Anforderungen im Pflegeberuf – 1000 Fragen, 1000 Antworten

In der Ausbildung im Pflegebereich gilt es viele Dinge aus unterschiedlichen Themengebieten zu erlernen und zu beachten. In der Kategorie „1000 Fragen, 1000 Antworten“ (in Anlehnung an das Buch „PFLEGEN 1000 Fragen, 1000 Antworten“) beantworten wir immer wieder Fragen zu unterschiedlichen Bereichen, u.a. Berufsbild Pflege, Grundlagen pflegerischen Handelns oder Sofortmaßnahmen in der Pflege. In diesem Beitrag fokussieren wir uns auf 3 Fragen zu den Anforderungen des Pflegeberufs.

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Was versteht man unter dem Begriff Stress?


Der Begriff Stress ist, je nach Wissenschaft, unterschiedlich definiert. Da hier der Kontext der Anforderungen im Pflegeberuf im Vordergrund steht, wurde eine psychologische Definition ausgewählt. Hier bedeutet Stress, dass eine Person anhaltend einer
physischen oder psychischen Belastung ausgesetzt ist. Stressoren lösen eine Reaktion aus, diese und auch die Reaktion der Person darauf können sehr individuell sein.

INFO: Es gibt positiven Stress, sogenannten „Eustress“, der durch Leistungs- und Zeitdruck motiviert, Aufgaben/Anforderungen zu erledigen. Der negative Stress, sogenannter „Disstress “, führt hingegen zu Überforderungen und Problemen bei der Bewältigung
von Aufgaben.

Wie reagiert der Körper auf Stress?

Der Körper reagiert auf verschiedenen Ebenen auf Stress. Jede Ebene kann mehr oder weniger stark ausgeprägt sein, die Ebenen beeinflussen sich gegenseitig.

Die Reaktionen des Körpers auf Stress sind unterschiedlich:

ReaktionSymptome
Muskuläre Reaktion
  • Verspannungen
  • Spannungskopfschmerzen
  • Nächtliches Zähneknirschen
  • Zucken des Augenlids
Kognitive Reaktion
  • Denkblockaden
  • Blackout/Aussetzer
  • Gedächtnislücken
  • Alpträume
  • Konzentrationsstörungen
Emotionale Reaktion
  • Versagensangst
  • Unruhe
  • Umgebung wird kaum noch wahrgenommen
  • Unzufriedenheit
Vegetativ-hormonelle Reaktion
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Müdigkeit
  • Enge in der Brust
  • Tinnitus/Hörsturz

Was bedeuten die Begriffe Burnout und Coolout?

Beim Burnout kommt es zur völligen emotionalen und körperlichen Erschöpfung von Menschen, die in „helfenden“ Berufen tätig sind. Vor allem die Berufsgruppen im Sozial- und Gesundheitswesen weisen hohe Zahlen an Personen auf, die durch das Burnout-Syndrom arbeitsunfähig werden. Umgangssprachlich wird vom „Ausbrennen des Körpers“ gesprochen.

Der Begriff Coolout wird mit dem Prozess einer moralischen Desensibilisierung verknüpft. Denn es stehen sich zwei zentrale Themen gegenüber, die nicht zu vereinen sind. Auf der einen Seite sollen die Pflegenden eine patientenorientierte individuelle Pflege gewährleisten, auf der anderen Seite stehen die ökonomischen Richtlinien und Anforderungen. Beides lässt sich nur schwer in Einklang bringen, sodass die Pflegenden mit der Zeit eine „Kälte“/kalte Ausstrahlung nutzen, um sich vor dem Zwiespalt zu schützen.


Weitere Fragen und Antworten zu den Grundlagen pflegerischen Handelns gibt es hier im 3. Kapitel:

PFLEGEN 1000 Fragen, 1000 Antworten

Maren Heilig & Katharina Everts

ISBN: 9783437254123

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