Tipps zur PJ-Bewerbung

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Gerade war doch erst Physikum und jetzt ist das Studium schon fast zu Ende? Nach dem PJ muss ich selbstständig arbeiten können. Eine gute Ausbildung im PJ ist darum von Vorteil. Auf der anderen Seite ist es die letzte Möglichkeit, im Studium noch einmal Auslandserfahrungen zu sammeln. Aber wie organisiere ich ein PJ im Ausland?

Da ich selbst gerade kurz vor dem PJ stehe, habe ich mich mit einigen Fragestellungen bezüglich der Wahl des PJ-Krankenhauses und der Bewerbung auseinander gesetzt. Vielleicht helfen Euch ja meine Erfahrungen etwas weiter.

PJ an einer externen Uni

Seit Kurzem ist es nun möglich, das PJ auch an einem Lehrkrankenhaus einer externen Universität zu absolvieren. Dadurch haben einige Studenten die Chance, heimatnah oder bei ihrem Partner zu sein. Außerdem kann man noch eine oder mehrere neue Städte und Krankenhäuser kennenlernen. Viele Medizinstudenten knüpfen während ihres PJs schon Kontakte für ihre erste Assistenzarztstelle. Die Wahl des PJ-Krankenhauses ist also nicht ganz unerheblich.

Um herauszufinden, wie andere PJler die Ausbildung an einem bestimmten Krankenhaus erlebt haben, kann man auf http://www.pj-ranking.de/ Erfahrungsberichte lesen und herausfinden, welche Vor- und Nachteile ein bestimmtes Krankenhaus hat. (Gibt es einen Blutentnahmedienst? Welche Rotationen sind vorgesehen? Erhalten PJler einen eigenen Arbeitsplatz?)

Außerdem sollte man sich vor der Bewerbung über die Konditionen der einzelnen Krankenhäuser informieren. Bei einigen Krankenhäusern erhält man zum Beispiel bis zu 600 Euro, bei anderen bekommt man eine Wohnung gestellt oder Fahrtkosten erstattet. Die meisten Informationen sind auf http://www.hartmannbund.de/pj-liste/ zusammengestellt.

Hat man sich schließlich für ein bestimmtes Krankenhaus entschieden, muss man sich über das Bewerbungsverfahren informieren. Dabei gibt es inzwischen offizielle Bewerbungszeiträume. Für einen PJ-Start im Herbst muss man sich beispielsweise bei allen Unis bis Mitte Juni bewerben. Einen Monat später erhält man dann eine Zu- oder Absage, die man innerhalb der darauf folgenden Woche annehmen oder ablehnen muss. Bei einigen Unis muss man sich ausschließlich online bewerben, andere fordern die postalische Zusendung bestimmter Unterlagen. Prinzipiell kann man sich bei mehreren Unis für verschiedene Fächer und Zeiträume bewerben. Allerdings muss nur die eigene Universität einen PJ-Platz gewähren. Deswegen sollte man sich immer auch an seiner eigenen Uni für alle Tertiale bewerben, selbst wenn man gerne alle Tertiale an einem anderen Ort absolvieren möchte. Nach Erhalt aller Zu- und Absagen kann man dann das bevorzugte PJ-Tertial annehmen. Dabei wird oft eine Bestätigung des Prüfungsamtes der eigenen Uni gefordert.

PJ im Ausland

Einige Unis haben eine Liste mit Krankenhäusern im Ausland zusammengestellt, an denen die Ausbildung im PJ anerkannt wird. (z.B.: http://www.brd.nrw.de/index.jsp) An dieser Liste kann man sich erst einmal grob informieren, welche Länder einen persönlich am meisten interessieren. Außerdem gibt es oft Partnerschaften der Uni mit ausländischen Fakultäten und Krankenhäusern. Natürlich kann man sich auch selbst ein Krankenhaus heraussuchen. Dabei ist der organisatorische Aufwand (mit Anerkennung) zwar größer, dafür hat man meistens bessere Chancen, einen Platz zu bekommen. Hat man ein Krankenhaus ausgewählt, bewirbt man sich direkt bei dem jeweiligen Krankenhaus. Dabei muss man ein paar negative Rückmeldungen tolerieren und sollte auf keinen Fall zu früh aufgeben. Am besten bewirbt man sich schon 1-2 Jahr im Voraus. Aber auch kurzfristig kann man noch Glück haben, da auch im Ausland andere Studenten aus verschiedenen Gründen kurzfristig abspringen. Es lohnt sich also, in unterschiedlichen Zeitabständen noch einmal nachzufragen, ob ein PJ-Platz frei ist.

Erhält man eine Zusage eines Krankenhauses im Ausland, muss dieses PJ-Tertial noch von der eigenen Uni anerkannt werden. In Würzburg gibt es für jede Fachrichtung einen Fachvertreter. Man füllt einen vorgefertigten Anrechnungsbogen aus und legt ihm dem jeweiligen Vertreter vor. Stimmt er dem Auslands-PJ zu, muss man den Bogen noch im Dekanat genehmigen lassen und kann ihn dann anschließend im PJ-Büro abgeben.

Finanzierung: Auch bei knappem Geldbeutel sollte man sich ein PJ-Tertial nicht so schnell wieder ausreden lassen. Nicht nur DAAD oder PROMOS bieten Förderungsgelder an. Es gibt auch Stipendien für bestimmte Länder oder Krankenhäuser. Uni-Kooperationen werden oft auch finanziell unterstützt. Wenn all diese Förderungsmöglichkeiten fehlschlagen, kann man als Medizinstudent auch einen Studienkredit aufnehmen, den man zurückzahlt, wenn man Geld verdient.

Eure Ricarda

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