10 allgemeine Tipps und Tricks der Autoren zum MedAt und HAM-Nat

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1. Rechtzeitig informieren (bis Oktober des Vorjahres): Nutzt Suchmaschinen, seid lästig und ruft an den zuständigen Stellen an und holt euch Infomaterial – das Wissen um die Rahmenbedingungen der Aufnahmeverfahren ist das A und O und die wichtigste Grundvoraussetzung, um den Aufnahmeprozess zum Medizinstudium mit Erfolg zu meistern. Wer nicht weiß, wann die Fristen zur Anmeldung ablaufen, was für die Prüfung genau gelernt werden muss oder auch nur wie das ganze Procedere überhaupt abläuft, hat einen immensen Nachteil gegenüber seinen Konkurrenten.

2. Prozess planen (bis November des Vorjahres): Wo will ich studieren und genügt dieser Ort meinen Bedürfnissen? Was kostet mich die Vorbereitung und kann ich mir das alles leisten? Wie komme ich überhaupt an den Prüfungsort? Und und und… Plant euren Prozess für das Aufnahmeverfahren am besten akribisch und frühzeitig, damit ihr für entsprechende Eventualitäten im Notfall gewappnet seid.

3. Studienort wählen (bis Dezember des Vorjahres): Hier noch einmal gesondert zu einem besonderen Aspekt des Bewerbungsprozesses – die Auswahl des Studienortes. Es ist die wichtigste Entscheidung im Rahmen eurer Bewerbung, denn verschiedene Studienorte haben unterschiedliche Konkurrenzsituationen. Wählt mit bedacht, ob ihr in Graz, Linz, Innsbruck oder Wien bzw. Berlin, Hamburg oder Magdeburg studieren möchtet, denn diese Entscheidung kann die folgenschwerste oder aber auch beste Entscheidung sein, die ihr trefft. Macht euch dazu bitte viele Gedanken und lasst euch am Besten helfen, z. B. auf diesen Links (für den MedAT):

https://www.get-to-med.com/statistiken-fuer-den-medat

4. Planung der Vorbereitung (ab Januar): Erst jetzt beginnt ihr mit der Vorbereitung – doch auch das will gekonnt sein. Dazu solltet ihr euch folgende Fragen stellen:

  • In welchen Fächern liegen meine Stärken und Schwächen?
  • Mit welchem Vorbereitungsmaterialien will ich mich vorbereiten? Bücher, Videos, Lernportale und/oder Vorbereitungskurse?
  • Wie viel Geld steht mir für die Materialien zur Verfügung und woher bekomme ich die Bücher etc. eigentlich?
  • Mache ich mir einen Lernplan und wenn ja, wie sieht der aus?
  • Wann und wie mache ich Prüfungssimulationen?
  • Suche ich mir eine Lerngruppe?

Diese Fragen sind natürlich nicht vollständig, sondern nur als grobe Orientierung für die Planung der Vorbereitung gedacht. Eine Orientierung, zumindest für den MedAT gibt euch nachfolgender Link:

5. Ausführen der Vorbereitungspläne (ab Februar): Nachdem ihr eure Lernmaterialien gekauft und eure Vorbereitung geplant habt, geht es um die Exekution der Pläne. Wichtig:

  • Geht auch diesen Schritt strukturiert an.
  • Organisiert erst eure Freizeit, dann eure Lernzeit.
  • Setzt euch eine Deadline, wann ihr den gesamten Stoff fertig haben wollt.
  • Macht einen Lernplan. Alle die dafür zu faul sind, können sich die Lernpläne für MedAT und HAM-Nat hier downloaden:

6. Anmeldung zur Aufnahmeprüfung (ab März bzw. Januar oder Mai (Juli)): Nicht vergessen und zur Aufnahmeprüfung bzw. zum Aufnahmeverfahren anmelden (medizinstudieren.at oder hochschulstart.de).

7. Lernen (ab April bzw. Mai): Beginnt für den MedAT bestenfalls spätestens im April und für den HAM-Nat im Mai zu lernen. Dann habt ihr für beide Prüfungen mindestens 3 Monate Zeit. Dabei solltet ihr besonders darauf achten, dass ihr an euren, von vornherein geplanten, freien Tagen auch wirklich entspannt. Darüber hinaus solltet ihr gegen Ende der Lernzeit extrem viele Prüfungssimulationen durchführen. Dazu ein Videotipp:

TedxTalk: What do top students do differently? https://www.youtube.com/watch?v=Na8m4GPqA30

Nehmt euch bei der Vorbereitung vor, den letzten Monat nur noch zu wiederholen und das unter Prüfungsbedingungen – dann sollte eurem Erfolg nichts mehr im Wege stehen.

8. Prüfungstag (6. Juli bzw. Mitte August (Februar): Nun ist es soweit – der Testtag ist gekommen. Unsere Tipps zum erfolgreichen Absolvieren des MedAT & HAM-Nat:

  • Tipp 1: Obwohl es bei der Aufregung schwer ist, versucht am Vortag des Tests auszuschlafen. Eine erholsame Nacht wirkt Wunder.
  • Tipp 2: Vermeidet unbedingt Alkohol und sonstige leistungsbeeinträchtigende Substanzen, damit ihr am Testtag einen klaren Kopf behaltet.
  • Tipp 3: Ihr dürft, ja sollt euch bestenfalls am Vortag amüsieren. Geht raus, trefft euch mit Freunden oder lernt neue Leute kennen und habt einfach Spaß – der Stress kommt schon früh genug.
  • Tipp 4: Ein ausgewogenes Frühstück eine Stunde vor der Prüfung ist essentiell für den Blutzucker während des Examens. Dabei solltet ihr wirklich eine Stunde vor Testbeginn essen, da es eine Weile dauert, bis die Nährstoffe auch im Gehirn ankommen. Des Weiteren solltet ihr unter keinen Umständen die Prüfung mit leerem Magen bestreiten, da das Gehirn mit dem richtigen Blutzuckerpegel um einiges leistungsfähiger ist.
  • Tipp 5: Zur Ausgewogenheit der Nahrung: Vermeidet Einfach- bzw. Zweifachzucker wie sie in Schokolade, Obst oder Dextro Energy vorkommen – ja ihr habt richtig gelesen. Einfachzucker führen zwar zu einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels, jedoch auch zu einer großen Insulinausschüttung. Insulin hingegen senkt bekanntlich den Blutzuckerspiegel und erhöht den Zuckergehalt der Körperzellen, was auch der Leistungsfähigkeiten der Nervenzellen im Gehirn zugutekommt – denn Zucker ist der Treibstoff der Zelle. Das Problem mit diesen Nahrungsmitteln ist jedoch, dass das Auf und Ab des Blutzuckerspiegels viel zu schnell vonstattengeht, sodass der Zucker sowohl im Blut als auch in der Zelle schon nach kürzester Zeit (ca. 30 Minuten), aufgebraucht ist. Da beide Prüfungen aber mehrere Stunden dauern, solltet ihr Nahrung zu euch nehmen, die vorzugsweise aus Komplexzuckern besteht, wie z. B. Nüsse oder Vollkornbrot. Diese Arten von Zucker sind nämlich schwerer zu verdauen und verweilen daher länger im Magen-Darm-Trakt, was zu einer allmählichen, kontinuierlichen Zunahme Blutzuckers mit Plateau-Phase, also längerem, konstanten Blutzuckerspiegel und dadurch kontinuierlicherer, zellulärer Zuckerversorgung (auch im Gehirn) führt.
  • Tipp 6: Neben dem Essen solltet ihr auch ausreichend trinken!
  • Tipp 7: Zu guter Letzt noch der obligatorische, aber dennoch essentielle Hinweis: Bleibt ruhig und gebt euer Bestes!

9. Plan B – ω (vor und nach dem Test): Ein Blackout, ein unerwarteter Schicksalsschlag vor dem Test oder auch schon ein schlechter Tag können das Nichtbestehen der Prüfung begründen. Macht euch deshalb auch immer Gedanken darüber, was passiert, wenn ihr nicht zum Studium zugelassen werdet. Studiert ihr vielleicht (Molekular-)Biologie, habt ihr vor eine Ausbildung im Gesundheitswesen zu beginnen, um eure Chancen zur Zulassung zu steigern, oder nehmt ihr euch einfach ein Jahr raus aus dem ganzen Hamsterrad und nutzt die Zeit um exzessiv Bücher zu lesen, eure sozialen Fähigkeiten zu verfeinern und einfach das Leben zu genießen (so habe ich das zumindest gemacht)?

10. Niemals aufgeben (für immer): „I’ve been to Disneyland, like, 10 times. I’m getting really tired of Disneyland.“ Dieses Zitat ist zwar inhaltlich vollkommen unpassend. Jedoch stammt es von einem der herausragendsten Unternehmer der Menschheitsgeschichte: Elon Musk. Elon hatte 2002 die Vision ein privates Raumfahrtunternehmen (SpaceX) mit wiederverwertbaren Trägerraketen zu erschaffen, um Raumfahrt auch für Privatpersonen erschwinglich zu machen. Nachdem legendäre Astronauten wie Neil Armstrong, die zu den größten Vorbildern Elons zählen, sich strikt gegen private Raumfahrt ausgesprochen haben, die ersten drei Startversuche seiner Testraketen kläglich gescheitert sind und er für den vierten Versuch sein gesamtes Privatvermögen im Wert von mehreren Milliarden Dollar investiert hat und fortan Freunde um Essen bitten musste, schafften er und sein Team es am 28. September 2008 erstmals in der Menschheitsgeschichte eine wiederverwertbare Trägerrakete als Privatunternehmen ins All und wieder zurück zu befördern.

Die Geschichte von SpaceX zeigt, dass mit mentaler Stärke, einem unbeugsamen Willen und extrem harter Arbeit alles Erdenkliche erreicht werden kann. Wenn du also irgendwann daran denkst aufzugeben und dir einredest, du schaffst die Aufnahme zum Medizinstudium bestimmt nicht, fragen wir dich hier und jetzt: Bist du dir da ganz sicher?

Deniz Tafrali (Graz, März 2018)

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