MAO: Pharmakologie oder Süßigkeiten?

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Bei MAO-Hemmer denkst du an den Kaubonbon anstatt an die Monoaminooxidase-Hemmer und bei ACE-Hemmer an den ACE-Saft? Das ging uns vermutlich allen so zu Beginn des Studiums, bevor die Pharmakologie kam.

Bei uns in Dresden wird die Pharmakologie im 5. Semester gelehrt, direkt nach dem Physikum. Eigentlich ein ganz guter Zeitpunkt, da man die physiologischen Vorgänge noch ziemlich gut im Kopf hat und die Wirkmechanismen der Medikamente so besser versteht. Aufgebaut war der Kurs bei uns folgendermaßen: wöchentlich gab es mehrere Vorlesungen zu Wirkstoffklassen. In den Tutorien behandelten wir Fallbeispiele anhand von Fällen, die sich über mehrere Tage und manchmal auch Wochen erstreckten. Dabei haben wir die Medikamente für diesen Krankheits-Fall erarbeitet und die wesentlichen Aspekte und Besonderheiten zu diesen besprochen. Dazu standen uns in unserem Tutoriumsraum viele Lehrbücher zur Verfügung, unter anderem auch ein großartiges Buch aus dem Hause Elsevier, wo man alles zur allgemeinen und speziellen Pharmakologie und Toxikologie findet. Mit diesem Buch und einigen Informationen aus Online-Büchern meisterten wir die Fälle. Zuhause lernte ich gerne mit Karteikarten, somit konnte man überall und jederzeit ein paar Medikamente wiederholen. Ich habe mir anfangs selbst welche geschrieben, mit denen ich auch gut gelernt habe. Allerdings war dies sehr zeitaufwendig. Es gibt auch sehr gute Lernkarten zur Pharmakologie zu kaufen. Ob man sich nun selbst welche gestaltet oder welche kauft, muss jeder selbst entscheiden. Viele Wege führen ja bekanntlich nach Rom.

Mit all dem war man eigentlich gut gerüstet. In der Vorlesung hörte man die Inhalte, die man in den Tutorien vertiefte, nachmittags lernte man mit den Skripten und zwischendurch oder abends konnte man mit den Lernkarten wiederholen. Mir persönlich hat die Pharmakologie sehr viel Freude bereitet. Es ist ein sehr logisches Fach, wenn man sich die theoretischen Hintergründe immer wieder in den Kopf ruft. Weiterhin ist es ein so wichtiges Fach, sodass man auch immer einen Sinn darin sieht, was man lernt. Während des Lernens fand ich es wichtig, dass man immer einer klaren Struktur folgt.

So habe ich beispielsweise immer mit folgendem Schema gelernt:

Wirkstoffklasse -> Beispielmedikamentennamen -> Wirkmechanismus -> Indikation ->  Nebenwirkungen -> Kontraindikation -> Besonderheiten (u.a. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Enzyminduktion –bspw. Nahrungsmittel, mit denen man sie nicht einnehmen darf – usw.)

Ich habe auch gemerkt, dass es mit einem solchen Schema viel einfacher ist, die gelernten Informationen wieder abzurufen. Mit den Lernkarten hat sich dies immer sehr gut angeboten. Auf der einen Seite stand beispielsweise „Wirkmechanismus der ACE-Hemmer“ und auf der anderen Seite die Lösung. Das übt sich auch gut gemeinsam mit Freunden oder Kommilitonen: der eine fragt ab und der andere antwortet. Und nach getaner Arbeit kann man den Abend auch gemütlich als Filmeabend ausklingen lassen.

Apropos „Vergessen“. Das ist ein ganz normaler Prozess. Unser Gehirn ist ein Meister darin, Sachen auszusortieren und das am Tage Gelernte aus dem Kurzzeitgedächtnis zu löschen. Dagegen hilft leider nur wiederholen, wiederholen und nochmal wiederholen. Denn so gelangt das Gelernte nicht in den geistigen Papierkorb, sondern ins Langzeitgedächtnis! Und wenn ihr auch diese Kommilitonen habt, wie ich sie hatte, die sagen, dass sie sich alles beim ersten Mal Lernen super merken konnten und nicht wiederholen mussten, dann versucht euch davon nicht beeinflussen zulassen. Versucht euern Lernstil zu finden und lasst euch von euren Kommilitonen nicht unter Druck setzen.

Was ich euch mit all dem sagen möchte: habt keine Angst vor der Pharmakologie, lasst euch von euren Kommilitonen nicht unter Druck setzen und freut euch auf das Fach – das Lernen zahlt sich aus. Allerspätestens am Patientenbett.

Eure Romy

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