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1+1=2 | Wie ist es, schwanger Medizin zu studieren?

5. Januar 2021

Wenn man im Internet über ein Medizinstudium mit Kind recherchiert, findet man viele Artikel über den richtigen Zeitpunkt, das Leben mit Kind und Co. Aber das ist alles nach der Geburt. Doch was kommt eigentlich nach dem zweiten Streifen auf dem ominösen Plastikstäbchen. Wo muss ich mich melden? Was darf ich machen? Wie fühlt man sich schwanger in der Uni? Das alles möchte ich euch in meinem ehrlichen Erfahrungsbericht beantworten. Von Chantal Schwarz

Photo courtesy of Elsevier / Colourbox

Schwangerschaftstest vor der Prüfung

Es war der 26.7, das Datum weiß ich noch ganz genau. Es war der Tag der PsychoSoz Klausur in meinem zweiten vorklinischen Semester. Da ich mich aber schon seit einer Weile komisch Gefühlt hatte, hatte ich auch beschlossen an dem Tag vorsichtshalber einen „Test“ zu machen. Irgendwie wusste ich es, irgendwie aber auch nicht, und so war ich doch etwas überrascht, als sich auf dem Plastikstreifen in meiner Hand nach ca. 30 Sekunden eine zweite Linie zeigte. Ganz aufgeregt rief ich danach bei meinem Frauenarzt an, machte für die 7. Woche einen Termin aus und fuhr zur Klausur.

Doch was kam denn jetzt? Bei wem musste ich mich bezüglich der Uni melden? Glücklicherweise begannen nach der Klausur die Semesterferien und ich hatte genug Zeit, um mich zu erkundigen.

Tipps zur Schwangerschaft im Medizinstudium

Tipp #1: Büro "Studieren mit Kind"

Hier kommt auch schon mein Tipp Nummer 1: ziemlich jede Uni hat ein Büro "Studieren mit Kind", fragt da nach Hilfen und Förderungen.

Tipp #2: Tauscht euch mit anderen Schwangeren/Eltern aus

Fragt in eurer Semestergruppe nach, ob es noch andere Eltern gibt oder vielleicht sogar eine spezielle Social Media Gruppe zu diesem Thema. An meiner Uni gab es eine solche Gruppe und ich holte mir gleich erste Tipps.

Tipp #3: Sucht den Kontakt zu Dozierenden

So schrieb ich etwa Mitte der Semesterferien die Kursleiter der Kurse fürs nächste Semester per Mail an, ob ich den Kurs denn schwanger belegen durfte, was in meinem Fall kein Problem war. Ich habe aber schon mitbekommen, dass Anatomie, Pathologie und unter Umständen auch Chirurgie Probleme bereiten können, oft können hier aber auch individuelle Lösungen gefunden werden.

Morgenübelkeit und Patientenkontakt

Ich hatte ziemlich Glück, das sowohl meine ersten 12 als auch die letzten 6 Wochen in die Semesterferien fielen und ich muss ehrlich zugeben, dass das meine Rettung war. Denn die ersten 18 Wochen hatte ich mit extremer Morgenübelkeit zu kämpfen, die mir die regelmäßige Kursteilnahme sonst nahezu unmöglich gemacht hätte. Das Semester lief dann weitestgehend normal ab. Vor Kursen mit Patientenkontakt habe ich mich immer den entsprechenden Dozenten anvertraut, denn in der Schwangerschaft darf man z.B. nicht zu infektiösen Patienten. Das war allerdings auch die einzige Einschränkung die ich zu spüren bekam und ich muss sagen, dass alle Dozenten stets sehr lieb und bemüht waren.

Arzttermine einplanen

Je nachdem wie voll euer Stundenplan ist und wie viele Arzttermine ihr wahrnehmen müsst, kann es bei der Terminkoordinierung allerdings zu Kollisionen kommen. Auch hier empfehle ich, den Kontakt zu Dozenten und Lehrstuhl zu suchen, um individuelle Lösungen zu finden.

Tipp #4: Urlaubssemester beanspruchen

Informiert euch auch über Urlaubssemester, da stehen euch nämlich pro Kind 6 Semester zu, die ihr zwischen Mutterschutz und dem 6. Geburtstag flexibel legen könnt.

Tetrisspiel im Hörsaal

Gegen Ende des Semesters konnte ich allerdings kaum noch 1,5 Stunden auf einem Stuhl sitzen und auch im Hörsaal wurde der Platz zwischen den Bankreihen plötzlich verschwindend gering und es glich schon fast einem Tetrisspiel meinen kugelrunden Bauch da irgendwie rein zu puzzeln. Und dann war das Semester auch schon zu Ende und ich konnte meinen kleinen Zwerg endlich in den Armen halten.

Eure Chantal