Das Pflegepraktikum – mein Erfahrungsbericht

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Organisatorisches

Jeder, der sich für das Medizinstudium entscheidet, wird ziemlich schnell mit dem Pflegepraktikum konfrontiert, was man bis zum Physikum absolviert haben muss. Es sind insgesamt drei Monate, die man in der Pflege arbeiten muss und bei den drei Monaten achtet das Landesprüfungsamt strengstens darauf, dass es nicht weniger sind. Man hat die Möglichkeit die drei Monate in der Pflege aufzuteilen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass der kürzeste Block mindestens dreißig Tage umfassen muss. So kann man das Pflegepraktikum zum Beispiel in drei Blöcken von je dreißig Tagen oder in zwei Blöcken à 45 Tagen aufteilen. Darüber hinaus darf das Praktikum nur in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden, so dass man dafür seine wertvollen und in der Vorklinik auch dringend nötigen Semesterferien opfern muss. Aus diesem Grund empfehle ich, zumindest schon einen Teil des Pflegepraktikums vor Beginn des Studiums zu machen. Dies ist ab dem Erhalt des Abiturzeugnisses möglich. Diejenigen unter euch, die schon eine Ausbildung in der Krankenpflege oder im Rettungsdienst gemacht haben, müssen meist kein Pflegepraktikum mehr machen. Um die Zeit in der Pflege oder in der Rettung anerkennen zu lassen, müssen diejenigen von euch, die das betrifft, einmal ins Studiendekanat gehen und das dort regeln.

Mein Pflegepraktikum

So nun habe ich aber genug Organisatorisches zum Pflegepraktikum gesagt und erzähle euch ein bisschen von meinem Pflegepraktikum. Ich habe mein Pflegepraktikum damals in je „dreißig Tage“-Abschnitten absolviert – den ersten Teil davon auch vor Beginn der Uni. Die Bewerbung im Krankenhaus in der Nähe meines Wohnorts lief denkbar unkompliziert ab. Man merkte zu dem Zeitpunkt schon, dass händeringend Pflegekräfte gesucht werden und ich habe auch ziemlich schnell auf der Station gemerkt, dass dieses Praktikum nicht aus Kaffee kochen und über die Schulter schauen bestehen wird. Nein, von Beginn an wurde ich voll eingebunden und musste die gleichen Aufgaben wie ein auszubildender Krankenpfleger erledigen – und das ist bei weitem kein leichter Job. Da ich ausschließlich Frühdienste hatte, ging mein Arbeitstag um sechs Uhr los. Für mich war es auf jeden Fall ganz schön schwer so früh aufzustehen, doch da der Dienst immer mit einer Übergabe begann, hatte man zumindest noch die Möglichkeit so richtig wach zu werden und auf Betriebstemperatur hochzufahren. Danach gings auch schon los mit dem ersten Durchgang durch die Patientenzimmer. Hierbei musste man dann die Vitalparameter der Patienten erheben, die Medikamentenschälchen für den Tag aushändigen und die Betten frisch machen. Wenn man hiermit durch war, musste das Frühstück ausgeteilt werden. Heutzutage wird das Austeilen vom Essen und das Abräumen meist von Cateringfirmen übernommen, so dass die Krankenpfleger etwas entlastet werden und sich nicht auch noch darum kümmern müssen. Essen austeilen ist auch, wenn man es einmal genau nimmt, keine pflegerische Tätigkeit. Zurück zum Arbeitsalltag. Nach dem Frühstück hieß es für mich: waschen und zwar Menschen waschen. Wenn man frisch gebackene Abiturientin ist, ist es auf jeden Fall erstmal eine Überwindung einen Menschen, egal ob Mann oder Frau, von Kopf bis Fuß alleine zu waschen. Mit der Zeit habe ich mir aber immer weniger Gedanken über das Waschen gemacht. Mir wurde klar, dass es zwar bei weitem nicht der schönste Zeitvertreib für mich ist, aber es für die Patienten wahrscheinlich viel schlimmer ist als für mich, da es ein Eingriff in deren Privatsphäre ist. Nach dem Waschen von Patienten war es auch schon fast Mittag, so dass man mit der Verteilung des Mittagessens beginnen konnte. Zwischendurch sind natürlich immer wieder einige pflegerische Tätigkeiten wie Beine wickeln, Patienten umlagern oder mobilisieren zu erledigen. Dazu kommen dann noch Transporttätigkeiten und auf den chirurgischen Stationen das Prämedizieren. Auf diese Art und Weise ist man die komplette Schicht über auf den Beinen und läuft mehr als man anfangs denken würde.

Beim Pflegepraktikum sollte man auf jeden Fall an eine Sache denken und zwar, dass man den Schwestern gegenüber stets freundlich ist, denn die merken schnell, ob man einfach nur die Zeit absitzt oder richtig mit anpackt. Wenn man sich gut mit den Schwestern versteht, macht zum einen das Arbeiten mehr Spaß, man bekommt mehr erklärt und bei guter Arbeit wartet vielleicht auch die ein oder andere Süßigkeit auf euch.

Eure Sabrina

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