zu konzentrieren und dann im Jahr darauf den TMS zu schreiben. Es gibt nämlich ohnehin genug Dinge, mit denen ihr die Zeit bis zum Studium sinnvoll füllen und euch so gleichzeitig Stress in den ersten Semestern nehmen könnt. Zu diesen zählen vor allem die drei Monate Pflegepraktikum und ein Erste-Hilfe-Kurs, die ihr bis zu einem bestimmten Zeitpunkt – im regulären Studiengang bis zum Physikum nach dem vierten Semester – absolviert haben müsst.

2. Besorge dir deine Lernunterlagen gleich zu Beginn

So konnte ich jedenfalls ganz entspannt im Dezember 2016 mit der Vorbereitung für den TMS beginnen. Hierzu empfehle ich euch auf jeden Fall die Bücherreihe von MedGurus, die zwar 129 Euro kostet, aber definitiv jeden Cent wert ist. Ich habe mich zunächst in den Leitfaden eingelesen und mich danach Stück für Stück mit den verschiedenen Aufgabentypen bekannt gemacht. Wichtig ist, dass man zu diesem Zeitpunkt definitiv noch nicht richtig anfangen muss diese Aufgaben zu üben. Es geht vielmehr darum, ein Gespür dafür zu entwickeln, welche Fähigkeiten der Test prüfen will und dass man erkennt, dass er kein echtes faktisches Wissen, wie beispielsweise in der Schule, abfragt.

3. Mach dir einen Lernplan

Anfang Februar, also drei Monate vor dem TMS habe ich mich dann an die Arbeit gemacht und für die letzten zehn Wochen bis zur Prüfung einen individuellen Wochenlernplan erstellt. Eine Beispielwoche ist in der Abbildung dargestellt. Definitiv wichtig ist es, sich dabei nicht zu sehr unter Druck zu setzen und auch regelmäßig Auszeiten zu nehmen. Ich habe es so geplant, dass ich wie zu Schulzeiten das Wochenende frei hatte. Zudem war ich auch zwischendrin nochmal 4 Tage mit Freunden im Urlaub. Das alles hilft auch, das Erlernte überhaupt verarbeiten zu können.

TMS Lernplan

4. Lerne alleine, aber suche dir Unterstützung

Gelernt habe ich immer alleine, was bei dem Typus von Aufgaben sehr von Vorteil und zudem organisatorisch deutlich einfacher ist. Nichtsdestotrotz ist es ideal, wenn man wie ich einen Freund hat, der ebenfalls für den TMS lernt und mit dem man sich immer wieder über Probleme austauschen und nützliche Tipps geben kann. Außerdem ist geteiltes Leid bekanntlich halbes Leid und man kann sich auf diese Weise gegenseitig etwas beruhigen. Auf Facebook gibt es zudem unterschiedliche Gruppen zum „TMS – Test für medizinische Studiengänge“, in der alle möglichen Fragen diskutiert und Tricks ausgetauscht werden. Hier lohnt es sich auf jeden Fall einzutreten.

5. Begib dich in eine reale Prüfungssituation

Wer sich mit dem Thema Medizinertest beschäftigt wird auch schnell auf verschiedenste Crashkurse stoßen, die meistens zwischen 500–1000 Euro kosten und versuchen, einem innerhalb von einer Woche die Thematik näher zu bringen. Ich persönlich habe so einen Kurs nicht besucht und bin auch der Meinung, dass sie auf keinen Fall notwendig sind, da in den Büchern von MedGurus wirklich alle Tipps und Tricks erklärt sind und man eine genaue Anweisung bekommt, wie man an das Lernen rangehen soll. Für diejenigen, die bereit sind, dieses Geld auszugeben, und für die es einfach beruhigend ist, nochmal alles erklärt zu bekommen, ist es aber auch sicherlich nicht von Nachteil. Man braucht sich allerdings nicht der Illusion hingeben, dass man danach komplett auf den Medizinertest vorbereitet ist. Der Hauptteil der Arbeit entfällt definitiv auf das eigenständige Lernen und ist unentbehrlich.

Was jedoch zu empfehlen ist: ungefähr nach der Hälfte der Vorbereitungszeit sollte man bei einem dieser Anbieter eine Simulation buchen. Bei dieser simuliert man prüfungsecht den Ablauf des Medizinertests. Man ist damit am eigentlichen Prüfungstag gut gewappnet und weniger nervös, da man alle Abläufe kennt.

6. Checke die Location vor dem Prüfungstag

Die Location deiner Prüfung solltest du dir unbedingt ein paar Tage vorher schon mal anschauen. So kennt man bereits die örtlichen Begebenheiten, Parksituation, Anreise usw. und kann von nichts mehr überrascht werden. Idealerweise besteht vielleicht die Möglichkeit, von einem Verwandten oder Freund mit dem Auto hingefahren zu werden. Das erspart euch morgens den Stress mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und lässt euch entspannter in die Prüfung gehen. Wichtig: eine Teilnahme an einem anderen als dem auf der Einladung angegebenen Testort ist nicht möglich!

7. Bereite deine Prüfungsutensilien vor

Alle Prüfungsutensilien, die ihr mit in den Raum nehmen wollt, müssen in einem durchsichtigen Beutel verstaut sein, da es vor Betreten des Saals Eingangskontrollen gibt (eine Liste mit allen wichtigen Utensilien findet ihr unten). Alles weitere kann außerhalb an einer Garderobe abgegeben werden. Hierbei ist zu bedenken, dass es in der Mittagspause an dieser zu großen Staus kommen kann, wenn alle an ihre Rucksäcke möchten. Sei deswegen clever und nimm deine Snacks am besten direkt mit in den Raum hinein oder deponiere sie in der Nähe im Auto.

Was du unbedingt zum TMS mitbringen musst:

  • Ausgedruckte Einladung zum TMS
  • Bei Minderjährigen: Einverständniserklärung des/r gesetzlichen Vertreter(s). Ohne Abgabe dieser Erklärung ist eine Teilnahme am TMS nicht möglich!
  • Gültiger, amtlicher Original-Lichtbildausweis (Personalausweis/Reisepass)
  • Zwei schwarze Fineliner und/oder dünne Filzstifte (vor Ort werden keine Stifte zur Verfügung gestellt!)

Diese Dinge darfst du mit in den Raum bringen:

  • Vier verschiedenfarbige Markierstifte oder Buntstifte (nur als Arbeitshilfe, nicht zum Ankreuzen im Antwortbogen!)
  • Verpflegung (Essen und Getränke in durchsichtigen Behältnissen oder handelsüblicher, ungeöffneter Verpackung oder in wiederverwendbaren Trinkflaschen), z.B. Traubenzucker, Banane
  • Durchsichtige Dosen oder Beutel
  • Geldbörse, Medikamente, Taschentücher
  • Timer (ohne Rechnerfunktion, nicht tickend, nicht blinkend), z.B. Digitalwecker, keinerlei Armbanduhren

8. Plane deine Pause & deine Snacks

Der Test beginnt zumeist morgens gegen 9 Uhr und endet in aller Regel gegen 17 Uhr. Es gibt einen Vormittags- und einen Nachmittagsteil, zwischen dem eine einstündige Pause zur Regeneration liegt. Hier solltet ihr auf jeden Fall etwas essen, um eure Energiespeicher wieder zu füllen. Achtet aber darauf, eher leichte Nahrung zu euch zu nehmen, damit ihr nicht im Anschluss wegen der gesteigerten Verdauung müde werdet. Es empfiehlt sich außerdem, etwas Traubenzucker für die letzten 20 Minuten jedes Prüfungsteils parat zu haben und so nochmal einen kleinen Energieschub zu bekommen. Ein Getränk mit einem leicht erhöhten Salzanteil hält das Wasser im Körper und verhindert effektiv, dass ihr außerhalb der Pause auf Toilette gehen müsst.

Fazit

Ich hoffe sehr, dass euch meine TMS-Erfahrungen und praktischen Tipps etwas Arbeit ersparen und euch helfen, diesen Tag erfolgreich zu meistern.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim TMS!

Euer Tim

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